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NiteJam: Mit Spaß gegen Gewalt und Bewegungsarmut

10.12.2011

Es ist Freitagabend 23 Uhr. Die Sporthalle Güldenstraße ist hell beleuchtet. Ein dumpfes „Bumm… bumm“ schallt durch Wände und Boden der Halle, in der früher die SG Braunschweig trainierte. An diesem Abend treten hier 17 Teams à drei Personen plus Auswechselspieler an und spielen um den Sieg. NiteJam heißt diese Veranstaltung, die in Braunschweig seit 1998 stattfindet. Immer dann, wenn die kalte Jahreszeit Einzug erhält, kommen Basketballverrückte einmal im Monat zusammen, dribbeln, werfen und dunken – bis in die frühen Morgenstunden.


Es ist Freitagabend 23 Uhr. Die Sporthalle Güldenstraße ist hell beleuchtet. Ein dumpfes „Bumm… bumm“ schallt durch Wände und Boden der Halle, in der früher die SG Braunschweig trainierte. An diesem Abend treten hier 17 Teams à drei Personen plus Auswechselspieler an und spielen um den Sieg. NiteJam heißt diese Veranstaltung, die in Braunschweig seit 1998 stattfindet. Immer dann, wenn die kalte Jahreszeit Einzug erhält, kommen Basketballverrückte einmal im Monat zusammen, dribbeln, werfen und dunken – bis in die frühen Morgenstunden.

Die Veranstaltung wurde von der Jugendförderung der Stadt Braunschweig ins Leben gerufen. Ihre Mitarbeiter betreuen auch heute das nächtliche Basketballturnier, bei dem Joachim Lampe seit 2000 die Fäden zieht. Lampe ist Leiter des Kinder und Jugend Zentrum Rüningen und fühlte sich durch den Streetball-Hype und den Sieg der deutschen Basketball-Nationalmannschaft bei der EM 1993 angestachelt, in Braunschweig etwas für die „größeren Basketballbegeisterten auf die Beine zu stellen.“

Die Idee des NiteJam stammt aus den USA. Dort etablierte man solche Events, um die Jugendlichen von Gangs fernzuhalten und ihnen eine Alternative zur abendlichen Gestaltung anzubieten. „Genau dieses Ziel verfolgen wir auch. Dabei ist unser Ansatz simpel: Sind die Jugendlichen in der Halle, lungern sie nachts nichts auf den Straßen herum“, erklärt Lampe den Gedanken, der neben viel Spaß hinter der Veranstaltung steht.

Das Basketball-Turnier wird heute noch durch das Jugendamt der Stadt Braunschweig finanziert. Aber auch United Kids Foundations, die Braunschweiger Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (Arug) sowie die New Yorker Phantoms sind seit Oktober 2011 Förderer. United Kids Foundations ist ein Netzwerk für Kinder, das sich für Projekte in der Region Braunschweig-Wolfsburg stark macht. Dabei liegen die Beweggründe für das erst einmal dreijährige Sponsoring auf der Hand. „Uns ist die Bekämpfung von Bewegungsarmut und Gewaltbereitschaft sowie die Integration sehr wichtig. Beim Basketball werden genau diese Kriterien erfüllt. Zudem steht hier der Teamgedanke im Vordergrund, was eine starke integrative Wirkung hat“, erklärt Stefanie Köster von United Kids Foundations.

Kein Weg zu weit für NiteJam

Eigentlich ist der NiteJam für 16 bis 27 Jahre alte Teilnehmer bestimmt. Es wird aber nicht so eng gesehen, wenn sich auch „Ältere“ anmelden. So zum Beispiel Andreas Rabe. Der 31-jährige ist ein Urgestein des NiteJam und seit Anbeginn dabei. Er und sein Team versuchen jedes Mal dabei zu sein. Dafür reisen die Basketballer extra aus Nienburg an. „Die Stimmung beim NiteJam ist toll. Zudem besteht für mich ein großer Reiz des Turniers darin, Freunde wiederzutreffen und zu testen, ob ich noch mit den Jugendlichen mithalten kann“, verrät Rabe lachend, der früher in Braunschweig studierte und so das Turnier kennenlernte.

NiteJam und Phantoms@Night

Aber der NiteJam hat nicht nur für Rabe eine besondere Bedeutung, sondern auch für die New Yorker Phantoms. Er ist ein elementarer Baustein des Projekts Phantoms@Future, das im Oktober diesen Jahres startete. Dabei zählt die beliebte Veranstaltung zur Rubrik Phantoms@Night und ist im Gesamtkonzept von Phantoms@Future deshalb wichtig, weil es die Lücke zwischen Phantoms@School und dem Danach schließt“, sagt Jan Erdtmann, Projektleiter von Phantoms@Future. „Wir sind hier als Kooperationspartner mit eingestiegen und freuen uns sehr, dass es zu diesem Zusammenschluss gekommen ist. Denn wir als Profisportclub sind ein idealer Botschafter, um Kinder für diesen Sport zu begeistern, sie zur Bewegung zu animieren und auf diese Weise etwas für ihre Gesundheit zu tun“, so Erdtmann weiter.

Mit dem bisherigen Verlauf des NiteJam sind alle Beteiligten zufrieden, weshalb es nun gelte, weiterzudenken. Joachim Lampe wie auch die New Yorker Phantoms und alle weiteren Sponsoren spielen mit dem Gedanken, den NiteJam auszubauen und auch in den Sommermonaten zu etablieren. „Schließlich ist der NiteJam mittlerweile Kult und wird daher auch in den warmen Monaten begeistern können“, blickt Lampe optimistisch in die Zukunft.

Nitejam

- findet einmal im Monat statt
- Anmeldung ist kostenlos und muss am Veranstaltungsabend bis 22.30 Uhr erfolgen;
- 16-27jährige können teilnehmen
- die nächsten Termine: 27.01., 24.02. und 23.03.2012

Von Fabienne Buhl


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