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Headcoach Sebastian Machowski im Gespräch

08.06.2009

HPT: Fangen wir mit etwas Aktuellem an. Wie siehst Du die BBL-Meisterschaft und was sagst Du zum Rückzug der Nördlinger?

Sebastian Machowski: Eigentlich glaube ich, dass Alba den besten Kader und so den längsten Atem hat. Aber sie spielen im Moment nicht so dominant wie man erwarten könnte. Dass Paderborn und Bonn da im Moment mindestens auf Augenhöhe spielen, zeigt, dass die BBL insgesamt eine starke Liga in Europa geworden ist.


HPT: Fangen wir mit etwas Aktuellem an. Wie siehst Du die BBL-Meisterschaft und was sagst Du zum Rückzug der Nördlinger?

Sebastian Machowski: Eigentlich glaube ich, dass Alba den besten Kader und so den längsten Atem hat. Aber sie spielen im Moment nicht so dominant wie man erwarten könnte. Dass Paderborn und Bonn da im Moment mindestens auf Augenhöhe spielen, zeigt, dass die BBL insgesamt eine starke Liga in Europa geworden ist. Auch der Heimvorteil ist bei dieser Ausgeglichenheit kein Faktor mehr. Dass Nördlingen zurückzieht, finde ich schade, da sie sich sportlich ja qualifiziert haben. Aber das zeigt, wie wichtig die finanzielle Basis für alle Teams einfach ist.

HPT: Was die Fans am meisten interessiert ist natürlich die Zusammenstellung des Teams für nächste Saison. Gibt es da Wasserstandsmeldungen?

Sebastian Machowski: Ihr wisst, dass Nils Mittmann, Andrew Drevo und die Doppellizenzspieler Vertrag haben. Ansonsten möchte ich mich öffentlich nicht wertend zu einzelnen Spielern des letztjährigen Kaders äußern. Sicher war das ein gutes Team, das die Play-Offs hätte schaffen können. Daher ist erst einmal jeder dieser Spieler weiterhin im Rennen. Es gibt aber für jede Position Alternativen. Interessant sind auch einige Spieler aus dem Kader meines letzten Vereins aus Polen.  Ich werde mit Oliver Braun nächste Woche die Kaderzusammenstellung angehen. Kyle Visser ist sicher ein Spieler, den ich gern halten würde. Das dies finanziell nicht einfach wird, muss aber jedem klar sein. Ich denke schon, dass wir eine Chance haben, sofern er es nicht wie gehofft in die NBA schafft. Auch Deutsche Spieler, die in ihrem letzten Verein schon tragende Rollen gespielt haben, sind für uns interessant. Nationalspieler werden aber wohl kaum finanzierbar sein.

HPT: Wie stellst Du Dir die grundsätzliche Ausrichtung des Teams vor? Welche Basketballphilosophie verfolgst Du: Eher ‚Defense wins Championships’ oder ‚Offense sells tickets’?

Sebastian Machowski: Vor allem müssen Spiele gewonnen werden. Daran werden das Team und ich gemessen. Wenn in der letzten Minute ein Alley-Hoop misslingt statt zweier leichter siegbringender Punkte, werde ich schon wütend. Ansonsten sollen die Jungs aber auch Spaß am Basketballspielen haben und das auch zeigen. Wir müssen da eine Mischung finden. Ich werde die Marschrichtungen vorgeben, die Spieler aber in kein Korstett zwingen. Sie müssen auch wissen, dass sie auf dem Feld eigene Entscheidungen treffen dürfen.

HPT: Wird es wie letzte Saison eine amerikanische Mannschaft oder sehen wir ein Nationenmix?

Sebastian Machowski: Versprechen kann ich da natürlich noch nichts. Ich stelle mir aber vor, dass es ein Mix geben sollte. Leider sind beispielsweise Serben, die hohe Qualität haben meist teurer als Amerikaner, nicht unbedingt aber besser. Ein Mix wäre aber das, was ich mir wünsche, damit habe ich auch als Spieler gute Erfahrungen gemacht. Wenn es dann gelingt Blockbildungen zu vermeiden, können unterschiedliche Basketballschulen zu einem funktionierenden Ganzen beitragen.

HPT: Wie sieht es mit deutschem Nachwuchs aus?

Sebastian Machowski: Auch hier gilt, dass wir in erster Linie Erfolg haben wollen. Diesen Spagat bei gleichzeitiger Ausbildung junger Talente zu schaffen, ist eine Riesenaufgabe. Es soll doch bitte keiner glauben, dass Muki hier auch als U-20 Nationaltrainer mit Absicht keine Deutschen einsetzen wollte. Im Sport geht es um Siege und wenn es knapp ist, spielen halt die besten. Schaut nach Berlin: Zwiener, Herber und auch Hamann spielen doch in den Play-Offs kaum mehr eine Rolle. Aber: In Polen letztes Jahr musste ich in den Play-Offs ein 18jähriges Eigengewächs den Starting Pointguard spielen lassen, da der Amerikaner gegangen war. Er machte seine Sache super und dominierte phasenweise ehemalige NBA-Spieler der Gegner. Das zeigt, dass man den Nachwuchs auch mal ins kalte Wasser schmeißen kann. Ich werde das hier sicher versuchen. Die 8+4 Regel garantiert in einer 10er Rotation bereits, dass Deutsche eine Rolle spielen werden. Wünschen würde ich mir hier die auch von Dirk Bauermann geforderte 6+6 Regel.

HPT: Gibt es schon eine Entscheidung über deinen Co-Trainer?

Sebastian Machowski: Liviu ist weiterhin im Boot. Die Zusammenarbeit mit ihm und der SG ist für mich sehr wichtig und wird wie gewohnt weiterlaufen. Mein Anforderungsprofil an meinen Co ist, dass er sich neben Spielanalysen und Scouting besonders um den Nachwuchs kümmert und in Einzelschichten an das BBL Niveau Schritt für Schritt heranführt. Ich werde mich nächste Woche mit Andreas Martin zusammensetzen. Er ist mein erster Ansprechpartner, zumal er die Liga und das Umfeld hier sehr gut kennt.

Sebastian, Danke für das nette Interview und viel Erfolg!

 


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