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I. McElroy: „Ich muss insgesamt mehr als Leader auftreten“

27.01.2012

Immanuel McElroy weilt nunmehr seit einem halben Jahr in Braunschweig. Dabei hat sich bestätigt, was viele hofften: Er ist Mr. Defense und Mr. Zuverlässig. IMac ist da, wenn er gebraucht wird. Da dies aufgrund der aktuellen Verletzungsmisere mehr denn je der Fall ist, hat newyorkerphantoms.de ihn vor dem Spiel am morgigen Samstag gegen Bamberg (Tip-Off 19.30 Uhr) zu der gegenwärtigen Situation, aber auch zu seiner Rolle bei den New Yorker Phantoms befragt.


Immanuel McElroy weilt nunmehr seit einem halben Jahr in Braunschweig. Dabei hat sich bestätigt, was viele hofften: Er ist Mr. Defense und Mr. Zuverlässig. IMac ist da, wenn er gebraucht wird. Da dies aufgrund der aktuellen Verletzungsmisere mehr denn je der Fall ist, hat newyorkerphantoms.de ihn vor dem Spiel am morgigen Samstag gegen Bamberg (Tip-Off 19.30 Uhr) zu der gegenwärtigen Situation, aber auch zu seiner Rolle bei den New Yorker Phantoms befragt.

 

IMac, du bist jetzt etwa ein halbes Jahr bei den New Yorker Phantoms. Wenn du zurück auf die Zeit in Berlin blickst, inwiefern hat sich deine Rolle auf dem Feld hier verändert? 
Immanuel McElroy: Eigentlich gar nicht. Mein Spiel ist nach wie vor dasselbe, denn genauso wie in Berlin mache ich auch hier fast alles auf dem Feld. Verändert hat sich allerdings die Tatsache, dass ich etwas weniger Spielzeit habe und ich mich nicht zuletzt deshalb wesentlicher fitter fühle. Das liegt zum Hauptteil daran, dass wir meistens nur ein Spiel pro Woche absolvieren müssen und ich hier deutlich weniger Druck verspüre. In Berlin unterlagen wir dem Druck, erfolgreich sein zu müssen, weil wir den Titel gewinnen wollten. Natürlich wollen wir hier auch erfolgreich sein. Aber da wird der Druck nicht in der Form ausgeübt, zumal die Ausgangssituation eine andere ist.   

Wie lief das mit der Spiel- und Systemumstellung? Hattest du diesbezüglich Schwierigkeiten? 
Immanuel McElroy: Die Umstellung war für mich sehr einfach, auch wenn Muli Katzurin, Luka Pavicevic und Sebastian Machowski natürlich unterschiedliche Philosophien verfolgen. Aber ich bin schon lange genug in der Beko BBL aktiv und weiß, wie hier gespielt und was von mir verlangt wird. Und das ähnelt sich in den meisten Fällen. 

Jeder spricht über deine Defensivqualitäten. Was treibt dich immer wieder an, so gut zu verteidigen?
Immanuel McElroy: Als ich noch am College (Cincinnati Bearcats) unter Coach Bob Huggins spielte, musste ich bereits lernen, hart zu verteidigen. Wer unter ihm spielte wollte, der wusste, dass man dies nur mit einer guten Verteidigung tun würde. Und so hat sich das dann bei mir Jahr für Jahr transportiert. Mittlerweile ist meine Verteidigung ein Automatismus, der aber auch davon angetrieben wird, meinen Gegner stoppen zu wollen oder ihm zumindest keine einfachen Würfe zu gestatten. 

Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass du wie ein Uhrwerk funktionierst. So wirst du selten müde und bist auf den Punkt da, wenn es darauf ankommt. Woher nimmst du diese Energie?
Immanuel McElroy (lacht): Die Grundvoraussetzung dieses Jahr ist wirklich, dass sich mein Körper gut anfühlt. Ich fühle mich aktuell so wie damals, als ich mit 24 Jahren in Köln ankam. Zum anderen will ich aber auch immer gewinnen, wenn ich raus auf das Spielfeld gehe. Und das treibt mich natürlich dazu an, bis zum Ende fokussiert zu bleiben.

Kommen wir zum morgigen Spiel gegen Bamberg. Die Ausgangssituation ist alles andere als gut, da einige deiner Teamkollegen aktuell leider verletzungsbedingt ausfallen. Was können wir dennoch vom Team erwarten?
Immanuel McElroy: Puuh, die Situation im Moment ist wirklich hart für uns. Zumal die Spieler, die fehlen, sehr wichtig für unser Team sind. Aber wir haben immer noch genug Spieler inklusive der Youngster-Fraktion, die uns helfen wird. Außerdem haben uns in dieser Saison schon andere Mannschaften gezeigt, die verletzungsbedingt angeschlagen waren, wie es funktionieren kann. So sind zum Beispiel die Artland Dragons dennoch als Team aus der Kabine rausgekommen und als solches aufgetreten. Und genau das werden wir auch versuchen zu tun. Wir müssen zusammenspielen, uns reinhängen und noch mehr in die Bresche springen – und das gilt für jeden von uns, auch für mich. 

Vorausgesetzt Du spielst morgen: In welcher Hinsicht wirst du dein Spiel verändern, weil LaMarr Greer und Stephen Dennis ausfallen?
Immanuel McElroy: Ich werde sicherlich mehr als Pointguard agieren müssen. Das ist allerdings kein Problem für mich, denn ich kann auf der Position spielen und habe das auch in dieser Saison schon ab und an getan. Unabhängig davon werde ich aber einfach noch mehr leisten müssen. Ich muss insgesamt mehr als Leader auftreten, werde dies aber vornehmlich durch Taten versuchen und weniger durch Worte. Ich will als Vorbild vorangehen und bin bereit, mich dieser Herausforderung zu stellen. 

Du triffst morgen in Person von Julius Jenkins auf einen alten Bekannten. Steht ihr noch in Kontakt zueinander? 
Immanuel McElroy: Ja, durchaus. Wir versuchen uns regelmäßig per E-Mail-Verkehr auf dem Laufenden zu halten. Allerdings muss ich zugeben, dass dies dann doch mehr unsere Frauen regeln (lacht). Aber wenn Julius und ich miteinander kommunizieren, dann geht es um alles: die Saison, die Familie, das Team und so weiter.

Ihr beide kennt das Spiel des jeweilig anderen sehr gut. Was wirst du als Mr. Defense tun, um Mr. Offense Julius Jenkins zu stoppen?
Immanuel McElroy: Ich werde vor allem versuchen, ihm seine Würfe wegzunehmen und ihn gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen. Aber Julius ist ein hervorragender Werfer und aus allen Lagen gefährlich. Nicht zuletzt deshalb werden wir ihn auch als Team stoppen müssen. 

Kannst du dir vorstellen, was er tun wird, um dich zu stoppen?  
Immanuel McElroy (lacht): Ehrlich gesagt nicht. Vielleicht sollte ich ihn vorher noch einmal fragen...  

Abschließend die Frage: Wie kommt ihr als Team mit der derzeitigen Situation klar und was macht ihr, um damit zurecht zu kommen?
Immanuel McElroy: Ich denke, insgesamt schweißt uns die momentane Situation noch mehr zusammen. Wir müssen einfach alle zusammenhalten und aus diesem Zusammenhalt heraus wieder stärker werden. Für den Moment sind wir vorbereitet und werden morgen rausgehen und versuchen, das Unmögliche möglich zu machen. Wir glauben einfach daran, dass wir weiterhin gewinnen können und werden. Und wir natürlich hoffen, dass unsere Verletzten schnell wieder zurückkommen.  

Vielen Dank für das Gespräch! 

Interview: Fabienne Buhl


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