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„Ich erwarte eine Serie mit vielen tollen Spielen“

10.05.2012

Bereits zum dritten Mal in Folge haben die New Yorker Phantoms Braunschweig den Playoffeinzug perfekt gemacht. Sogar vorzeitig. Statt dem Double-Gewinner Brose Baskets oder dem deutschen Serienmeister ALBA BERLIN wartet mit dem Überraschungsteam ratiopharm ulm ebenfalls ein Schwergewicht auf unsere Basketballprofis. Nicht nur Basketballexperten sind der festen Überzeugung, Ulm sei die lösbarere Aufgabe als Bamberg oder Berlin. Ob Phantoms-Sportdirektor und Geschäftsführer Oliver Braun dies genauso sieht, erfahren die Fans im Interview vor dem zweiten Playoffspiel und zugleich erstem Heimspiel der Braunschweiger in der Serie Best-of-Five.


Bereits zum dritten Mal in Folge haben die New Yorker Phantoms Braunschweig den Playoffeinzug perfekt gemacht. Sogar vorzeitig. Statt dem Double-Gewinner Brose Baskets oder dem deutschen Serienmeister ALBA BERLIN wartet mit dem Überraschungsteam ratiopharm ulm ebenfalls ein Schwergewicht auf unsere Basketballprofis. Nicht nur Basketballexperten sind der festen Überzeugung, Ulm sei die lösbarere Aufgabe als Bamberg oder Berlin. Ob Phantoms-Sportdirektor und Geschäftsführer Oliver Braun dies genauso sieht, erfahren die Fans im Interview vor dem zweiten Playoffspiel und zugleich erstem Heimspiel der Braunschweiger in der Serie Best-of-Five.

Hallo Oliver, Ihr habt eine stringente sportliche Weiterentwicklung hinter Euch. Zum dritten Mal in Folge die Playoffs erreicht, dies gelang zuvor keinem Braunschweiger Erstligateam. Eine ehrliche Antwort: Hast Du mal geglaubt, das Saisonziel dieses Mal nicht zu erreichen?
Oliver Braun: Als nach der Hinrunde gleich mehrere unserer Guards verletzungsbedingt ausfielen, hatte ich wirklich Sorge, dass wir unsere Ziele nicht erreichen. Drei Spieler ersetzt man nicht so einfach. Von Ende Januar bis Mitte Februar hatten wir bekanntlich eine Durststrecke, die Playoff-Teilnahme stand schon fast auf der Kippe. Aber Hut ab vor der Mannschaft, die die Minikrise bravourös bewältigt hat. Und glücklicherweise konnten wir dank der Hilfe unserer Sponsoren mit Michael Umeh und Igor Milosevic Spieler nachverpflichten.

In der Vergangenheit gab es Stars wie Marcus Goree oder einen Publikumsliebling wie Heiko Schaffartzik im Team. Wie kann man solche Charaktere ersetzen beziehungsweise was war eure Philosophie, die Ihr verfolgt habt, um die Playoffs zu erreichen?
Oliver Braun: Natürlich war es schwierig, einen Marcus Goree, Heiko Schaffartzik aber auch Brandon Thomas zu ersetzen. Alle sind ausgezeichnete Basketballer, die Spiele im Alleingang entscheiden können. In dieser Saison sollte es anders sein: Der Star war die Mannschaft. Wir haben fünf Spieler, die mehr als zehn Punkte pro Spiel machen. Die Verantwortung ist auf viele Schultern verteilt. Wir waren und sind so nicht leicht auszurechnen.

Euer Viertelfinalgegner heißt ratiopharm ulm – trotz Platz zwei in der regulären Spielzeit ein „Playoff-Frischling“. Den Brose Baskets und ALBA BERLIN seid Ihr durch Erreichen von Platz sieben aus dem Weg gegangen. Ist Ulm für Dich so etwas wie ein Erstrunden-Wunschgegner?
Oliver Braun: Natürlich ist es besser, Bamberg in der ersten Runde aus dem Weg zu gehen. Dies ist mit Platz sieben geglückt. Aber ein Lieblingsgegner ist auch Ulm nicht, da braucht man sich nur an unser erstes Playoffspiel am Samstag in Ulm erinnern oder an deren jüngstes Spiel gegen Würzburg, das sie mit fast 30 Punkten gewonnen hatten. Ich habe großen Respekt vor der Ulmer Mannschaft. Ulm ist der Favorit. Aber unser Vorteil kann die größere Playoff-Erfahrung und der tiefe Kader sein. Vielleicht zahlt sich dies ja am Ende aus. Ich erwarte eine Serie mit vielen tollen Spielen für die Fans beider Lager.

Da könnten doch Erinnerungen wach werden an die Spielzeit 2009/10, als der damals amtierende Meister und Favorit EWE Baskets Oldenburg aus dem Playoffwettbewerb gekickt wurde…
Oliver Braun (schmunzelt): Ich würde mir natürlich wünschen, dass sich das „Frühjahrsmärchen“ wiederholt. In den Playoffs ist alles möglich! Entschuldigung für die Floskel. Man schaue sich nur die erste Viertelfinalpartie Brose Baskets gegen die Telekom Baskets Bonn an…

Die erste Partie auswärts ging leider mit 101:79 an ratiopharm ulm. Was hat sich als Stärke Eures Gegners herauskristallisiert?
Oliver Braun: Ulm verfügt über eine sehr gute Teambalance. Mit John Bryant und Isaiah Swann gibt es zwei Leader. Aber auch jeder andere Spieler im Team ist für das Gesamtgefüge wichtig und spielt eine gewichtige Rolle. Ich wiederhole mich, aber es stimmt. Ulm ist eine sehr gute Mannschaft – besonders zuhause.

Statt auf einem bequemen Sitzplatz mit Übersicht findet man Dich bei jedem Heimspiel im nordöstlichen Tunnel der Volkswagen Halle, also vor der Umkleidekabine der New Yorker Phantoms, an. Warum gerade dort?
Oliver Braun: Zum einen bin ich nah bei den Fans, habe immer ein Ohr für sie und kann auch gleich mit Ihnen kommunizieren. Zum anderen kann ich von dort aus das Spiel analysieren und ich habe Blickkontakt zur Mannschaftsbank. Hinzu kommt noch, dass ich innerlich emotional mitspiele und gar nicht still sitzen könnte.

Blicken wir in die nahe Zukunft. In der kommenden Saison gibt es in der Beko BBL die 6-und-6-Regel. Es dürfen immer nur sechs ausländische Spieler auflaufen. Wird die Quotenerhöhung den Beko BBL-Klubs und der Deutschen Nationalmannschaft kurz- oder langfristig weiterhelfen?
Oliver Braun: Ich gehörte zu den ersten Klubverantwortlichen, die die 6-und-6-Regel forderten. Ich bin davon überzeugt, dass sie eine gute Investition in die Zukunft des Deutschen Basketballs ist, die sich in Sachen Nationalmannschaft, Identifikation, Ausbildung etc. auszahlen wird!

Mit Dennis Schröder und Daniel Theis habt Ihr bereits zwei sehr gute junge Talente im Kader, die sich im Saisonverlauf enorm weiterentwickelt haben und fester Bestandteil der Rotation sind. Wie sieht ihre Zukunft in Braunschweig aus?
Oliver Braun: Der Plan ist, dass Dennis und Daniel auch in der kommenden Saison viel Verantwortung übernehmen. Wir hoffen, dass sich die Spielzeit für beide kontinuierlich erhöht. Aber: Sie müssen sich bewusst sein, dass sie hart an Kopf und Körper sowie fürs Team arbeiten müssen, wenn sie ein Leistungsträger in der 1. Bundesliga werden wollen. Sportlich wird es nicht so einfach wie dieses Jahr für die beiden, da auch die Gegner sie jetzt kennen.

Eine private Frage zum Abschluss: Was macht ein Basketball-Sportdirektor in der kurzen Sommerpause?
Oliver Braun: Ein wenig Urlaub mit der Familie muss sein, um die Akkus wieder aufzuladen. Danach geht es daran, mit dem Coach den Kader für die Saison 2012/13 zusammen zustellen und Sponsorengespräche zu führen. Dazu gilt es, weiter die Strukturen zu verbessern.

Wir bedanken uns für das Interview!


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