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Kostas Flevarakis: „Ich gebe alles für den Basketball“

05.07.2012

Entspannt wirkt Kostas Flevarakis, als wir ihn antreffen. Obwohl der neue Trainer der New Yorker Phantoms nach seiner Ankunft am Wochenende gerade jetzt viel zu tun hat und neben der Spielerakquise auch schon in das Training eingestiegen ist, nahm er sich die Zeit für ein Gespräch mit newyorkerphantoms.de.


Entspannt wirkt Kostas Flevarakis, als wir ihn antreffen. Obwohl der neue Trainer der New Yorker Phantoms nach seiner Ankunft am Wochenende gerade jetzt viel zu tun hat und neben der Spielerakquise auch schon in das Training eingestiegen ist, nahm er sich die Zeit für ein Gespräch mit newyorkerphantoms.de.

Sie sind seit dem letzten Wochenende in Braunschweig. Wie geht es Ihnen? Konnten Sie sich schon etwas einleben?

Kostas Flevarakis: Es geht mir gut und ich bin bereit, richtig loszulegen (lacht). Braunschweig macht es mir auch einfach, mich einzuleben. Die Stadt ist nicht so groß und ruhiger als Athen. Meine Wege sind dadurch nicht so weit und ich kann jetzt schon sagen, dass mir Braunschweig gut gefällt.

Loslegen ist das richtige Stichwort. Die New Yorker Phantoms haben in den letzten drei Jahren die Playoffs erreicht und konnten sich auch zwei Mal in Folge für das Beko BBL TOP FOUR qualifizieren. Spüren Sie durch diese Erfolge einen besonderen Druck?

Kostas Flevarakis: Nein, ich spüre nicht mehr Druck als sonst. Es ist doch klar, dass der Verein erfolgreich sein möchte. Und für mich gehört dieser Anspruch eines Vereins zum Beruf. Unser Ziel wird erst einmal sein, ein wettbewerbsfähiges Team zusammenzustellen und dann sehen wir, wie sich alles entwickelt. Denn wir werden auch Zeit brauchen. Aber eins ist sicher: Niemand kann mehr Druck auf mich ausüben, als ich es selber tue. Denn zu siegen ist auch mein Anspruch.

Apropos Teamzusammenstellung. Präferieren Sie eine Mannschaft, die sich aus Spielern unterschiedlicher Nationen zusammensetzt – ein sogenanntes „Multikulti“-Team?

Kostas Flevarakis: Ehrlich gesagt, kommt es mir nicht darauf an, ob ein Spieler aus Serbien, Italien, Griechenland oder den USA kommt. Das Wichtigste ist, dass es Spieler sind, die mannschaftsdienlich agieren und gut verteidigen. Zudem müssen sie auch gute Charaktere sein, die in unser Schema und in unser Team passen. Wenn sie dann auch noch europäische Erfahrung besitzen, um so besser. Aber grundsätzlich gilt, dass sie in unserem Budget liegen müssen.

Welchen Spielertyp bevorzugen Sie? Den Kämpfer, den intelligenten Spieler oder den mit guten Wurffähigkeiten?

Kostas Flevarakis: Der Idealfall ist natürlich, wenn man von allem etwas im Team hat. Man braucht die Kämpfer und ich mag solche Spielertypen sehr gerne. Denn sie zeigen, dass sie mit dem Herzen dabei sind und bereit sind, alles für das Team zu geben. So wie ich auch. Aber im Endeffekt macht es die richtige Mischung, die zur Qualität der Mannschaft beitragen wird.

Können Sie sich vorstellen, Spieler mit nach Braunschweig zu bringen, die bereits unter Ihnen gespielt haben?

Kostas Flevarakis: Natürlich ist das eine Idee. Aber auch hier gilt, was derzeit generell gilt: die preislichen Vorstellungen der Agenten müssen mit unseren übereinstimmen, damit so etwas überhaupt passieren kann. Ausschließen kann ich nicht, dass so etwas geschieht. Bestätigen aber auch nicht. 

Sie können auch auf tolle Erfolge zurückblicken. So gewannen Sie mit PAOK Thessaloniki den Pokal und feierten in der Euroleague trotz deutlich niedrigeren Budgets Siege gegen Teams wie Maccabi Tel Aviv oder Real Madrid. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Kostas Flevarakis: Das ist schwer zu sagen. Aber ich glaube, mein Erfolg resultiert daraus, dass ich Basketball einfach liebe. Ich bin bereit, dafür alles zu geben und diesen Sport zu leben. Ich bin ja auch sehr früh Trainer geworden. Und es war schon als Spieler mein Ziel, irgendwann Trainer zu werden. Wenn man etwas so sehr will, dann macht man es glaub ich auch gut. Hinzu kommt, dass ich mich immer zu 100 Prozent mit meinem Verein identifiziere. Ich bin ein Fan von dem Verein, für den ich arbeite. Ich liebe jeden, der in diesem Verein arbeitet, aber auch jeden, der Fan von diesem Verein ist oder ihm nahe steht. Vielleicht ist das mein Erfolgsrezept...

Zu einem Fan-Dasein gehören Leidenschaft und Emotionen. Wie sind Sie als Trainer?

Kostas Flevarakis: Ich glaube, ich bin eher emotional. Aber es kommt auch immer auf die Situation an. Ich kann richtig sauer werden, wenn ich sehe, dass meine Mannschaft nicht alles gibt. Wenn sich das Team jedoch bemüht, aber dennoch verliert, dann werde ich nicht wütend oder emotional werden. Grundsätzlich ist es so, dass ich meine Emotionen den Spielverläufen anpasse und man kann ja auch nicht immer gleich sein.

Sie sind bekannt dafür, junge Talente zu fördern. Wie sehen Sie die Rolle von Daniel Theis und Dennis Schröder in der neuen Saison?

Kostas Flevarakis: Mein Ziel ist es, sie besser als in der letzten Saison zu machen. Dazu gehört aber auch, dass sie das wollen und mitziehen. Wenn sie gut trainieren, die Mannschaft fordern und ihr helfen, dann bekommen sie eine aktive Rolle im Team. Generell gilt für mich aber, dass ich junge Spieler nicht für eine Saison weiterentwickeln möchte. Ihre Ausbildung sehe ich als Investition in die Zukunft, denn wir möchten mit ihnen etwas aufbauen. 

Letzte Frage: Worauf freuen Sie sich in der neuen Saison?

Kostas Flevarakis: Ich freue mich auf die Fans und eine gute Verbindung zu ihnen. Sie sind wichtig und die Mannschaft braucht sie. Und ich bin gespannt darauf, noch mehr von Braunschweig und seinen Menschen zu erfahren. Ich mag die Mentalität der Menschen hier und habe bereits sehr viel Gefallen an Braunschweig gefunden. Vor allem, weil die Wege zwischen meiner Wohnung und der Trainingshalle nicht so weit sind (lacht). Zudem freue ich mich auf die neue Herausforderung, als Trainer in Deutschland und auch auf die Herausforderung, der sich die Mannschaft stellen muss.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg.  


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