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Nils Mittmann: "Gegen Oldenburg immer auf den Punkt da"

20.04.2012

Der Endspurt ist eingeläutet. Die New Yorker Phantoms befinden sich auf der Zielgeraden in die Playoffs und haben es mit den kommenden drei Spielen selber in der Hand, sich für diese zu qualifizieren. Passend zum steigenden Blutdruck kommt die Partie gegen die EWE Baskets Oldenburg am Sonntag (22. April, Tip-Off:17 Uhr) genau richtig. newyorkerphantoms.de schnappte sich den Kapitän Nils Mittmann und befragte ihn zu dieser wichtigen und womöglich wegweisenden Begegnung.


Der Endspurt ist eingeläutet. Die New Yorker Phantoms befinden sich auf der Zielgeraden in die Playoffs und haben es mit den kommenden drei Spielen selber in der Hand, sich für diese zu qualifizieren. Passend zum steigenden Blutdruck kommt die Partie gegen die EWE Baskets Oldenburg am Sonntag (22. April, Tip-Off:17 Uhr) genau richtig. newyorkerphantoms.de schnappte sich den Kapitän Nils Mittmann und befragte ihn zu dieser wichtigen und womöglich wegweisenden Begegnung.  

Hallo Nils, leider habt ihr gerade zwei bittere Niederlagen gegen Bayern München und die Artland Dragons schlucken müssen. Inwiefern hat das deiner Meinung nach die Mannschaft beeinflusst?
Nils Mittmann: Die beiden Niederlagen haben natürlich ihre Wirkung auf uns, zumal sie allen voran die Wichtigkeit der Partie gegen Oldenburg herausstellen. Wir spüren die Verfolger jetzt deutlich dichter im Nacken und wissen, dass nur noch Siege zählen. Es ist nicht so, dass wir uns jetzt gezwungen fühlen, unsere Spielweise in den verbleibenden Spielen neu erfinden zu müssen. Aber wir sind uns darüber im Klaren, dass wir beispielsweise gegen Quakenbrück einfach schlecht gespielt und zu keinem Zeitpunkt die Verteidigungsintensität entwickelt haben, die zum Siegen notwendig gewesen wäre. Insofern könnte man sagen, dass die Niederlagen uns vielleicht positiv beeinflusst haben oder hoffentlich beeinflussen werden. Denn eins ist klar: mit so einer Leistung wie gegen Quakenbrück werden wir gegen alle folgenden Gegner nicht erfolgreich bestehen können.  

Im Verlauf der Saison war auffällig, dass ihr in mehreren Partien bis zur Halbzeit auf Augenhöhe ward und mit Beginn des dritten Viertels nachgelassen habt. So auch gegen die Artland Dragons. Wie erklärst du dir das?
Nils Mittmann: Das ist eine gute Frage. Ich denke, dass es eine mentale Schwäche von uns ist. Da wir dies über die gesamte Saison häufiger erlebt haben, haben unsere Coaches den Schwerpunkt im Training zwischenzeitlich genau darauf legt. Das hat insofern geholfen, als dass wir in mehreren Spielen diese Schwäche kompensieren konnten. Leider hat sich diese Eigenschaft in den letzten Wochen wieder eingeschlichen. Grundsätzlich wissen wir alle, dass jetzt nicht die Zeit ist, um wieder gänzlich in alte Muster zu verfallen. Und die Trainer können jetzt auch nicht wieder anfangen, solche Aspekte zu trainieren. Wir sind jetzt selber gefragt und müssen auf den Punkt da sein, über 40 Minuten konzentriert zu Werke gehen und dann klappt das auch mit einer entsprechenden Leistung über die volle Spielzeit.

Am Sonntag steht die wichtige Partie gegen Oldenburg an und ihr seid zu seinem Sieg verpflichtet, wenn ihr die Chance auf die Playoffs wahren wollt. Wie groß ist der Druck für euch vor dem Spiel?
Nils Mittmann: Der Druck ist gegenwärtig so hoch wie noch zu keinem anderen Zeitpunkt in der Saison. Wir bekommen jetzt keine zweiten Chancen mehr, denn wir haben nur noch drei Spiele – und da bleibt eben keine Gelegenheit mehr für weitere Chancen. Das führt natürlich auch dazu, dass härter trainiert wird, jeder mehr investiert und die Stimmung dann und wann schon einmal etwas gereizter ist. Aber das empfinde ich als die richtigen Zeichen. Wir wissen, dass wir es selber in der Hand haben und müssen uns jetzt vor allem auf uns selbst konzentrieren.

Das Spiel gegen Oldenburg wird nicht nur sportlich sondern auch deshalb im Fokus stehen, weil Sebastian Machowski aktuell noch euer Trainer ist, in der kommenden Saison aber eben diese Oldenburger coachen wird. Beschäftigt euch das als Mannschaft?
Nils Mittmann: Es steckt sicherlich eine gewisse Brisanz in dieser Partie. Aber ich glaube, die empfinden mehr Außenstehende als wir intern. Für uns ist dieses Thema aus den Köpfen und deshalb sehen wir diese Partie zwar als eine wichtige an, aber nicht im Hinblick auf den Trainerwechsel. Basketballer wie ich sie im Laufe der Jahre erlebt und kennengelernt habe, beschäftigen sich vielmehr mit dem hier und jetzt und weniger mit der Zukunft. Und genau das ist momentan auch unser Thema. 

Oldenburg hat sich seit dem Hinspiel, das ihr mit zwei Punkten Differenz gewonnen habt, etwas verändert. So ist Predrag Krunic seit ein paar Wochen nicht mehr Trainer der Gäste. Glaubt ihr dadurch auf eine veränderte oder gar verbesserte Oldenburger Mannschaft im Vergleich zum Hinspiel zu treffen? 
Nils Mittmann: Der ehemalige Co-Trainer Ralph Held leitet ja jetzt die Geschicke und wird sicherlich eigene Impulse eingebracht haben. Krunic war für mich auf die Entfernung betrachtet schon ein sehr eigener Typ und demzufolge kann man sich auch vorstellen, dass Held Dinge anders machen wird und seine eigene Art und Ansicht zum Ausdruck bringt. Aber man darf nicht vergessen: es sind immer noch die gleichen Spieler, es ist das gleiche Team. Selbstverständlich sind die Oldenburger im Saisonverlauf stärker geworden. Und natürlich verfügen sie über sehr gute Einzelspieler. Aber jedes Team entwickelt sich innerhalb der Spielzeit weiter – so auch wir. Zudem haben es die Oldenburger genauso wie wir nicht geschafft, eine gewisse Konstanz in ihrem Spiel zu etablieren. Und unter diesen Gesichtspunkten sehe ich vor diesem Spiel keine Unterschiede zwischen uns und Oldenburg.

Die Oldenburger haben am letzten Wochenende die Ulmer besiegt. Man darf also vermuten, dass sie selbstbewusst hier anreisen werden. Bereitet euch der starke Auftritt gegen Ulm etwas Extra-Sorgen?
Nils Mittmann: Nein, denn es sollte zunächst klar sein, dass wir keine Angst vor Oldenburg haben, nur weil sie gegen Ulm gewonnen haben. Wir werden nicht in Ehrfurcht vor ihnen erstarren. Denn wie gesagt, auch sie haben in dieser Saison nicht konstant gute Leistungen abgerufen und müssen erst einmal beweisen, dass sie das jetzt zwei Mal in Folge tun könnten. Aber unser Fokus gilt primär nicht den Gästen sondern uns selbst. Und dabei wird wichtig sein, dass wir wieder auf hohem Niveau verteidigen, als Mannschaft auftreten und mit der nötigen Intensität spielen. Setzen wir das um, werden wir auch als Sieger das Parkett verlassen!

Die EWE Baskets gelten als einer euer vermeintlichen Lieblingsgegner, weil ihr in den letzten Jahren fast immer gut gegen sie ausgesehen und gewonnen habt. Kannst du beschreiben, was euch an ihrer Spielanlage liegt?
Nils Mittmann: Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob es eine besondere Spielart oder Taktik der Oldenburger ist, die uns liegt. Ich glaube vielmehr, dass der Erfolg in der Vergangenheit darin lag, dass man die Mannschaft kannte. Denn die Oldenburger hatten in den letzten Jahren wenig Kader-Veränderungen vorgenommen und irgendwann weiß man dann natürlich auch um die Stärken und Schwächen des Gegners. Glücklicherweise waren wir in den wichtigen Spielen der letzten Jahre gegen Oldenburg immer auf den Punkt da. Das war gut für uns und Pech für Oldenburg (lacht). Aber die Teams haben sich nun ja verändert. Und jetzt muss man sich wieder auf seine eigenen Stärken besinnen, um erneut zu siegen. Aber vielleicht ist es ein gutes Omen, dass wir ausgerechnet jetzt, wo es wieder entscheidend ist, erneut auf sie treffen...

Interview: Fabienne Buhl


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