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Nick Schneiders: „Fix auf den Beinen für meine Größe“

01.08.2010

Die Internetseite der University of South Carolina Upstate lobt Nick Schneiders in den höchsten Tönen. Der 2,21 Meter große Neuzugang der New Yorker Phantoms ist nicht nur bester Shotblocker in der Geschichte der Universität im Südosten der USA, sondern ihm gelang dieses Jahr auch einer der besten Abschlüsse eines Collegesportlers im Fach Grafik Design. newyorkerphantoms.de traf Schneiders zu einem ersten Interview.


Die Internetseite der University of South Carolina Upstate lobt Nick Schneiders in den höchsten Tönen. Der 2,21 Meter große Neuzugang der New Yorker Phantoms ist nicht nur bester Shotblocker in der Geschichte der Universität im Südosten der USA, sondern ihm gelang dieses Jahr auch einer der besten Abschlüsse eines Collegesportlers im Fach Grafik Design. newyorkerphantoms.de traf Schneiders zu einem ersten Interview.

newyorkerphantoms.de: Hallo Nick, herzlich willkommen in Braunschweig. Du hattest von den Ligakonkurrenten Eisbären Bremerhaven, BG Göttingen und BBC Bayreuth ebenfalls Angebote. Auch ins sonnige Spanien hättest Du wechseln können. Was gab den Ausschlag, sich für die New Yorker Phantoms zu entscheiden?
Nick Schneiders: Ich war ja vor einigen Monaten zum Probetraining hier. Ich hatte da ein sehr gutes Gespräch mit Trainer Sebastian Machowski und Sportdirektor Oliver Braun. Auf der Heimfahrt dachte ich mir: Es wäre toll, wenn es klappen würde. Mein Wunsch war es, einen langfristigen Vertrag zu unterschreiben. Nur so kann ich mich weiterentwickeln. Außerdem gefiel mir, dass man tagsüber jederzeit in die Trainingshalle (Anmerkung: Tunica-Halle) gehen kann, um beispielsweise am Wurf zu arbeiten. Und Braunschweig ist eine schöne Stadt. Ja, ich bin glücklich hier zu sein.

Du hast nicht den klassischen Weg hinter Dir. Früh anfangen, Jugendauswahlen durchlaufen etc. Erst mit 19,5 Jahren nahmst Du den Basketball das erste Mal in die Hand. Wie kam es dazu?
Wirklich eine kuriose Geschichte. Ich war mit meinen Eltern auf einer Urlaubsreise in Kalifornien und Nevada. Leute haben mich wegen meiner Größe gefragt, ob ich Basketball spielen würde. Dies musste ich verneinen. Als ich wieder in Deutschland war, wollte ich es ausprobieren. So bin ich bei DJK Rheda in der 2. Regionalliga gelandet.

Warst Du gleich erfolgreich?
Nein überhaupt nicht. Beim letzten Saisonspiel in der 2. Regionalliga durfte ich die letzten zwei Minuten aufs Feld. Das Trikot war viel zu klein, ein Korb ist mir auch nicht gelungen. Zudem waren wir in die Oberliga abgestiegen.

Wie landet man dann in den USA?
Ich wollte ein Stipendium zum Studieren an einem US-College bekommen und habe einfach mal Videos von mir verschickt. Mein Coach Eddie Payne war zufällig in Italien und Frankreich im Urlaub. Er hat sich einfach ins Auto gesetzt und ist zu uns nach Rietberg gekommen. Er hat mir das Stipendium gegeben und ich zog nach Amerika.

Wie ging es weiter?

Die Coaches haben es mit mir ganz langsam angehen lassen. Erst durfte ich gar nicht in den Kraftraum, sondern habe viel mit Medizinbällen gearbeitet und viel Zeit in der Halle verbracht. Doch ich konnte mich von Saison zu Saison steigern. Im letzten Jahr war ich ein Go-to-Guy (Anmerk.: 12,8 Punkte im Schnitt, 6,8 Rebounds und 3,0 Blocks!). Doch ich möchte mich in Braunschweig in den nächsten Jahren weiter verbessern.

Du hast ein Grafik Design-Studium nicht nur abgeschlossen, sondern warst unter den besten 15 Studenten in den USA, die auch leistungsmäßig Collegesport betreiben (Note: 3,7, beste Note: 4)…
Nach der Profikarriere möchte ich liebend gerne in diesem Beruf arbeiten. Ich mache gerne Fotos, Zeichnen liegt mir hingegen weniger. Magazincover oder Filmposter sind meine Leidenschaft.

Besonders langen Spielern eilt der Ruf voraus, sich langsamer als die anderen über das Feld zu bewegen…
Meinem Coach war es immer wichtig, dass ich auch sprinten kann. Umso mehr Druck hat die gegnerische Verteidigung. Für meine Größe bin ich fix auf den Beinen.

Wie siehst Du Deine Rolle im Team?
Ich fühle mich als Backup von Kyle Visser. Ich kenne ihn übrigens, weil die Wake Forest University nur wenige hundert Kilometer entfernt liegt. Kyle und ich werden uns im Training unter dem Korb viel buffen. Von ihm als Bundesligaroutinier kann ich noch einiges lernen. Ich hoffe natürlich, in der Bundesliga gleich Fuß zu fassen.

Apropos, was ist der Unterschied zwischen Basketball in der Beko BBL und dem in der Collegeliga?
Für einen Angriff hat man 35 Sekunden Zeit statt wie hier 24. Wenn es auf der einen Seite kein Durchkommen gibt, wandert der Ball halt über die Zone zur anderen. Und man versucht es wieder und wieder (lacht). Körperlich wird es in der Bundesliga um einiges härter zu Werke gehen. Das kann manchmal zum Boxsport werden. Aber der gefällt mir ziemlich gut.


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