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Nicolai Simon machte sein bisher bestes Spiel im Braunschweiger Trikot und kam auf 14 Punkte. Foto: Ingo Hoffmann/PartnerDesign

Nach starkem 1. Viertel aus der Spur geraten: 79:81-Niederlage im Derby

16.11.2014

Die Basketball Löwen Braunschweig haben am heutigen Sonntag, 16. November, vor 3629 Zuschauern in der Volkswagen Halle das Niedersachsenderby gegen die BG Göttingen mit 79:81 (46:41) verloren. Die Braunschweiger waren grandios in die Partie gestartet und hatten das erste Viertel deutlich mit 31:16 für sich entschieden. Doch gerieten sie ab dem zweiten Spielabschnitt zunehmend mehr aus dem Rhythmus, während die „Veilchen“ mit viel Kampf und Einsatz in das Spiel zurückfanden. Die Göttinger gingen ohne ihre angeschlagenen Leistungsträger Alex Ruoff und Khalid El-Amin zum Ende des dritten Viertels erstmals in Führung, allerdings blieb das Spiel eng und bis zum Ende hin offen. Die Entscheidung fiel erst mit der letzten Sekunde, als Trent Lockett seinen Wurf zum möglichen Sieg nicht traf. Beste Löwen-Punktesammler waren Derrick Allen mit 16 und Nicolai Simon mit 14 Zählern. Bei der BG Göttingen kam Raymar Morgan auf 20 Punkte.


Die Partie fing rasant an, mit dem besseren Start für die Basketball Löwen. Angepeitscht von einer guten Stimmung in der Volkswagen Halle fanden Kyle Visser & Co. immer wieder den direkten Weg zum Korb und lagen nach zweieinhalb Minuten mit 9:4 vorne. Aber die Veilchen konnten zunächst dranbleiben und nach einem Dreier zum 12:11 aufschließen (5. Minute). Doch im Anschluss daran wurde die Braunschweiger Verteidigung intensiver. Die BG musste jetzt für jeden Wurfversuch schwer arbeiten, während die Basketball Löwen offensiv im Rhythmus waren und sich mit einem 12:0-Lauf auf 24:11 absetzen konnten (8. Minute). Und das Braunschweiger Offensivfeuerwerk in diesem ersten Viertel war damit noch nicht beendet: Trent Lockett und Kollegen spielten wie aus einem Guss, nutzten ihre Dominanz unter den Körben aus und bauten den Vorsprung auf 31:16 nach zehn Minuten aus.

Die folgende kurze Viertelpause war den Basketball Löwen allerdings nicht gut bekommen. Sie agierten jetzt fahrig, während die Gäste die Räume unter den Körben jetzt besser zu machten und einen 7:0-Lauf zum 31:23 einstreuten (12. Minute). Ein Mitteldistanzwurf von Immanuel McElroy unterbrach diesen Lauf und sorgte für die ersten Löwen-Zähler in diesem zweiten Viertel. Allerdings fand sein Team nicht zum Spiel der ersten zehn Minuten zurück. Die Göttinger hingegen waren merklich wacher und verkürzten weiter bis auf 33:31 (16. Minute). Raoul Korner nahm daraufhin bereits seine zweite Auszeit in diesem Spielabschnitt und auf die ließ Immanuel McElroy einen wichtigen Dreier folgen (36:31). Die Partie war jetzt aber packend und eng. Und in dieser kribbeligen Phase war es erneut Braunschweigs Routinier McElroy, der per Dreier zur Stelle war und für das 43:46 sorgte. Und obwohl sein Team dieses Viertel verloren hatte, blieb es bis zur Halbzeit mit 46:41 in Führung.

Die Basketball Löwen fanden zurück auf dem Parkett zwar schnell wieder in ihren Offensiv-Rhythmus: Dru Joyce und Kyle Visser waren zur Stelle und erzielten das 50:45. Aber gleiches galt auch für die Gäste, die jetzt auch noch auf ihren angeschlagenen Spielmacher El-Amin verzichten mussten, aber nach einem Dreier wieder auf 50:48 dran waren (23. Minute). Das Korner-Team konnte sich nach einigen Stopps und einem Ballgewinn plus Dunking von Maurice Pluskota in der Folge wieder auf 56:48 absetzen. Aber die Veilchen ließen sich nicht abschütteln. Ganz im Gegenteil: Sie kamen erneut zurück und gingen zum Viertelende mit 60:61 in Führung, auch weil die Löwen-Defensive an Aggressivität verlor und offensiv wenig fallen wollte.

Im letzten Viertel liefen die Löwen Basketballer minutenlang einem kleinen Rückstand hinterher, ehe Nicolai Simon von der Freiwurflinie die knappe 66:65-Führung zurückholte (35. Minute). Und er war es auch, der wenig später per Dreier das 69:67 erzielte. Aber das Spiel blieb weiterhin eng. Drei Minuten vor dem Ende lagen die Braunschweiger Korbjäger mit drei Zählern in Führung, als Göttingens Coach Johan Roijakkers zur Auszeit rief. Sein Team machte das 73:72 und wenig später griff auch Raoul Korner zu diesem taktischen Mittel. Auf einen erfolgreichen Göttinger Angriff traf Dru Joyce einen Freiwurf zum 74:74, bei noch einer Minute Spielzeit. Die Spannung war kaum auszuhalten. Und es sollte auch bis zum letzten Angriff ein Krimi bleiben. Die Gäste lagen mit 79:81 vorne, als die Basketball Löwen bei noch acht verbleibenden Sekunden auf der Uhr den Ball hatten. Dru Joyce, der kurz vorher noch einen Dreier zum 79:80 versenkt hatte, spielte Trent Lockett frei. Der nahm mit der letzten Sekunde den Distanzwurf, verfehlte aber das Ziel. Und damit stand die Niederlage fest.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Wir haben das Spiel so begonnen, wie wir es wollten. Das erste Viertel spricht mit 31:16 für uns eine deutliche Sprache. Ab dem zweiten Viertel war dann aber alles weg. Wir hatten eine Aufstellung auf dem Parkett, die nicht funktioniert hat und das muss ich auf meine Kappe nehmen. Indiskutabel ist allerdings, dass wir uns davon nicht erholt haben. Wir stehen im zweiten, dritten und letzten Viertel neben der Spur und haben keine Aggressivität mehr gefunden. Wir sind ein Team und als Team war das heute nicht genug. Wir haben selber zu viele Fehler gemacht und Göttingen wurde immer stärker. Wir haben das Spiel komplett aus der Hand gegeben und werden viel von dieser heutigen Niederlage aufarbeiten müssen. Abschließend tut es mir leid für die Fans, die heute zahlreich erschienen waren, und die letzten Viertel nicht verdient hatten.

Johan Roijakkers (BG Göttingen): Wir hatten zu Beginn keine einfache Phase. Braunschweig war stark in der Offensive und aggressiv in der Defensive. Aber wir hatten nur sieben Spieler, daher war es für uns recht einfach zu spielen. Man rotiert viel, wechselt nach zwei Minuten aus, lässt einfach spielen und hat auch nicht viel zu verlieren. Ich freue mich aber sehr für mein Team, das toll gekämpft hat und ich denke, dass wir den Sieg verdient haben.

Basketball Löwen Braunschweig: Gertz, Johnson n.e., Visser 7 (5 Rebounds), Theis n.e., Joyce 12 (8 Assists), Allen 16, Pluskota 2 (5 Rebounds), Abromaitis 2, Adler, McElroy 13, Lockett 13 (8 Rebounds), Simon 14.

BG Göttingen: Kulawick 11, Morgan 20 (5 Rebounds), Spohr 5, Onwuegbuzee n.e., Godbold 12, de Mello 10, Kamp 3, Njei 6, El-Amin 5 (4 Assists), Sprung, Boykin 9 (5 Rebounds), Ruoff n.e..


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