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Kyle Visser - In der Ruhe liegt die Kraft

16.11.2007

Ein grauer, regnerischer Freitagnachmittag. Das Rebound-Team macht sich auf den Weg zum nächsten Einsatz – mit einigen Hindernissen. Die Innenstadt bis hin zur Hamburger Straße ist vollgestopft mit Autos, es dauert eine Ewigkeit, bis wir den Stau hinter uns gelassen haben. Schließlich sind wir am Ziel, in einer ruhigen Gegend nah am Braunschweiger Stadtrand. Nach einer kurzen Suche ist auch das richtige Haus gefunden. Wir haben uns mit Kyle Visser zum Interview verabredet – aber es wird kein gewöhnliches Interview. Außer den üblichen Fragen im Gepäck haben wir auch einen ziemlichen Hunger mitgebracht. Denn heute wird zusammen mit dem Center der NewYorker Phantoms gekocht. Was genau auf den Tisch kommt, wissen wir zunächst noch nicht. Natürlich sind wir nicht ohne ein kleines Geschenk für den freundlichen


Ein grauer, regnerischer Freitagnachmittag. Das Rebound-Team macht sich

auf den Weg zum nächsten Einsatz – mit einigen Hindernissen. Die

Innenstadt bis hin zur Hamburger Straße ist vollgestopft mit Autos, es

dauert eine Ewigkeit, bis wir den Stau hinter uns gelassen haben.

Schließlich sind wir am Ziel, in einer ruhigen Gegend nah am

Braunschweiger Stadtrand. Nach einer kurzen Suche ist auch das richtige

Haus gefunden. Wir haben uns mit Kyle Visser zum Interview verabredet –

aber es wird kein gewöhnliches Interview. Außer den üblichen Fragen im

Gepäck haben wir auch einen ziemlichen Hunger mitgebracht. Denn heute

wird zusammen mit dem Center der NewYorker Phantoms gekocht. Was genau

auf den Tisch kommt, wissen wir zunächst noch nicht. Natürlich sind wir nicht ohne ein kleines Geschenk für den freundlichen

Gastgeber gekommen. Passend zum Anlass bekommt Kyle eine riesige

Kochschürze, die er gleich anprobiert. In der Küche vor dem Herd werden

die ersten Fotos gemacht. „Ich glaube meine Mutter wird ziemlich stolz

auf mich sein, wenn sie diese Bilder sieht. Als ich noch zu Hause

gewohnt habe, hat sie jeden Tag für uns gekocht. Sie wird sich freuen,

dass ich einige ihrer Rezepte gelernt habe.“, erzählt der 22-Jährige.

Geboren und aufgewachsen in einem Vorort der Stadt Grand Rapids in

Michigan, verbrachte Kyle, das jüngste von fünf Kindern in seiner

Familie, „eine glückliche und unbeschwerte Kindheit. Nur mit meinem

älteren Bruder gab es häufiger Stress. Wenn unsere Eltern nicht da

waren oder gerade nicht hingeschaut haben, hat er mir gezeigt, wer der

Boss ist. Aber mittlerweile sind wir beide erwachsen und kommen bestens

miteinander aus.

So

leicht wie damals würde er mich heute sowieso nicht mehr in die Finger

kriegen“, sagt Kyle und lacht. Groß zu sein hat eben manchmal seine

Vorteile, besonders aber im Basketball. Das wurde Kyle im Alter von 10

Jahren bewusst, als er mit seiner ersten sportlichen Leidenschaft –

Fußball, aufhörte, und mit dem Basketballspielen anfing. „Mein Ziel war

es, in einer Sportart richtig gut zu sein. Und als ich immer weiter

gewachsen bin, blieb für mich irgendwann nur noch Basketball übrig“,

erzählt er, während er Kartoffeln in kleine Stücke schneidet und sie in

den Kochtopf wirft. Denn heute gibt es Kartoffelauflauf auf

Saure-Sahne-Creme mit Käse überbacken – eines der Lieblingsgerichte von

Kyle. Während die Kartoffeln etwa 15 Minuten lang vor sich hin kochen,

erzählt Kyle über seine Zeit am College in Wake Forrest. Bewusst

entschied er sich, nach dem Highschool-Abschluss Michigan den Rücken zu

kehren – nicht zuletzt wegen des Wetters.

„In Michigan ist es sechs Monate im Jahr so kalt, dass man ständig

friert. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr darauf. Die sportliche

Perspektive in Wake Forrest war sehr gut für mich, und da das Wetter

auch stimmte, war die Entscheidung schnell klar.“ Eine Entscheidung,

die Kyle nicht bereute. „Die vier College-Jahre waren für mich die

schönste Zeit meines Lebens. Am College erlebt man jeden Tag etwas

Neues und Aufregendes, lernt viel dazu und findet Freunde fürs Leben.“

Vor allem sportlich hat sich Kyle in Wake Forrest enorm

weiterentwickeln können. In seinem Abschlussjahr war er einer der

besten Spieler seines Teams und ein heißer Kandidat für die anstehende

NBA-Draft. Doch obwohl er bei mehreren NBA-Teams vorgespielt hat, wurde

er am Ende nicht genommen. „Natürlich war das im ersten Moment eine

Enttäuschung für mich, aber meinen Traum von der NBA habe ich deswegen

bei Weitem noch nicht abgehakt.“

(Text: Anna Naydorf)

 


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