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New Yorker Phantoms "Rhythm" – Leistungssport und Kreativität

05.12.2012

Sie begeistern die Zuschauer und motivieren sie, wenn‘s mal nicht so gut läuft. Aber auch wenn die Stimmung auf dem Parkett kocht, und es hoch hergeht, haben sie ihre großen Auftritte. Sowie das Signal der Auszeit ertönt, betreten sie das Feld und begeistern die Zuschauer der Volkswagen Halle mit einer Mischung aus Eleganz, Akrobatik und absoluter Körperbeherrschung.


Die Rede ist vom Dance Team New Yorker Phantoms Rhythm, das für große Begeisterung sorgt. Die Mädchen sind echte Profis. Es handelt sich bei ihnen nämlich um die Rhythmischen Sportgymnastinnen des MTV Braunschweig, die seit Jahren große Erfolge bei den Bezirks-, Landes- und Deutschen Meisterschaften feiern und auch bei Turnieren zu den Favoriten gehören.

Immer mit dabei bei den Auftritten für die New Yorker Phantoms ist Nina Anastasova, die Trainerin der Mädchen. Als wir uns an einem Samstagmorgen treffen, um beim Training reinzuschnuppern und uns mit den Mädchen zu unterhalten, ist die Stimmung gelöst – und dennoch spürt man die Disziplin, die im Team herrscht. „Wir tragen immer einheitliche Kleidung und machen uns ordentlich zurecht, auch beim Training“, betont Nina Anastasova und fügt hinzu: „Es sieht viel harmonischer aus und gibt auch noch mehr das Gefühl, eine Einheit zu sein.“ Bevor es jedoch mit dem Training so richtig losgeht, haben alle noch etwas zu lachen, als das Foto gemacht werden soll: Aufgrund der großen Altersspanne von vier bis 25 Jahren in der Gruppe ist es nicht so einfach, alle so aufzustellen, dass auch jeder zu sehen ist. Der Altersunterschied stellt aber generell kein Problem für die Mitglieder von "Rhythm" dar. Ganz im Gegenteil, die jüngeren sehen in den älteren Mädchen Vorbilder. Sie eifern ihnen nach und auch für die Älteren ist es bereichernd, die Leichtigkeit der jüngeren Tänzerinnen zu sehen und ihnen Tipps geben zu können.

Es ist auch wichtig, schon sehr früh anzufangen, erklären die Mädchen. Wer in der Rhythmischen Sportgymnastik Erfolg haben will, muss sehr beweglich und austrainiert sein. „Ich achte ganz genau darauf, dass meine Schützlinge sich vor dem Training immer gut aufwärmen und dass sie gelenkig genug sind, um sich bei den Übungen nicht zu verletzen“, macht Nina Anastasova klar. Zwar gibt es auch Naturtalente, die extrem elastisch sind und auch noch im höheren Alter mit dem Sport beginnen können, aber das kommt sehr selten vor.

„Rhythmische Sportgymnastik ist der schönste Sport, den ich mir für Mädchen vorstellen kann“, schwärmt die Trainerin und erntet für diese Aussage große Zustimmung von ihrem Dance Team. In ihrer Heimat Bulgarien ist Rhythmische Sportgymnastik so etwas wie der Nationalsport für Frauen, und der Sport hat dort ein sehr großes Renommee. Das würde sich Nina Anastasova auch für Deutschland wünschen. „Denn Rhythmische Sportgymnastik ist kein Turnen“, kommt es vehement von den Mädchen. Die Körperbeherrschung, das Rhythmusgefühl und das Selbstbewusstsein behält man sein Leben lang und es hilft einem in allen Lebenslagen – egal ob im Sportunterricht, beim Vorstellungsgespräch oder beim Feiern – berichten die Athletinnen begeistert von den Vorteilen ihrer Sportart.

Das Engagement bei den New Yorker Phantoms kam eher zufällig zustande. Bereits 2011 trat die Gruppe als Gast auf und war auch beim TOP4 in Bamberg dabei, wo sie mit viel Applaus und Lob bedacht wurden. Das war auch einer der Gründe, warum sie seit dieser Saison das offizielle Dance Team der Braunschweiger Bundesliga Basketballer sind. „Wir sind in Deutschland einzigartig. Kein Basketballverein hat ein vergleichbares Dance Team“, weiß Nina Anastasova stolz zu berichten. „Für die Mädchen ist das eine tolle Abwechslung zu den streng reglementierten Auftritten bei Turnieren. Bei den New Yorker Phantoms können wir unsere Kreativität ausleben und Neues probieren.“

Bereits bei den ersten Auftritten in der Volkswagen Halle hat die Gruppe die Latte sehr hoch gelegt. Sie wollen die Zuschauer mit immer neuen und mitreißenden Choreografien in ihren Bann ziehen und genießen den Applaus. „Man merkt so deutlich, wie schnell die Stimmung in der Halle kippen kann, wenn es mal nicht so gut läuft. Dann sehen wir es als unsere Aufgabe, die Menschen wieder zu motivieren und dem Team auf diese Weise den Rücken stärken zu können“, erklären die Mädchen.

Doch bei all der Disziplin und Ordnung, die in der Gruppe herrscht, sind es auch gerade die Momente, in denen nicht alles perfekt läuft, die alle zusammenschweißen. So erinnern sich die Mädchen mit ihrer Trainerin lachend an einen Wettkampf, bei dem eine der Keulen zerbrach, sie aber einfach weitermachten, um am Ende doch disqualifiziert zu werden. Bei einem anderen Wettkampf verrutschte kurz vor Beginn eine Kontaktlinse und Nina Anastasova musste in letzter Sekunde eine kleine „Notoperation“ durchführen. Oder das eine Mal, wo ein Mädchen seinen Turnieranzug vergessen hatte und in einem zu kleinen Ersatzanzug antreten musste. „Klar, bei uns ist vieles sehr streng und auf Perfektion aus, aber wir haben trotzdem eine Menge Spaß zusammen“, erzählt Nina Anastasova lächelnd.

Text: Charlotte Zauner


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