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Unter dem Korb hatten die Löwen ab dem zweiten Viertel zunehmend die Kontrolle. Zum Sieg gereicht hat es nicht.

Löwen verlieren Playoff-Entscheidungsspiel in Göttingen

24.04.2015

Der Playoff-Traum ist vorbei. Die Basketball Löwen Braunschweig haben am heutigen Freitag (24. April) mit 77:67 (39:34) im Entscheidungsspiel bei der BG Göttingen verloren und keine Chancen mehr auf das Erreichen der Playoffs. Die Mannschaft von Löwen-Trainer Raoul Korner startete schlecht ins Spiel und geriet mit bis zu 18 Punkten in Rückstand. Doch über eine Energieleistung und deutlich gesteigerte Intensität kämpften sich die Braunschweiger zurück und gingen im dritten Viertel sogar in Führung. Die konnten sie bis zur 35. Minute halten, ehe dann kein einziger Wurf mehr durch die Reuse fallen wollte und die „Veilchen“ wieder vorbeizogen. Bester Löwen-Akteur war der überragende Derrick Allen mit 20 Punkten. Für die BG war Raymar Morgan mit 18 Zählern am erfolgreichsten.


Beide Teams starteten mit guten Verteidigungssequenzen ins Spiel, weshalb die ersten Angriffe fehlschlugen. Doch nach drei Zählern von Trent Lockett lockerte sich der Offensivknoten, aber vornehmlich bei den „Veilchen“. Die waren über ihre beweglichen Big Men unter dem Korb erfolgreich, wodurch die Basketball Löwen nach einem zusätzlichen Göttinger Dreier mit 8:3 in Rückstand gerieten (3. Minute). Das Korner-Team fand zu diesem Zeitpunkt kaum ein Durchkommen gegen die gegnerische Verteidigung und verlor drei Mal in Serie den Ball. Das nutzten die treffsicheren Hausherren zum 15:5 und Raoul Korner nahm eine Auszeit. Doch es blieb zunächst dabei: Während die Löwen ihren Rhythmus suchten, sich aber hinzukommend ein Ball nach dem anderen herausdrehte und sie schlecht beim Rebound zugriffen, flutschte es bei der BG. Mehr als vier Minuten blieben Dru Joyce & Co. ohne Punkte, ehe Tim Abromaitis den siebten Braunschweiger Zähler erzielte (21:7, 8. Minute). In das zweite Viertel ging es beim Stand von 27:11.

Hier erwischten die Basketball Löwen den besseren Start. Sie übten jetzt deutlich mehr Verteidigungsdruck aus, bewegten sich besser, kämpften um jeden Ball und zogen mit mehr Biss zum Korb. Die Folge: Ein 7:0-Lauf zum 27:18 (14. Minute). Jetzt war das Spiel auf Intensitätsstufe 180 angekommen. Beide Teams drückten aufs Tempo und schenkten sich rein gar nichts. Die Löwen arbeiteten nun in allen Bereichen entschlossener als zuvor. Ein Inbegriff dessen war Maurice Pluskota, der in diesem Viertel sechs Rebounds einsammelte. Zudem lief Trent Lockett heiß: Der Löwen-Guard erzielte Punkt um Punkt und führte sein Team auf 33:25 heran. Die Löwen witterten nun ihre Chance und bissen sich richtig in die Partie. Immer wieder fanden sie nun auch den agilen und griffigen Derrick Allen, der die Löwen im Verbund mit Trent Lockett zum 39:34 nach 20 Spielminuten heranführte.

Ein Dunking von Maurice Pluskota zeigte auch zu Beginn des dritten Viertels, dass die Löwen-Basketballer richtig im Spiel angekommen waren. Und es war mehr als das. Die Braunschweiger hatten die Partie jetzt nahezu im Griff. Sie standen defensiv gut und fanden offensiv die Lücken. Und als Derrick Allen nach einem Ballgewinn einnetzte, stand es plötzlich 43:42 (24. Minute). Der Lärmpegel in der Sparkassen-Arena war jetzt unfassbar hoch. Ein gellendes Pfeifkonzert der sich durch die Schiedsrichter benachteiligt fühlenden BG-Fans und Anfeuerungsrufe der etwa 200 Löwen-Anhänger wechselten sich ab. Doch überstimmte der Jubel der Braunschweiger alles, als Derrick Allen die erste Führung für sein Team erzielte (45:46, 25. Minute). Und weil die Löwen-Basketballer nun auch das Spiel unter dem Korb dominierten, blieben sie weiterhin vorne. Sie setzten sich Stück für Stück ab und zogen bis auf sechs Punkte davon (49:55, 28. Minute). Zwar wurde es bis zum Viertelende wieder enger, doch blieben die Löwen mit 54:57 in Führung.

Der nicht zu stoppende Derrick Allen markierte die ersten Zähler im letzten Viertel, aber die Göttinger blieben dran. Bis auf einen Zähler verkürzte die BG nach einem Dreier (63:64, 34. Minute), die Löwen blieben aber trotz der feurigen Stimmung konzentriert. Tim Abromaitis markierte drei Punkte in Folge zum 63:67 und BG-Coach Johan Roijakkers nahm eine Auszeit. Für beide Teams war Punkten jetzt schwierig und jeder Wurf musste sich mühsam erarbeitet werden. Doch zeigte Göttingens Godbold sein heißes Händchen von draußen. Er traf zwei Dreier in Folge und warf die Braunschweiger damit wieder ins Hintertreffen (69:67, 37. Minute). Nach einer weiteren Auszeit durch Raoul Korner hatte sein Team mehrfach die Chance, wieder auszugleichen. Doch wollte der Ball nicht durch die Reuse fallen. In den letzten sechs Minuten gelangen den Löwen keine Punkte mehr, wodurch die bittere Niederlage in diesem Playoff-“Do-or-die“-Spiel besiegelt war.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Zunächst Glückwunsch an Johan und sein Team zu einem hart umkämpften aber am Ende hoch verdienten Sieg. Wir sind sehr verhalten in das Spiel gestartet, haben überhaupt nicht unseren Rhythmus gefunden. Im ersten Viertel standen wir komplett neben unseren Schuhen. Als wir mit Minus 16 ins zweite Viertel gingen, haben wir die Ruhe bewahrt und wieder einmal Charakter gezeigt, in dem wir uns davon nicht haben verunsichern lassen. Schritt für Schritt haben wir uns in die Partie hinein gekämpft. Wir sind mit einem guten Gefühl in die Halbzeit gegangen, wissend, dass das Momentum auf unserer Seite war. Dieses Momentum konnten wir mit ins dritte Viertel nehmen und hatten dann einen Knackpunkt. Als wir mit sechs Punkten in Führung lagen und zwei Mal die Möglichkeit hatten das Spiel für uns zu entscheiden, haben wir dies liegen gelassen. Die Göttinger haben sich anschließend ins Spiel zurück gekämpft und Fahrt aufgenommen. Wir konnten diese Blutung nicht mehr stoppen. Am Ende war es ein 14:0-Run der Göttinger, die damit verdient gewinnen. Ich möchte hier noch einmal meine Hochachtung vor Johan und der gesamten Organisation des Vereins aussprechen. Sich als Aufsteiger so stark zu präsentieren, ist eine Bereicherung für die gesamte Liga. Ich hoffe, dass ihr die Playoffs noch schafft. Ich drücke euch ganz fest die Daumen.

Johan Roijakkers (BG Göttingen): Danke für die Glückwünsche! Wir hatten einen sehr guten Start, haben physisch gespielt und unseren Rhythmus gefunden. Wir haben den Ball im ersten Viertel sehr gut bewegt. Die Braunschweiger haben anschließend viel physischer gespielt, da haben wir uns sehr schwer getan. Am Ende hatte ich Angst, dass wir nicht genug Kraft und Energie haben werden. Wir hatten keine Time Outs mehr und ich konnte nur auf wenige Spieler zurückgreifen, die heute eine starke Partie gemacht hatten. Aber dann war da David Godbold. Er hat heute nicht gut gespielt, doch im wichtigen Moment trifft er in diesem Spiel die zwei Dreier. Ich habe mit ihm zwei Titel geholt und man muss ihn immer auf dem Spielfeld haben, weil er die Big Shots trifft. Dann hatten wir wieder die Energie bekommen, die uns physischer spielen lies. Nicht nur David Godbold hat heute das Spiel gewonnen, sondern auch Khalid El-Amin. In der Offensive war er heute nicht so stark, aber er hat Dru Joyce ausgeschaltet. Das war sehr wichtig! Ein Topspieler wie Khalid El-Amin versteht, wie man eine Mannschaft schlagen kann. Er wusste, dass er heute in der Defensive besonders hart arbeiten musste und das hat er getan. Genau das ist er. Er ist der beste „Big-Time-Player“, den ich je gecoacht habe und wohl der größte, der hier in Göttingen war – doch vor allem ist er ein Teamplayer!

Basketball Löwen Braunschweig: Gertz, Visser 9, Bogdanov n.e., Theis n.e., Joyce 2 (5 Assists), Allen 20 (6 Rebounds), Pluskota 4 (9 Rebounds), Abromaitis 13 (6 Rebounds), Adler, McElroy 4 (4 Assists), Lockett 11 (6 Assists), Simon 4.

BG Göttingen: Kulawick 3, Ruoff 13 (6 Rebounds, 5 Assists), Morgan 18 (7 Rebounds), Spohr, Onwuegbuzie, Godbold 9, Bahiense de Mello 2 (6 Rebounds), Kamp 16 (5 Rebounds), Njei, Boakye n.e., El-Amin 8 (4 Assists), Boykin 8.


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