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New Yorker Phantoms feiern wichtigen Sieg über Berlin nach Verlängerung

09.04.2013

In einem Krimi nach Verlängerung ist den New Yorker Phantoms Braunschweig am Dienstag, 9. April, der dringend benötigte Befreiungsschlag gelungen. Mit 84:80 (37:37, 74:74) hat die Mannschaft von Cheftrainer Kostas Flevarakis vor 2416 Zuschauern in der Volkswagen Halle den Favoriten und Tabellenfünften ALBA BERLIN in die Knie gezwungen und dabei durch eine geschlossene Mannschaftsleistung überzeugt. Für die Braunschweiger Korbjäger trafen vier Spieler zweistellig. Courtney Pigram war mit 18 Punkten bester Phantoms-Punktesammler. Für die Berliner trafen Deon Thompson und Ali Traoré mit je 16 Zählern am häufigsten.


Die Gäste hatten den besseren Start in die Partie. Nach zwei Dreiern von Nihad Djedovic waren sie zuerst auf 4:9 und dann auf 6:12 weggezogen (4. Minute). Aber die New Yorker Phantoms ließen sich von diesem Beginn und der sehr guten Trefferquote der Berliner nicht beirren, sondern schlossen nach Punkten von Eric Boateng und Lubos Barton wieder zum 11:12 auf (5. Minute). Und weil sich neben Lubos Barton auch Jermaine Anderson sehr treffsicher von außen zeigte, stand es nach sieben Minuten 16:16. Doch die Berliner spielten ihre Stärken in Brettnähe aus, sammelten mehrere Offensiv-Rebounds und blieben sicher aus der Distanz (80 Prozent Dreierquote), weshalb es beim Stand von 19:25 in das zweite Viertel ging.

Hier starteten Dennis Schröder & Co. zunächst mit Volldampf durch: Nach einem Tip-In-Dunk von Nick Schneiders, verwandelte Lubos Barton einen Schnellangriff per Korbleger, ehe wieder Schneiders per Dunking zum 25:25 einnetzte (12 Minute). In den nun folgenden zwei Minuten haderten die Phantoms-Basketballer allerdings mit ihrem Abschluss und gerieten mit vier Punkten ins Hintertreffen. Doch die Flevarakis-Schützlinge blieben fokussiert, arbeiteten weiter hart in der Verteidigung und belohnten sich unter dem Jubel der Zuschauer mit einem 7:0-Lauf zum 32:29 (16. Minute). In den verbleibenden Minuten dieses Viertels kämpften die New Yorker Phantoms darum, diese knappe Führung mit in die Halbzeitpause zu nehmen und legten nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich auch wieder zwei Mal vor (35:32, 37:35). Ein trockener Mitteldistanzwurf von Ex-Phantom Heiko Schaffartzik besiegelte jedoch das 37:37 nach 20 Spielminuten.

Mit Beginn des dritten Viertels kamen beide Mannschaften gleichermaßen gut aus der Kabine, allerdings hatten die Berliner nach einem Dreier von DaShaun Wood knapp mit 41:44 die Nase vorn (23. Minute). Die Mannschaft von Kostas Flevarakis blieb aber dran, und nachdem Immanuel McElroy in der 28. Minute mit einem Dreier seine ersten Punkte in dieser Partie markierte, war das 50:50 hergestellt. Die Phantoms-Basketballer spürten, dass in diesem Spiel was für sie drin sein könnte und schraubten ihre Intensität noch einmal weiter nach oben. Während sie defensiv nach wie vor gut standen, zog Dennis Schröder immer wieder beherzt zum Korb und sammelte Punkt um Punkt für einen erneut knappen Vorsprung von drei Zählern (56:53). Ein erfolgreicher Dreier von Kapitän Nils Mittmann zum 59:53 krönte dieses starke Braunschweiger Viertel, in dem die Phantoms-Basketballer nur 16 Punkte des Gegners zuließen, aber selber 22 Zähler erzielten.

Courtney Pigram läutete den vierten Abschnitt mit einem weiteren Dreier ein (62:53). Aber die Gäste von der Spree legten jetzt defensiv zu und McElroy & Co. ließen sich davon irritieren. Sie verloren zwei Mal den Ball und ermöglichten den Berlinern damit, sich wieder auf 62:61 heranzupirschen (33. Minute). Erst ein Treffer von Jermaine Anderson von jenseits der 6,75-Meter-Linie verschaffte den New Yorker Phantoms kurzzeitig wieder etwas Luft, konnte aber nicht verhindern, dass seine Mannschaft die Führung in der 35. Spielminute wieder abgeben musste (65:68). Anders als zuletzt in Ulm geschehen, steckten die Phantoms-Basketballer dieses Mal aber nicht auf, sondern zeigten unbedingten Siegeswillen. Und so brachte Anderson sein Team wieder auf Kurs (69:68, 37. Minute), ehe sich die Partie richtig zuspitzte: Neun Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit traf ALBAs Deon Thompson zum 71:72. Kostas Flevarakis nahm eine Auszeit – und die trug Früchte! Auf Vorlage von Immanuel McElroy netzte Courtney Pigram eiskalt per Dreier zum 74:72 bei noch vier Sekunden ein. Der Sieg war greifbar nah. Und als Ali Traoré seinen Korbleger vergab, wollte schon der Jubel ausbrechen. Aber DaShaun Wood war zur Stelle, schnappte sich den Offensiv-Rebound und vollstreckte bei nur noch 0,6 Sekunden auf der Uhr zum 74:74. Verlängerung!

Die Gäste fanden zunächst besser in den finalen Abschnitt und konnten sich nach fünf Punkten in Folge auf drei Zähler absetzen (76:79). Bei den New Yorker Phantoms stockte der Offensiv-Motor in dieser Phase etwas, allerdings hielten sie die Verteidigungsintensität hoch, weshalb die Berliner auch nicht zu weiteren Punkten kamen. Stattdessen sorgten zwei Freiwürfe von Immanuel McElroy für den Anschluss. Und als Lubos Barton kurz darauf per Dreier zur 81:79-Führung traf, stand die Halle endgültig Kopf (45. Minute). Zwar versuchten die Berliner noch, den Rückstand aufzuholen, indem sie die New Yorker Phantoms an die Freiwurflinie schickten. Aber die wackelten nicht mehr, sondern brachten den wichtigen Sieg nach Hause.

Trainerstimmen zum Spiel:

Kostas Flevarakis (New Yorker Phantoms): Es war ein sehr aufregendes Spiel, in dem beide Teams die Chance hatten, zu gewinnen. Wir haben mit viel Herz gespielt und uns voll eingebracht. Dieser Sieg meiner Mannschaft gebührt noch mehr Anerkennung, wenn man bedenkt, dass wir gerade erst aus Ulm zurückgekommen sind und wenig Vorbereitung auf das Spiel hatten. Aber es scheint, als hätten wir nun einen Weg gefunden, Nanas Ausfall zu kompensieren. Darauf müssen wir in den noch verbleibenden drei Spielen aufbauen.

Sasa Obradovic (ALBA BERLIN): Braunschweig hat den Sieg heute verdient. Wir hatten Chancen zu gewinnen, haben sie aber nicht genutzt. Wir haben defensiv zu schwach agiert. Die New Yorker Phantoms haben im Laufe der Saison viele Partien knapp verloren, heute hatten sie jedoch das nötige Glück auf ihrer Seite. Irgendwann kommt das eben auch wieder zurück. Aber das ist keine Entschuldigung dafür, dass wir hier heute nicht gewonnen haben. Wir waren dieses Mal ausgeruht und haben keine Ausreden für die Niederlage. Dementsprechend bin ich sehr enttäuscht, weil es für uns wichtig gewesen wäre, zu gewinnen.

New Yorker Phantoms: Kulawick n.e., Mittmann 3, Schneiders 7 (4 Rebounds), Pigram 18 (3 Ballgewinne), Anderson 17, Boateng 11 (6 Rebounds), Sant-Roos 1, Schröder 7 (5 Assists), Land, McElroy 9 (6 Rebounds), Barton 11 (7 Rebounds).

ALBA BERLIN: Schultze, Ney n.e., Schaffartzik 5, Thompson 16 (5 Rebounds), Fülle n.e., Byars 3, Djedovic 13, Wood 13, Traoré 16, Foster 14, Idbihi.


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