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Für Derrick Allen & Co. war es unter dem Korb schwer. Hier dominierten die Ludwigsburger vor allem bei den Rebounds. Foto: Johannes Roth

Niederlage im Playoff-Rennen: Löwen verlieren in Ludwigsburg

17.04.2015

Rückschlag für die Basketball Löwen Braunschweig im engen Playoff-Kampf: Sie zogen am heutigen Freitag, 17. April, auswärts in der wichtigen Partie gegen den direkten Konkurrenten MHP RIESEN Ludwigsburg mit 92:81 (38:36) den Kürzeren und haben dadurch auch den direkten Vergleich gegen die Süddeutschen verloren. Das Team von Löwen-Trainer Raoul Korner lieferte sich in der ersten Halbzeit noch ein ausgeglichenes Spiel mit den Gastgebern, verlor aber in der zweiten Spielhälfte vor allem bedingt durch ihre Rebound-Unterlegenheit immer mehr an Boden. Die MHP RIESEN, allen voran Center Jon Brockman (19 Punkte, 14 Rebounds), sicherten sich insgesamt 37 Rebounds, davon 18 am offensiven Brett. Das waren gepaart mit 14 Löwen-Ballverlusten zu viele Extra-Ballbesitze für die Hausherren, die im vierten Viertel in einem Rückstand von bis zu 15 Punkten resultierten. Für die Basketball Löwen, bei denen Nicolai Simon und Tim Abromaitis mit je 16 Punkten die Topscorer waren, gilt es nun, sich schnell zu regenerieren und die Niederlage aus den Knochen und den Köpfen zu bekommen. Bereits am Sonntag (19. April) steht für sie die nächste Partie an, dann bei medi bayreuth (Tip-Off: 15 Uhr, live auf www.telekombasketball.de).


Die Partie ging gleich mit viel Druck auf Spielmacher Dru Joyce los, was dazu führte, dass die Basketball Löwen fast drei Minuten brauchten, um die ersten Zähler zu markieren. Nachdem zunächst einige Distanzwürfe nicht fielen, waren die Braunschweiger dann zwei Mal unter dem Korb erfolgreich und konnten den Ausgleich erzielen (5:5, 4. Minute). Bei einer dieser Aktionen bekam Immanuel McElroy beim Positionieren um den Rebound allerdings auch einen Ellenbogen ins Gesicht und verließ das Feld mit blutiger Nase. Für ihn kam Nicolai Simon, der sofort Akzente setze und fünf Zähler in Folge zum 10:10 markierte (5. Minute). Die Partie war insgesamt munter und wie erwartet – ausgeglichen. Allerdings mussten beide Teams hart für ihre Würfe arbeiten, weil an beiden Enden gut verteidigt wurde: Erfolgreiche Würfe aus dem Feld waren Mangelware. Dementsprechend ging es mit einem niedrigen Spielstand und einem knappen Löwen-Rückstand von 18:16 in das zweite Viertel.

Weil die MHP RIESEN gut am Brett arbeiteten, bekamen sie zweite Chancen und nutzten diese zum 22:18. Aber die Basketball Löwen blieben dran. Trotz starkem Verteidigungsdruck machten Lucas Gertz und Martin Bogdanov einen sehr soliden Job im Aufbau und hatten mit Anteil daran, dass die Braunschweiger nach einem Ballgewinn und anschließendem Korb im Nu mit 22:23 in Führung lagen (12. Minute). Die wechselte jetzt in dieser völlig ausgeglichenen Partie einige Male hin und her. Dabei legten beide Teams ihren Fokus auf das Innenspiel, auch weil von draußen gar nichts fiel. Die Löwen spielten nun auch wieder mit Immanuel McElroy, hatten aber nach wie vor Probleme, die Offensiv-Rebounds der Gastgeber zu kontrollieren und gerieten deshalb mit 29:25 ins Hintertreffen (16. Minute). Aber der zuletzt schon starke Dru Joyce übernahm einmal mehr Verantwortung. Er fand immer wieder den Weg zum Korb und brachte sein Team bis auf 31:30 heran (17. Minute). Zwar wuchs der Rückstand darauf noch einmal bis auf sechs Zähler an, doch bis zur Halbzeit hatte das Korner-Team wieder auf 38:36 aufgeschlossen.

Die ersten Punkte nach der Pause fielen für die Löwen: Derrick Allen netzte nach Anspiel von Dru Joyce zum Ausgleich ein. Und obwohl die Gastgeber anschließend fünf Punkte in Serie machten, glichen die Braunschweiger binnen weniger Sekunden unter anderem durch den ersten Löwen-Dreier in diesem Spiel erneut aus (43:43, 23. Minute). In dieser Phase lief das Spiel viel über Derrick Allen, der offensiv Akzente setzte und wichtige Punkte erzielte. Und so gingen die Löwen wenig später nach einer guten Verteidigungssequenz auch wieder mit 47:49 in Führung (25. Minute). Doch wie zuvor währte diese nicht lange, obwohl Joyce & Co. sie nach einem Ballgewinn weiter hätten ausbauen können. Stattdessen eröffneten die Ludwigsburger jetzt ein Dreierfestival. Sie versenkten in den nächsten 4,5 Minuten insgesamt fünf Dreier. Zwar hielt Nicolai Simon mit zwei Distanztreffern dagegen, doch konnte er damit nicht verhindern, dass die Löwen bis zum Viertelende etwas deutlicher mit 69:62 zurücklagen.

Mit Beginn der letzten 10 Spielminuten schienen die Basketball Löwen nicht mehr richtig in ihren Rhythmus zurückfinden zu können. Während die MHP RIESEN jetzt aufdrehten, haderten die Braunschweiger mit ihren Abschlüssen. Nach drei Minuten hatten sie erst drei Zähler markiert, alle von der Freiwurflinie, und lagen mit 77:65 zurück (33. Minute). Zwar steckte das Korner-Team nicht auf und versuchte über viel Verteidigungsdruck den Ludwigsburger Spielfluss zu stoppen. Jedoch verhinderten unnötige Ballverluste und ausgelassene Chancen nach einem unsportlichen Foul gegen die Hausherren ein schnelleres Herankommen. Ohne den ab der 36. Minute mit fünf Fouls ausgeschiedenen Kyle Visser konnten die Löwen knapp drei Minute vor Ende zwar auf 86:77 verkürzen und hatten Möglichkeiten, noch näher heranzukommen. Allerdings fielen die nächsten Punkte für sie erst wieder 45 Sekunden vor Schluss (87:79). Und damit war ein Drehen der so wichtigen Partie im Playoff-Rennen zu den eigenen Gunsten nicht mehr möglich.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Glückwunsch an Ludwigsburg zu diesem Sieg. Es war ein sehr intensives Spiel und man hat gemerkt, dass heute für beide Teams viel auf dem Spiel stand. Jeder wollte sein Schicksal weiterhin selbst in der Hand haben, dass wir dann allerdings im Rebound so unterlegen waren, ist natürlich nur schwer zu kompensieren. Mit einer guten Wurfquote von außen wäre das vielleicht gegangen, das haben wir aber auch nicht in dem Maße geschafft und so hat Ludwigsburg am Ende verdient gewonnen.

John Patrick (MHP RIESEN Ludwigsburg): Ich denke beide Mannschaften haben heute alles gegeben und wollten unbedingt gewinnen. Wir hatten in der zweiten Halbzeit ein bisschen Glück bei unseren Dreipunktewürfen und haben lange Zeit drei Spieler mit vier Fouls auf dem Feld gehabt, am Ende bin ich aber stolz, dass wir dieses Spiel gewinnen konnten. Speziell in der Defense haben wir in der zweiten Halbzeit sehr wichtige Dinge richtig gemacht. In weniger als 48 Stunden haben wir jetzt aber schon das nächste Do-or-Die Spiel auf dem Programm stehen, daher müssen wir unseren Fokus auf Bremerhaven richten.

Basketball Löwen Braunschweig: Gertz, Visser 10, Bogdanov, Theis n.e., Joyce 10 (6 Assists), Allen 12, Pluskota 5, Abromaitis 16 (7 Rebounds, 6 Assists), Adler, McElroy 6, Lockett 6 (4 Assists), Simon 16.

MHP RIESEN Ludwigsburg: Johnson 13, Huff 14 (6 Rebounds), Little 12, Koch, McNaughton, Flomo 6, Kennedy 18 (6 Rebounds), Stockton 10 (4 Assists), Brockman 19 (14 Rebounds).


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