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Raoul Korner und sein Löwen-Team behielten in Bayreuth die Oberhand.

Löwen erkämpfen sich wichtigen 61:71-Sieg bei medi bayreuth

19.04.2015

Die Basketball Löwen Braunschweig haben ihr Auswärts-Doppelpack mit einem Sieg beendet. Nur 1,5 Tage nach der schmerzhaften Niederlage bei den MHP RIESEN Ludwigsburg hat das Löwen-Team von Raoul Korner mit 61:71 (31:27) bei medi bayreuth gewonnen und sich damit die Playoff-Chancen erhalten. Dabei liefen die Braunschweiger über längere Zeit einem Rückstand hinterher, drückten dem Spiel in der zweiten Halbzeit aber immer mehr ihren Stempel auf und konnten die Partie so dann auch drehen. Im letzten Viertel gestatteten die Basketball Löwen den Gastgebern nur noch zwölf Punkte und zogen zeitweise bis auf 17 Punkte davon. Für die Löwen war Dru Joyce mit 16 Zählern bester Punktesammler, bei medi bayreuth kam Brandon Bowman auf 18 Punkte.


Obwohl die Basketball Löwen erst am Freitag bei den MHP RIESEN Ludwigsburg gespielt und wenig Zeit zum Verschnaufen hatten, fingen sie engagiert an. Sie suchten in den Anfangsminuten immer wieder Center Kyle Visser, der zum 3:6 einnetzte (3. Minute). Für das erste Highlight sorgte jedoch Trent Lockett, der nach mustergültigem Pass von Immanuel McElroy per Alley-Oop den Ball durch die Reuse stopfte. Aber die Löwen kamen nicht von den Gastgebern weg, auch weil sie Chancen liegenließen und der Ball hin und wieder durch die Finger rutschte. Und weil die Bayreuther zudem mehrmals zu unbedrängt aus der Mitteldistanz erfolgreich waren, geriet das Korner-Team in Rückstand. Ein 3er-Buzzer der Hausherren mit Ablauf der Spieluhr stellte letztlich das 18:12 nach zehn Spielminuten her.

Den ersten Zähler im zweiten Viertel markierte Kyle Visser per Freiwurf. Wie schon im ersten Spielabschnitt waren die Löwen vor allem dann erfolgreich, wenn sie den Ball direkt unter den Korb zu den Big Men brachten. Zumal sowohl aus der Mitteldistanz wie auch vom Perimeter wenig bis gar nichts ging. Und so war es dann auch Maurice Pluskota, der mit entschlossenen Aktionen und Zug zum Korb auf 20:18 verkürzte (15. Minute). Dru Joyce & Co. hätten auch den Ausgleich erzielen können, verschenkten allerdings zwei Freiwürfe, auf die der Gegner postwendend mit einem Dreier zum 23:18 antwortete. Die Löwen blieben aber auf Tauchfühlung und waren nach Abromaitis-Punkten bis auf einen Zähler dran (25:24, 18. Minute). Doch schien medi bayreuth in vielen Aktionen einen Schritt schneller, ein kleines bisschen griffiger in der Verteidigung und konnte sich dadurch wieder etwas absetzen. In die Halbzeit ging es für das Korner-Team mit einem Rückstand von 31:27.

Immanuel McElroy eröffnete das dritte Viertel mit einem verwandelten Mitteldistanzwurf und nur wenig später war Tim Abromaitis zum 31:31-Ausgleich zur Stelle. Die Löwen-Basketballer zeigten starken Einsatz, schnappten sich Offensiv-Rebounds und warfen sich Bällen hinterher. Allerdings hatten sie nach wie vor nicht das nötige Fortune bei ihren Würfen und gerieten dadurch immer wieder leicht ins Hintertreffen (35:31, 40:36). In dieser Phase fand aber Tim Abromaitis sein Gefühl für den Wurf, netzte zwei Dreier ein und brachte sein Team wieder ganz nah heran. Und als Derrick Allen dann ebenfalls traf, war sie da: die 40:41-Führung (27. Minute). Von langer Dauer war die allerdings nicht, weil darauf drei Angriffe ohne Korberfolg folgten und medi bayreuth dies zum 46:41 nutzte. Doch trumpfte nun Nicolai Simon an alter Wirkungsstätte auf. Der Löwen-Guard erzielte sieben Punkte in Folge und seine letzten beiden Zähler bedeuteten das 49:49 zum Viertelende.

Nicolai Simon blieb auch im letzten Spielabschnitt heiß und netzte prompt einen weiteren Dreier zum 49:52 ein. Jetzt witterten die Basketball Löwen ihre Chancen, sich weiter abzusetzen. Die Ausgangsbasis dafür war eine aggressivere Verteidigung, die Stopps erwirkte und am offensiven Ende dann für Punkte sorgte. Bis auf 49:57 zog das Korner-Team in einer jetzt sehr physischen Partie weg (35. Minute), die Gastgeber waren bis hierhin ohne Punkte geblieben. Die Löwen hatten zwar auch schon die Teamfoul-Grenze erreicht, und sowohl Kyle Visser wie auch Maurice Pluskota waren mit vier Fouls belastet. Doch änderte dies nichts daran, dass sie ihren Vorsprung beständig ausbauen konnten. Dru Joyce besorgte die erste zweistellige Führung in dieser Partie (49:59) und medi bayreuth schien dem zu diesem Zeitpunkt nichts mehr entgegenzusetzen zu haben. Die Hausherren erzielten ihren ersten Punkt nach mehr als sieben Minuten, kamen danach aber noch einmal ins Laufen. Obwohl das Korner-Team zwischenzeitlich bereits mit 17 Zählern (50:67) vorne gelegen hatten, schlossen sie bis auf 61:67 auf (40. Minute). Der Löwen-Sieg war aber trotzdem in trockenen Tüchern.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Man muss medi bayreuth und Mike Koch ein Kompliment machen. Sie haben uns in dieser schwierigen Situation das Leben extrem schwer gemacht. Wir wussten, dass wir nach der schmerzhaften Niederlage in Ludwigsburg vor einem schwierigen Spiel stehen - ungeachtet der personellen Situation des Gegners. Zum einen aus körperlichen Gründen, zum anderen aus mentalen Gründen. Wir haben ein Viertel gebraucht, um uns in die Partie hinein zu kämpfen. Wir haben die Konsequenzen in der Defensive zunächst vermissen lassen, die wir uns als Marschrichtung gegeben haben. Dadurch lang medi bayreuth lange in Führung. Ab Mitte des zweiten Viertels haben wir das in Griff bekommen und gewusst, dass die Zeit unser Freund war und wir nur darauf warten mussten, dass Bayreuth die Puste ausbleibt. Das war dann im vierten Viertel der Fall. Hier haben wir noch einmal defensiv angezogen und über sieben Minuten keinen Korb zugelassen. Glückwunsch an meine Mannschaft, die sich in einer nicht einfachen Situation in die Partie hineingebissen und einen wichtigen Sieg geholt hat.

Michael Koch (medi bayreuth): Glückwunsch an Raoul und Braunschweig zum verdienten Sieg. Ich bin trotzdem stolz auf mein Team. Wir haben mehr oder weniger mit sechs Mann gespielt, Simon Schmitz und Bryan Bailey haben quasi nur auf einem Bein gestanden. Raoul hat das sehr gut analysiert. Zuerst konnten wir die Energie und das Herz aufs Feld werfen, alles in die Waagschale werfen. Aber je länger das Spiel dauerte desto schlauer wurde Braunschweig. Sie haben gemerkt dass Bailey nicht mehr kann und ihn attackiert. Dru Joyce hat das sehr clever gemacht. Bei Simon Schmitz war das ähnlich. Im dritten und vor allem vierten Viertel sind uns dann die Felle davon geschwommen, weil wir einfach nicht mehr genug Tiefe in der Bank hatten. Wir haben am Ende noch einen kleinen Lauf gehabt, aber in der Höhe dann auch verdient verloren. Nach einer Woche, in der wir im Training nur sechs oder sieben Spieler hatten, hat die Mannschaft dennoch Leidenschaft und Engagement gezeigt! Das wollen unsere Fans auch sehen. Dass es nicht für mehr gereicht hat, lag auch an der Qualität der Braunschweiger.

Basketball Löwen Braunschweig: Gertz, Visser 9 (7 Rebounds), Bogdanov, Theis, Joyce 16 (7 Assists), Allen 4, Pluskota 6, Abromaitis 10, Adler, McElroy 10 (5 Rebounds), Lockett 6 (8 Rebounds), Simon 10.

medi bayreuth: Palyza 10, Durant n.e., Bailey 6, Bowman 18 (5 Rebounds), Zeis, Schmitz 3, Heyden 9, Foster 12 (5 Rebounds), Burrell 3, Johannes n.e..


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