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Raoul Korner bestritt heute sein 100. und gleichzeitig letztes Spiel als Löwen-Headcoach.

Overtime-Krimi: 95:93-Sieg zum Korner-Abschied und Saisonabschluss

01.05.2016

Das letzte Saisonspiel der Basketball Löwen Braunschweig hatte es noch einmal in sich. Zum Abschluss der Ära von Raoul Korner als Löwen-Headcoach gab es einen 95:93-Sieg nach Verlängerung (41:39, 78:78) gegen die Telekom Baskets Bonn. Die 2.347 Zuschauer in der Volkswagen Halle erlebten am Sonntag, 1. Mai, eine erneut von der Offensive geprägte Partie, in der die Löwen zumeist die Nase vorne hatten. Aber die Gäste steckten nie auf und machten ihre Rückstände immer wieder durch ihre gute Dreierquote wett. Im letzten Viertel übernahmen die Bonner kurz vor Schluss erstmals wieder die Führung, doch konnten die Braunschweiger Bundesliga-Basketballer ausgleichen und so die Verlängerung erzwingen. Hier ging es spannend weiter. Die Entscheidung fiel nur wenige Sekunden vor dem Ende, als zuerst Nicolai Simon und dann Keaton Grant die erfolgreichen Schlusspunkte setzten. Für die Löwen-Basketballer war es der insgesamt 16. Sieg in der Beko BBL-Saison 2015/16, die sie auf dem zehnten Platz mit zwei Zählern Rückstand auf einen Playoff-Rang beenden. Topscorer der Partie gegen Bonn war Derek Needham mit 26 Punkten. Für die Gäste waren Tadas Klimavicius und Rotnei Clarke mit je 19 Zählern am erfolgreichsten.


Die Löwen waren zu Beginn darum bemüht, den Ball unter den Korb zu bringen. Hier fanden sie nach anfänglichen Schwierigkeiten mehrfach Tyrone Nash, der erfolgreich zum 5:5 einnetzte. Nach diesem Ausgleichstreffer schien das Korner-Team komplett im Fluss zu sein – offensiv wie defensiv. Die Löwen ließen drei Minuten lang keinen gegnerischen Treffer zu und setzten sich durch einen 14:0-Lauf auf 17:5 ab (6. Minute). Raoul Korner rotierte jetzt munter durch, worunter der gute Offensiv-Rhythmus seiner Mannschaft jedoch etwas litt. Die erarbeitete sich zwar gute Möglichkeiten, auch mehrere zweite Chancen, konnte diese aber zu selten verwerten. Allerdings trafen auch die Bonner alles andere als sicher: lediglich magere 17 Prozent ihrer Zweipunktewürfe fielen durch die Reuse, weshalb die Löwen eine 24:16-Führung nach dem ersten Viertel behaupten konnten.

Im zweiten Spielabschnitt fanden die Gäste zunehmend besser ins Spiel. Zwar hatte Tyrone Nash in der 15. Minute per Dunking noch das 30:22 erzielt, doch liefen die Telekom Baskets anschließend in Person von Rotnei Clarke vom Perimeter heiß und kamen heran. Bis auf 30:30 schlossen die Magentafarbenen auf, ehe die Löwen zu dem zurückfanden, was sie anfangs in Führung gebracht hatte: Das Spiel über Tyrone Nash unter dem Korb. Der Forward war der überragende Mann auf Braunschweiger Seite und nur selten von den Bonnern zu stoppen. Er sorgte im Alleingang dafür, dass sich sein Team wieder mit sechs Zählern absetzen konnte. In die Halbzeitpause ging es dennoch nur mit einem knappen Vorsprung von 41:39 – auch, weil die Bonner stark von außen trafen (50 Prozent).

Mit Beginn der zweiten Halbzeit legten die Löwen einen 5:0-Lauf aufs Parkett, allerdings ließen sich die Gäste nicht abschütteln. Die attackierten jetzt vermehrt den Korb und waren damit erfolgreich. Bis auf einen Zähler konnten die Telekom Baskets ihren Rückstand verkürzen, ehe Sid-Marlon Theis einen wichtigen Dreier zum 51:47 versenkte. Von diesem Zeitpunkt an bauten die Löwen ihren Vorsprung wieder sukzessive aus – auch Dank Derek Needham. Der Braunschweiger Guard lief einmal mehr heiß, markierte alleine in diesem Viertel zehn Punkte und hatte damit großen Anteil an der 61:52-Führung nach 30 Spielminuten.

Die Löwen kamen mit dem Schwung aus den dritten Viertel in den letzten Abschnitt und hatten sich wieder einen zweistelligen Vorsprung erspielt. Den hielten sie bis zur 33. Minute – und dann fing der Motor an zu stocken. Fünf Minuten lang fand bei den Löwen kein Wurf sein Ziel, und in dieser Zeit hatten sich die Bonner die Führung geschnappt (70:72, 38. Minute). Derek Needham holte diese per Dreier für seine Löwen zurück, woraufhin sich eine spannende Schlussphase entwickelte. Die Gäste erspielten sich zwei Mal eine knappe Führung, aber die Löwen konnten beide Male ausgleichen. 17 Sekunden vor dem Ende stand es 78:78 und der letzte Bonner Angriff war nicht erfolgreich. Damit hieß es: Verlängerung!

Die ging ebenso packend weiter, wie die letzten Minuten des vierten Viertels verliefen. Es war ein offener Schlagabtausch: Auf Bonner Zähler folgten umgehend Braunschweiger Punkte zum Ausgleich. Eine Minute vor dem Ende war jedoch Nicolai Simon per Dreier zum 91:89 zur Stelle. Zwar konnten die Gäste nun auch noch einmal gleichziehen, doch war es erneut der Löwen-Kapitän mit einem Korbleger und dann Keaton Grant mit einem Dunk, die den letzten Löwen-Sieg in dieser Saison klarmachten!

Viertel im Überblick: 24:16, 17:23, 20:13, 17:26, 17:15.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Ich denke, wenn man ein kitschiges Drehbuch schreiben wollte, dann wäre es heute ähnlich ausgegangen. Wir konnten uns offensichtlich nicht von der Saison und diesem letzten Spiel lösen. Es war ein offensiv geprägtes Spiel und ich bin froh, dass wir es gewonnen haben. Es war für mich auch alles andere als ein 0-8-15-Spiel und langsam kommt bei mir Wehmut hinzu. Ich bin extrem dankbar für die letzten drei Jahre, die ich hier arbeiten und leben durfte. Wenn einem so viel Sympathie und Wärme entgegen gebracht wird, dann muss man dankbar sein. Ich wünsche, dass der Standort Braunschweig noch viele Jahre schönen Basketball in der BBL erleben wird und man den Basketball hier finanziell und auch sonst auf gutem Niveau am Leben hält. Ich kann mich nur wiederholen: Danke für alles!

Silvano Poropat (Telekom Baskets Bonn): Gratulation an Braunschweig. Sie haben heute viel investiert und verdient gewonnen. Es haben am Ende Kleinigkeiten entschieden. Das war vielleicht auch sinnbildlich für unsere Saison. Für uns wird es nun einen Neuanfang geben und wir können hoffentlich nächstes Jahr mehr über die Saison reden.

Basketball Löwen Braunschweig: Gertz,Nash 21 (7 Rebounds), Bogdanov, Theis 8, Needham 26 (8 Assists), Stevens 9 (8 Rebounds), Didovic n.e., Grant 17 (4 Assists, 4 Ballgewinne), Amaize, Simon 8, Gasser, Frease 2 (6 Rebounds).

Telekom Baskets Bonn: Mädrich 5, Philmore 8 (10 Rebounds, 4 Assists), McKinney, Mangold 4, Marshall 17, Lawrence 18 (7 Assists), Klimavicius 19 (12 Rebounds), Koch 3, White, Clarke 19 (5 Assists), Lodders.

Boxscore zum Spiel


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