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In den letzten fünf Minuten das Spiel verloren

21.12.2013

Die New Yorker Phantoms Braunschweig haben die Gelegenheit verpasst, den 4202 Zuschauern am Samstagabend in der Volkswagen Halle noch einen Sieg als Weihnachtsgeschenk mit auf den Heimweg zu geben. Im letzten Heimspiel des Jahres 2013 unterlagen sie knapp mit 66:70 (42:35) gegen die EWE Baskets Oldenburg. Dabei hatten die Braunschweiger Bundesliga-Basketballer die Partie lange Zeit kontrolliert und sieben Minuten vor Spielende noch mit zwölf Zählern geführt. Allerdings verloren sie dann offensiv den Kopf und dadurch auch das Spiel. Beste Phantoms-Punktesammler waren Kyle Visser mit 20 und Kenny Kadji mit 14 Zählern. Bei den Gästen, bei denen Julius Jenkins aufgrund einer Rippenprellung nur drei Minuten spielte, stachen Nemanja Aleksandrov mit 18 und Rickey Paulding mit 15 Punkten hervor.


Die Braunschweiger Korbjäger erwischten einen holperigen Start in die Partie und lagen schnell mit 2:11 zurück (3. Minute). Nachdem sie die ersten beiden Punkte in der ersten Spielminute erzielt hatten, vergingen vier weitere Minuten, ehe die Zähler drei und vier nach einem Schnellangriff durch Immanuel McElroy folgten. Dieser Korberfolg hatte offensichtlich die Wirkung eines Wachmachers, denn Kyle Visser und James Florence legten prompt zum 8:11 nach (6. Minute). Defensiv standen die New Yorker Phantoms jetzt deutlich besser als noch zu Beginn und konnten den EWE Baskets deshalb auch einige Male den Ball abluchsen. Und weil sie auch immer wieder erfolgreich Kyle Visser unter dem Korb fanden und Kenny Kadji wichtige Impulse von der Bank brachte, hatten sie in der 10. Minute zum 16:16 ausgeglichen.

Die Phantoms-Basketballer nahmen ihr kleines Momentum mit ins zweite Viertel und markierten fünf Punkte in Folge zur 21:16-Führung. Auszeit Oldenburg. Sebastian Machowksi wechselte jetzt auch erstmalig den frischen Neuzugang Philipp Neumann ein, der sich sogleich mit zwei Punkten einfügte (21:18, 12. Minute). Aber Visser & Co. behielten die Nase weiterhin vorne. Sie spielten ihre Angriffe geduldig aus, gaben den Gästen im Gegenzug wenig Raum für ihre Würfe und führten daher nach etwa 14 gespielten Minuten verdient mit 28:20. Und auch wenn die Oldenburger zwischenzeitlich wieder bis auf drei Zähler herangekommen waren (33:30, 16. Minute), so behielten die New Yorker Phantoms weiterhin die Ruhe und waren das spielbestimmende Team. Nach vier Punkten in Serie des stark auftrumpfenden Kyle Vissers und einem versenkten Dreier von Immanuel McElroy stand es 40:30 (19. Minute). Von dieser zweistelligen Phantoms-Führung konnten die Gäste nur noch minimal etwas abknabbern. Beim Stand von 42:35 ging es in die Halbzeitpause.

Die ersten Punkte im dritten Viertel gehörten den EWE Baskets, aber die Braunschweiger Korbjäger legten sogleich nach. Allerdings sollten Korberfolge in diesem Spielabschnitt eher Mangelware bleiben – auf beiden Seiten. Nach fünf gespielten Minuten hatten Florence und Kollegen sechs Zähler markiert, die Gäste derer vier (48:39). Die Defensive beider Mannschaften verlangte der jeweilig anderen viel Arbeit ab. Es gab selten offene Würfe und die Partie war recht intensiv. Aber die Mannschaft von Phantoms-Headcoach Raoul Korner stemmte sich erfolgreich gegen die griffiger werdenden Gäste und beendete dieses Viertel mit einer Neun-Punkte-Führung beim Stand von 54:45.

Die New Yorker Phantoms konnten ihren Vorsprung im vierten Spielabschnitt zunächst weiterhin behaupten und ihn auch wieder in den zweistelligen Bereich ausbauen. Nach einem technischen Foul gegen die Oldenburger Bank setzten sich die Braunschweiger Korbjäger auf 62:50 ab (34. Minute). Die Gäste waren aber sehr bemüht, sich gegen die drohende Niederlage zu wehren. Und weil Swann & Co. plötzlich offensiv völlig aus der Spur geraten waren, konnten die Oldenburger sich wieder heranarbeiten. Und viel mehr noch: Während bei den Phantoms-Basketballern kein Ball mehr durch die Reuse fallen wollte, legten die EWE Baskets einen 15:0-Lauf zum 62:65 hin (38. Minute). Isaiah Swann war es vorbehalten, nach sechsminütiger Durststrecke von der Freiwurflinie zwei Punkte für sein Team zu erzielen – und jetzt war es richtig spannend. Die New Yorker Phantoms schickten die Oldenburger in der nur noch wenig verbleibenden Zeit an die Freiwurflinie, und hier vergab Dru Joyce auch einen Wurf. Aber James Florence traf im darauf folgenden Angriff nicht und die weiteren Freiwurfschützen der Gäste gaben sich keine Blöße mehr. Damit war die knappe 66:70-Niederlage besiegelt.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (New Yorker Phantoms Braunschweig): Glückwunsch an Oldenburg zum Sieg. Wir haben das Spiel 35 Minuten lang kontrolliert, ich möchte sogar sagen dominiert. Wir haben den Gegner vor allem auch defensiv in Schach gehalten und das bedeutet einen deutlichen Fortschritt für uns. In den letzten fünf Minuten haben wir aber den Kopf verloren und sind wie ein Kartenhaus zerfallen. Wir haben dabei das Weihnachtsgeschenk verpackt und Richtung Oldenburg verschickt, aber vor allem auch in den letzten fünf Minuten gesehen, wo unsere Probleme liegen.

Sebastian Machowski (EWE Baskets Oldenburg): Ich bin sehr glücklich und erleichtert. Wir haben in der zweiten Halbzeit eine deutliche Leistungssteigerung gezeigt und die war auch nötig. Wir hatten einen sehr guten Start, und es sah auch nach einem guten Rhythmus aus. Aber dieses Gefühl war schnell wieder weg. Wir sind bis in das letzte Viertel einem Rückstand hinterher gelaufen und sahen wie die Verlierer aus. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment für diese Leistungssteigerung aussprechen und dafür, dass wir dieses Spiel noch gedreht haben. Vor allem unsere Verteidigungsarbeit in der zweiten Halbzeit war sehr stark, da haben wir insgesamt nur 24 Punkte zugelassen. Meine Unzufriedenheit kann man anhand der Punkte von Kyle Visser ablesen. Wir haben unter dem Korb mit zu wenig Aggressivität gespielt und das müssen wir schnell ändern, wenn wir weiterhin oben mitspielen wollen.

New Yorker Phantoms: Swann 10, Kulawick, Zazai 2, Visser 20, Florence 8 (4 Assists), Doornekamp 2, Johnson n.e., Pluskota, Wessels n.e., McElroy 10 (6 Rebounds), Bogdanov n.e., Kadji 14 (6 Rebounds).

EWE Baskets Oldenburg: Kramer 6, Bahiense de Mello 5, Joyce 7, Wysocki 2, Smit n.e., Jenkins, Paulding 15 (6 Rebounds), Freese, Aleksandrov 18, Neumann 9, Crosariol 8 (6 Rebounds).


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