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LaMarr Greer: „Ein Typ, der sein Selbstbewusstsein nicht verliert“

25.02.2012

Laut Trainer Sebastian Machowski gibt er dem Spiel die nötige Kontrolle. Für Philipp Köchling ist er auf und abseits des Spielfeldes kaum zu ersetzen. Er selber sieht sich zusammen mit Nils Mittmann als „middle guy“, die Verbindung zwischen Trainerstab und Mannschaft: LaMarr Greer ist nach seiner Verletzungspause wieder zurück und äußerte sich in einem unterhaltsamen Gespräch über den derzeitigen Druck, seine Fitness und die kommende Partie gegen die Walter Tigers Tübingen (Tip-Off: Sonntag, 17 Uhr).


Laut Trainer Sebastian Machowski gibt er dem Spiel die nötige Kontrolle. Für Philipp Köchling ist er auf und abseits des Spielfeldes kaum zu ersetzen. Er selber sieht sich zusammen mit Nils Mittmann als „middle guy“, die Verbindung zwischen Trainerstab und Mannschaft: LaMarr Greer ist nach seiner Verletzungspause wieder zurück und äußerte sich in einem unterhaltsamen Gespräch über den derzeitigen Druck, seine Fitness und die kommende Partie gegen die Walter Tigers Tübingen (Tip-Off: Sonntag, 17 Uhr).

LaMarr, nachdem Du mehrere Wochen aufgrund von Rückenbeschwerden aussetzen musstest, hast Du Dich erstmalig im Pokalviertelfinale gegen Berlin wieder zurückgemeldet. Wie geht es Dir und wie fit bist Du wieder?
LaMarr Greer: Ich fühle mich gut und habe keine Beschwerden mehr. Im Moment versuche ich, so schnell wie möglich wieder an meine 100 Prozent zu kommen und dafür trainiere ich sehr hart. Aktuell stehe ich vermutlich bei 80 Prozent – aber die Coaches tun alles dafür, dass ich bald wieder da bin, wo ich vorher auch war (lacht).

Wie meinst Du das – „die Coaches tun alles dafür“?
LaMarr Greer: Als ich nach der Verletzungspause erstmalig wieder im Training war, haben sie mich gleich hart rangenommen und mich ohne Ende laufen lassen. Sie pushen mich und behandeln mich wie einen Jungspund. Aber das finde ich toll, und es macht mir sehr viel Spaß so behandelt zu werden, schließlich bin ich ja auch noch jung! 

In Würzburg wirkte das gesamte Team ausgelaugt, was sich unter anderem in einer schlechten Wurfquote äußerte. Du hattest am Ende sogar null von sieben Wurfversuchen in Deiner Statistik stehen. Wie gehst Du mit so einem schlechten Wurftag um?
LaMarr Greer: Es gibt Tage, an denen weder bei dir noch im Team etwas klappen will. Aber wenn dem so ist, dann versuche ich nicht viel darüber nachzudenken, sondern glaube daran, den nächsten Wurf versenken zu können. Ich bin ein Typ, der sein Selbstbewusstsein nicht verliert. Denn wenn du einmal anfängst, an dir zu zweifeln, wird dein Wurf nur noch schlechter. Und deshalb bleibe ich positiv, egal wie schlecht ein Spiel läuft.

Das Team hat jetzt vier Ligaspiele in Folge verloren. Inwiefern beeinflusst das die Mannschaft? Spürt Ihr mehr Druck?
LaMarr Greer: Jeder reagiert unterschiedlich auf so eine Situation. Insgesamt betrachtet hat die Mannschaft natürlich ein wenig Selbstvertrauen eingebüßt hat und wird etwas nervös. Aber das ist normal, erst recht, wenn man zwei Spiele wie gegen Bremerhaven und Frankfurt derart knapp verliert. Wir müssen jetzt einen Weg zu unserer alten Stärke finden und Rich, Igor (Milosevic) und mich in das Spiel integrieren. Da kann das nächste Spiel schon sehr hilfreich sein. Und was den Druck anbelangt... Ich persönlich mag das. Ich liebe es, wenn ich in fremden Hallen spiele und 12.000 gegnerische Fans buhen. Das spornt mich nur noch mehr an. Dazu gehört auch diese Phase der Saison. Das ist doch genau der Grund, warum wir Basketball spielen und diesen Sport so lieben. Wir wollen den Wettbewerb, Anspannung, all das, was Basketball ausmacht. Ich weiß: viele mögen denken, dass diese Einstellung verrückt ist. Aber das macht nichts, mir sagt ohnehin jeder, dass ich verrückt bin. (lacht)

Du erwähntest, dass Igor Milosevic schnellst möglich integriert werden muss. Was hast Du für einen Eindruck von Deinem neuen Kollegen?
LaMarr Greer: Igor ist ein sehr guter Spieler, der trotz seines jungen Alters schon viel Erfahrung sammeln konnte und in sehr starken Mannschaften gespielt hat. Allerdings darf man nicht den Fehler machen und gleich zu viel von ihm erwarten. Denn für Igor ist es sicherlich nicht einfach, zu so einem späten Zeitpunkt in der Saison in eine neue Mannschaft zu stoßen, die sich bereits sehr gut kennt und ihre Chemie gefunden hat. Und genau deshalb müssen wir alle für seine schnelle Integration arbeiten.

Kommen wir zum Pokal. Ihr habt Euch zum zweiten Mal in Folge für das Top Four qualifiziert. Dich dürfte das persönlich besonders freuen, denn Du hast da ja noch eine Rechnung offen...
LaMarr Greer: Zunächst einmal ist es für die Mannschaft sehr wichtig, dass wir uns erneut qualifizieren konnten und somit eine zweite Chance bekommen, den Pokal zu holen. Was mich persönlich anbelangt, ist mein Ehrgeiz natürlich riesig, dieses Mal als Sieger den Court zu verlassen. Sollte uns das gelingen wäre das eine Genugtuung für mich, und ihr könnt euch sicher sein, dass ich dann wochenlang mit einem breiten Grinsen rumlaufen werde.

Bis es zum Pokalwochenende kommt stehen allerdings noch wichtige Ligapartien an. Eins davon wartet morgen gegen die Walter Tigers Tübingen (17:00 Uhr) auf Euch. Was verraten Dir Deine Erinnerungen an das Hinspiel? 
LaMarr Greer: Um ehrlich zu sein konnte ich mich gar nicht mehr daran erinnern. Co-Trainer Philipp Köchling hat mir ein wenig auf die Sprünge geholfen, und in dem Moment wusste ich auch wieder, weshalb ich dieses Spiel wohl verdrängt hatte. Die Erinnerungen tun auf jeden Fall weh...

Was wird Euer Schüssel sein, um das Spiel dieses Mal zu gewinnen und mit positiven Erinnerungen aus der Partie zu gehen?
LaMarr Greer: Wir müssen uns fokussiert präsentieren und eine deutlich bessere Defensivleistung abrufen. Wir wissen, weshalb wir im Hinspiel verloren haben und werden dieses Mal um so vorbereiteter sein. Natürlich ist uns klar, dass Tübingen nach dem Sieg gegen Oldenburg mit viel Selbstvertrauen anreisen wird. Aber das spielt keine Rolle. Wir müssen uns auf uns konzentrieren, unser Spiel machen und dann erwarte ich auch einen Sieg von uns!

Vielen Dank LaMarr!

Interview: Fabienne Buhl


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