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„Gegen ALBA zu spielen, ist immer etwas Besonderes“

12.10.2011

Bei den New Yorker Phantoms herrscht Kontinuität auf dem Trainer-Chefsessel. Sebastian Machowski dirigiert bereits die dritte Spielzeit von der Seitenlinie aus die Übungseinheiten und Spiele der Phantoms-Basketballer. Als ehemaliger Bundesliga- und deutscher Nationalspieler kennt er die Liga so gut wie kein anderer. Seinen ersten Einsatz in der Beko BBL feierte der heute 39-Jährige im September 1991 – ausgerechnet im blauen Trikot des heutigen Gegners ALBA Berlin.


Bei den New Yorker Phantoms herrscht Kontinuität auf dem Trainer-Chefsessel. Sebastian Machowski dirigiert bereits die dritte Spielzeit von der Seitenlinie aus die Übungseinheiten und Spiele der Phantoms-Basketballer. Als ehemaliger Bundesliga- und deutscher Nationalspieler kennt er die Liga so gut wie kein anderer. Seinen ersten Einsatz in der Beko BBL feierte der heute 39-Jährige im September 1991 – ausgerechnet im blauen Trikot des heutigen Gegners ALBA Berlin.

Hallo Sebastian, die Spielzeit 2011/12 ist gestartet und verspricht die spannendste in 46 Jahren Bundesliga-Basketball zu werden. Würdest Du dies auch so unterschreiben?
Sebastian Machowski: Ich empfinde es als ein äußerst interessantes und zugleich gutes Vorzeichen, dass die neue Saison schon unter diesem Stern losgeht. Mit dem FC Bayern München und den s.Oliver Baskets sind zwei sehr starke Aufsteiger dazu gekommen. Alle Mannschaften sind von der Leistungsstärke her noch enger zusammengerückt. Das Rennen auf die acht zu vergebenden Playoff-Plätze verspricht höchstwahrscheinlich Spannung wie nie zuvor – bis zum 34. Spieltag.

Alle reden über den FC Bayern München. Ist der Klub, der auf der gesamten Welt bekannt ist, wirklich eine so große Nummer für den Deutschen Basketball?
Sebastian Machowski: Die Medien haben das Thema FC Bayern München ja bereits sehr früh aufgegriffen. Damals waren die Münchner gerade erst in der ProA mit dem Ziel Aufstieg an den Start gegangen. Das gewachsene Medieninteresse ist gut für die Liga allgemein und jeden einzelnen Klub der Beko Basketball Bundesliga. Im Prinzip profitieren alle von diesem großen Namen. Ich beobachte ganz genau, wie sich die Beko BBL aufgrund des Interesses an dem FC Bayern weiterentwickelt und ob mehr TV-Sendezeiten herausspringen.

Kommen wir auf den heutigen Gegner ALBA Berlin zu sprechen. Ist es für Dich es nach wie vor etwas besonderes, gegen Deinen Ex-Klub anzutreten?
Sebastian Machowski: Natürlich, schließlich habe ich, der darüber hinaus in Berlin geboren wurde, fünf Jahre bei ALBA gespielt. Wenn ich mich richtig erinnere, war mein erster Einsatz im ALBA-Trikot sogar gegen die SG Braunschweig mit Scooter Barry, Stefan Svitek und Stephen Arigbabu. Das war im September 1991. Einen Basketballer verbindet viel mit dem Verein, mit dem man mehrere Deutsche Meisterschaften feierte und damals sensationell unter Svetislav Pesic den Korac-Cup gewann. ALBA hat sich in über 20 Jahren Erstligazugehörigkeit zu einer Marke entwickelt, die in Europa einen Namen besitzt. Vergleichbar mit dem FC Bayern München im Fußball.

Was ist bei ALBA Berlin in diesem Jahr anders?
Sebastian Machowski: ALBA Berlin verfügt trotz einiger Veränderungen wieder über eine sehr starke Truppe. Mit Gordon Herbert steht erstmalig ein nordamerikanischer Trainer an der Seitenlinie, der mit seiner Spielphilosophie eine neue Richtung einschlägt, nachdem in der Vergangenheit vor allem jugoslawische und mit Hendrik Rödl ein deutscher Trainer den Stil bestimmt hatten. Für mich ist ganz klar: Berlin wird allen Unkenrufen zum Trotz wieder um die Meisterschaft mitspielen.

Ihr hattet großes Verletzungspech, besonders auf den großen Positionen. Rich Melzer und Branko Jorovic fielen lange aus. Trotz der Pause hat Rich gleich gut eingeschlagen. Wie wichtig ist der sympathische und mit allen Wassern gewaschene Powerforward für Euer Spiel?
Sebastian Machowski: Man konnte beim Heimspiel gegen Phoenix Hagen ganz deutlich sehen, dass mit Richs Erfahrung, Physis und Spielweise unser Spiel gleich an Qualität gewonnen hat. Kompliment an ihn, dass er es trotz der langen Verletzungspause geschafft hat, quasi ohne Leistungsverlust in die Saison zu starten. Wenn Branko auch noch dazu stößt, ergeben sich weitere neue Möglichkeiten für uns.

Jeder weiß, dass Du nicht gerne Spieler hervorhebst. Aber auffällig ist schon, dass Phantoms-Kapitän Nils Mittmann seinen zweiten Frühling erlebt und einen vorbildlichen Kampfgeist an den Tag legt…
Sebastian Machowski: Nils zeichnet sich dadurch aus, dass er bei jedem Spiel einhundert Prozent gibt. Ein echtes Vorbild auf dem Spielfeld. Er besticht nicht nur durch einen unbändigen Willen in der Verteidigung, sondern sorgt auf der Position des großen Flügels auch im Angriff für Gefahr. Er hat es blendend verstanden, die Ausfälle von Branko und Rich zu kompensieren. Man kann sich auf den Kapitän verlassen.

Bist Du eigentlich ein NBA-Fan? Was sagst Du zum Lockout in den USA?
Sebastian Machowski: Ich würde mich nicht als typischen NBA-Fan bezeichnen. Ja gut, die Playoffspiele schaue ich manchmal. Der Lockout spielt dem europäischen Basketball in die Karten. Tony Parker zum Beispiel spielt seit Anfang Oktober in seinem Heimatland Frankreich für ASVEL Lyon-Villeurbanne. NBA-Spieler sind immer Zugpferde.

Was macht der Basketballtrainer Sebastian Machowski, wenn er mal nicht das nächste Training vorbereitet oder am Spielfeldrand steht?
Sebastian Machowski: Als Basketballcoach ist es ziemlich schwierig abzuschalten. Wie spielt der nächste Gegner? Was können wir verbessern? Man denkt eigentlich 24 Stunden an Basketball. Das ist der Unterschied zum Spielerdasein. Mein Freundin Nathalie und meine Kinder sind der große Rückhalt in meiner Freizeit.

Dein letzter gelesener Buchtitel lautet wie?
Sebastian Machowski: „Die Korrekturen“ – eine Familiensaga von Jonathan Franzen. Ein Buch, das fast 700 Seiten hat. Doch leider fielen mir nach fünf Seiten Lesen meist die Augen zu.


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