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Tyrone Nash war mit 18 Punkten zweitbester Löwen-Punktesammler. Zum Sieg reichte seine gute Leistung dennoch nicht. Foto: Ingo Hoffmann

Löwen dominieren drei Viertel, verlieren aber nach Verlängerung

11.10.2015

Drei Viertel lang waren die Basketball Löwen Braunschweig die eindeutig bessere Mannschaft auf dem Parkett. Drei Viertel lang bestimmten sie das Spielgeschehen und führten zwischenzeitlich bereits völlig verdient mit 20 Punkten gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg. Doch aufgrund einer schwachen Defensivleistung im vierten Spielabschnitt und einer insgesamt zu deutlichen Rebound-Unterlegenheit (27/54) kamen die Gäste wieder heran und erzielten vier Sekunden vor dem Ende sogar den Ausgleich. In der Verlängerung fanden die Löwen nicht mehr zurück ins Spiel und mussten sich schlussendlich am heutigen Sonntag, 11. Oktober, mit 96:103 (57:42) vor 2732 Zuschauern in der Volkswagen Halle geschlagen geben. Für die Braunschweiger Korbjäger war Nicolai Simon mit 19 Zählern bester Punktesammler. Bei den MHP RIESEN Ludwigsburg kam Jon Brockman auf ein Double-Double von 18 Punkten und zwölf Rebounds.


Wie es zu erwarten war, suchten beide Mannschaften von Beginn an ihre Center: Kenny Frease und sein Gegenüber Jon Brockman lieferten sich ein Duell unter dem Korb und waren dabei erfolgreich. Ein krachender Dunking vom Löwen-Center bedeutete das 9:6 nach gut zwei Minuten. Zwar musste Kenny Frease mit zwei Fouls belastet dann erst einmal vom Parkett. Aber mit guter Defensivarbeit und schnellem Umschalten in den Angriff baute das Korner-Team seine Führung weiter aus: Nach einem „Floater“ von Nicolai Simon stand es 17:7 (5. Minute). Die Löwen-Basketballer bewegten den Ball in der Offensive gut und trafen bei sehr hoher Quote aus dem Feld (87 Prozent). In das zweite Viertel ging es dementsprechend verdient mit 31:23.

Mit fünf Punkten von Keaton Grant in Folge starteten die Löwen in die zweiten zehn Minuten. Und der Braunschweiger Guard blieb heiß, versenkte wenig später einen Mitteldistanzwurf zum 40:28. Das Korner-Team hatte die Partie vollkommen im Griff. Und als Kenny Frease mit einem Zuckerpass Nicolai Simon unter dem Korb bediente, ging ein Raunen durch die Volkswagen Halle. Die Löwen waren zwischenzeitlich bis auf 16 Punkte davongezogen (46:30, 15. Minute) und gaben den Takt in dieser Partie an. Daran hatte auch Kenny Frease einen enormen Anteil, der nicht nur mit tollem Passspiel sondern auch als Punktesammler überzeugte: Er hatte die letzten sieben Zähler in diesem Viertel zum 57:42-Halbzeitstand erzielt.

Es dauerte nur eine Minute im dritten Viertel, bis MHP RIESEN-Coach John Patrick eine Auszeit nahm. Der Grund: Die Löwen hatten schnelle fünf Punkte erzielt und waren auf 62:42 enteilt. Anschließend kamen die Gäste bis auf 14 Zähler heran, aber auch nicht näher. Zwar fielen bei den Löwen die Körbe jetzt nicht mehr so spielerisch leicht, wie in der ersten Halbzeit. Aber sie kontrollierten nach wie vor die Partie und lagen nach einem Tip-In von Cornelius Adler wieder mit 68:50 in Führung (26. Minute). Bis zum Ende dieses Viertels ließen die Löwen-Basketballer nichts mehr anbrennen und behaupteten einen deutlichen 16-Punkte-Vorsprung (74:58), mit dem es in die letzten zehn Minuten ging.

Ein unsportliches Foul der Löwen brachte die Gäste im letzten Viertel zurück ins Spiel. Sie kamen bis auf 75:66 heran (32. Minute) und das Korner-Team wurde fahrig in seinen Aktionen. Der Löwen-Coach nahm eine Auszeit. Danach erzielten die Löwen um Nicolai Simon fünf wichtige Punkte, die wieder etwas Luft verschafften. Aber die MHP RIESEN – jetzt ohne ihren ausgefoulten Topscorer Jon Brockman – waren defensiv nun wesentlich aggressiver, dominierten immer mehr unter dem Korb und witterten nach zwei Dreiern ihre Chance (82:74, 36. Minute). Nach seinem vierten Ballgewinn in dieser Partie stellte Keaton Grant wieder einen zweistelligen Vorsprung her. Doch es war jetzt kribbelig – die Gäste waren 1:30 Minuten vor Spielende auf 88:84 dran. Und dann wurde es schier unglaublich: Bei noch vier Sekunden auf der Uhr und drei Punkten Führung für die Löwen drückte RIESEN-Guard Shakur vom Perimeter ab und traf – Verlängerung!

Hier hatten die Gäste das Momentum auf ihrer Seite. Bei den Löwen fielen jetzt selbst die Freiwürfe nicht mehr, während die MHP RIESEN mit Jason Boone unter dem Korb wie schon im vierten Viertel zu leichtes Spiel hatten. Das Korner-Team geriet mit 93:98 ins Hintertreffen (42. Minute). Zwar kämpften Derek Needham & Co., aber die Würfe, die vorher noch so hochprozentig gefallen waren, wollten jetzt nicht mehr durch die Reuse rutschen. Und so verloren die Löwen schlussendlich mit 96:103.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): John Patrick wird dieses Geschenk gerne mitnehmen, denn nichts anderes war es. Wir haben das Spiel drei Viertel lang beherrscht und dominiert – trotz unserer deutlichen Rebound-Unterlegenheit. Aber wir haben es in den letzten sieben Minuten nicht mehr geschafft, Ludwigsburg zu stoppen. Sie haben Kenny Frease im Pick-and-Roll attackiert und wir haben es nicht verstanden, den Weg zum Korb zu zumachen. Hinzukommend haben wir zu diesem Zeitpunkt keine Stopps mehr erzwungen, wir haben defensiv an allen Enden in den letzten Minuten versagt. Das ist auch der Grund, weshalb es so knapp wurde. Wir haben drei Viertel unseren besten Basketball gespielt, den Ball hervorragend bewegt und den freien Mann gefunden. Durch unsere Defensive im letzten Viertel haben wir uns das alles zunichte gemacht. Da war es geradezu symptomatisch, dass wir zum Schluss nicht foulen, obwohl das angesagt war und Shakur dann den Dreier trifft. Wir müssen das Spiel jetzt abhaken und wissen, auf welchem Niveau wir spielen können. Das nehmen wir an Positivem mit.

John Patrick (MHP RIESEN Ludwigsburg): Ich bin sehr stolz darüber, dass wir diesen Sieg geholt haben. Braunschweig war klar die bessere Mannschaft, vor allem im ersten Viertel. Wir haben uns aber trotz des miserablen Anfangs zurück in das Spiel gekämpft. Am Ende haben wir einen glücklichen Mannschaftssieg errungen. Glück hatten wir in zweierlei Hinsicht. Einmal war es unser Glück, dass wir die Rebounds dominiert haben. Zum anderen hatten wir Glück, dass Mustafa Shakur den Dreier kurz vor dem Spielende trifft.

Die Viertel im Überblick: 31:23, 26:19, 17:16, 18:34, 4:11.

Basketball Löwen Braunschweig: Gertz n.e., Nash 18 (4 Assists), Bogdanov n.e., Theis, Needham 16 (5 Rebounds, 4 Assists), Stevens 7, Grant 17 (4 Assists, 4 Ballgewinne), Amaize n.e., Gasser 2, Adler 3, Simon 19, Frease 14.

MHP RIESEN Ludwigsburg: McCray 2, Munoz 10, Huff 3, Armbrust n.e., Trice 14 (5 Rebounds, 9 Assists), McNaughton, Waleskowski 10, Boone 15 (12 Rebounds), Shakur 13, Cotton 14 (5 Assists), Loesing 4, Brockman 18 (12 Rebounds).

Boxscore zur Partie


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