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„Man(n) steht eher auf“

22.08.2011

„Kaffee, Cappuccino oder Espresso?“ Nils Mittmanns Cappuccino aus dem silbernen original italienischen Espressoautomat schmeckt so lecker wie in einer neapolitanischen Trattoria. Der gebürtige Braunschweiger räumt schnell noch ein Buch und die geliebte Tageszeitung vom Holztisch.


„Kaffee, Cappuccino oder Espresso?“ Nils Mittmanns Cappuccino aus dem silbernen original italienischen Espressoautomat schmeckt so lecker wie in einer neapolitanischen Trattoria. Der gebürtige Braunschweiger räumt schnell noch ein Buch und die geliebte Tageszeitung vom Holztisch. Auf dem Balkon seiner stilvoll eingerichteten 140 Quadratmeter umfassenden Wohnung, mit freiem Blick auf den Bürgerpark, berichtet der seit mittlerweile zehn Jahren in der Beko BBL aktive Profi mit viel Scharfsinn über sein Leben abseits des Basketballfeldes. „Es kann losgehen, was wollt Ihr wissen?“, fragt der 32-jährige Kapitän der New Yorker Phantoms mit dem bekannt schelmischen Lächeln.

Na zum Beispiel, wie der Kapitän der New Yorker Phantoms seine Zeit verbringt, wenn er den geliebten orangenen Lederball nicht in den Händen hält…
Nils Mittmann: Ihr habt es bereits gesehen. Ich liebe es, ein gutes Buch zu lesen. Zum Beispiel Werke des amerikanischen Schriftstellers Hunter S. Thompson. Aber ich lese auch die großen deutschen Literaten wie Thomas Mann. Vor anderthalb Jahren entdeckte ich das Tennisspielen für mich. Ich blicke ja von hier aus direkt auf das Tennisgelände des BTHC, natürlich verfolge ich auch die großen Turniere im Fernsehen. Es macht einfach riesigen Spaß, den Sport an der frischen Luft auszuüben.

Euer Sohn ist jetzt knapp über ein Jahr alt. Setzt man die Prioritäten als treusorgender Familienvater anders als früher?
Nils Mittmann: Alleine wegen der hohen Verantwortung, die man als Familienvater hat, verschieben sich die Schwerpunkte im Leben. Man muss sich vorstellen: Ein kleiner Mensch ist hundertprozentig auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen. Der Lebensrhythmus hat sich geändert, man steht eher auf. Aber das neue Leben ist was absolut Schönes. Positiv empfinde ich auch: Man weiß wieder Dinge zu schätzen, die man früher als selbstverständlich angesehen hat.

Über hundert Quadratmeter Wohnfläche mit Kaminofen, großer Balkon, Blick ins Grüne und Innenstadtnähe. Ihr könntet es auf das Titelblatt eines dieser beliebten Hochglanz-Magazine zum Thema schönes Wohnen bringen…
Nils Mittmann (lacht): Ja, ich gebe es zu: ein schönes Wohndomizil ist mir extrem wichtig. Unsere Wohnung ist der Ort, an dem wir uns zurückziehen und Kraft tanken. Wir fühlen uns in den eigenen vier Wände richtig ‚heimelich‘, wie man im Schwäbischen sagt.“

Euren Sommerurlaub habt ihr in Südtirol verbracht. Bist Du ein bekennender Naturliebhaber oder warum fiel die Wahl auf die Berge im Norden Italiens?
Nils Mittmann: Ich liebe schöne Landschaften. Außerdem haben Caroline und ich in Bozen geheiratet. Von meinen Ulmer Schweigereltern liegt Südtirol lediglich 3,5 Stunden Fahrzeit entfernt. Ich bin viel gewandert und geklettert. In Südtirol herrscht besseres Wetter als in Braunschweig. Und dort gibt es herrlich klare Seen. Und super Essen. Die Menschen sind extrem freundlich – eine rundum angenehme Gegend.

Wer hat bei Euch zuhause die Kochmütze auf?
Nils Mittmann: Wir kochen beide gerne. Meine Spezialität ist Pasta. Aber wenn man ein kleines Kind hat, schafft man es selten, in Ruhe zu Kochen oder zu Essen…

Der Regisseur Sönke Wortmann lässt in seinem Film „Kleine Haie“ einen der Hauptdarsteller sagen: „Meine Mutter sagt, ich soll eine Banklehre in Braunschweig machen.“ Du bist in Braunschweig geboren und aufgewachsen. Vertrittst Du auch die Meinung, in Braunschweig herrscht Langeweile?
Nils Mittmann: Nein, dem muss ich widersprechen. Die Größe der Stadt und die Lebensqualität sind perfekt. Man kommt fußläufig oder mit dem Fahrrad überall schnell hin. Und es gibt sehr viele Parks und grüne Erholungsinseln (blickt über die Balkonbrüstung). Von hier aus ist man aber auch schnell in Berlin oder Hamburg. Ich weiß natürlich, dass den Braunschweigern nachgesagt wird, dass sie, anders als zum Beispiel die Kölner, beim ersten Kennenlernen nicht die herzlichsten seien. Ich glaube aber, dass man mit den Löwenstädtern sehr gut auskommen kann.

Viele Basketballfans wissen, dass Du außer in Braunschweig in Ulm, Würzburg und Ludwigsburg gespielt hast. Jetzt musst Du uns aber noch mal die Geschichte erzählen, wie Du zum Basketball gekommen bist…
Nils Mittmann: 1994 nahm ich das erste Mal am traditionsreichen Herbstcamp der SG FT/MTV Braunschwieg in der Sporthalle Alte Waage teil. Damals war ich bereits 15 Jahre alt. Vorher kannte ich nur die damals sehr beliebten Streetball-Turniere, bei denen man Drei gegen Drei spielte. Liviu Calin (Anmerk.: heute Co-Trainer der New Yorker Phantoms und Chefcoach der Spot Up Medien Baskets (Pro B)) kam zu mir und fragte mich, ob ich nicht zur B-Jugend der SG kommen möchte. Ab da war ich nicht nur dabei, sondern Liviu hat auch viel Individualtraining mit mir gemacht. Ihm habe ich viel zu verdanken.

Würdest Du Dich freuen, wenn Dein Sohn Luis-Emil in Deine Fußstapfen treten würde?
Nils Mittmann: Er kann später machen, was er möchte. Wenn er Lust hat Trompete zu spielen, dann soll er doch. Es gibt so viel anderes Interessantes auf der Welt, als Basketball zu spielen.

Hast Du schon Pläne für die Zeit nach Deiner Basketballkarriere?
Nils Mittmann: Oh ja, sehr viele! Aber die werde ich Euch heute noch nicht verraten…“

Fünf weitere Fragen an Nils Mittmann - den Filmspot findet Ihr hier



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