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Fire in a hole!

17.04.2008

New Yorker Phantoms – Artland Dragons 82:77 (21:20, 14:18, 15:17, 32:22)

Die Volkswagen Halle ist und bleibt kein leichtes Pflaster für Mannschaften, die im vergangenen Jahr um die Deutsche Meisterschaft spielten. Musste sich bereits Bamberg in der regulären Saison auf Braunschweiger Parkett geschlagen geben, so ereilte dieses Schicksal nun auch die Artland Dragons.


New Yorker Phantoms – Artland Dragons 82:77 (21:20, 14:18, 15:17, 32:22)

Die Volkswagen Halle ist und bleibt kein leichtes Pflaster für Mannschaften, die im vergangenen Jahr um die Deutsche Meisterschaft spielten. Musste sich bereits Bamberg in der regulären Saison auf Braunschweiger Parkett geschlagen geben, so ereilte dieses Schicksal nun auch die Artland Dragons. Mit 82:77 setzten dich die New Yorker Phantoms gegen den Vizemeister aus Quakenbrück durch und sammelte wichtige Punkte im Kampf um den letzten Playoff-Platz. Gab es im Vorfeld der Partie Gedankenspiele bezüglich der feurigen Offense der Gäste, so konnten anschließend nur noch Mutmaßungen ob der Hände von John Allen angestellt werden. Der Phantoms-Flügel war so unglaublich heiß, dass er sich 28 Punkte und sechs Assists ins persönliche Statistikbuch schrieb. Zum Dank durfte er sich mit seinen Teamkollegen und Trainern von 2.580 restlos begeisterten Zuschauern in der Halle und im von „Sponsor of the Day“ BS|ENERGY hergerichteten VIP-Bereich feiern lassen.


Ohne den in zivil auf der Bank sitzenden Kyle Visser fehlte den Hausherren eine wichtige Option in Brettnähe. Umso bemühter zeigten sich die Außenspieler, die fehlenden Zentimeter durch Zug zum Korb und viel Engagement beim Rebound wieder wett zu machen. (7:6, 5. Minute). Chris Flemings Plan, seine großen Leute früh ins Spiel einzubinden, ging nur bedingt auf. Zwar wusste Adam Chubb gleich zu Beginn mit einer schönen Bewegung entlang der Grundlinie zu glänzen, doch machte Braunschweig daraufhin die Zone so dicht, dass dort für die Gäste wenig zu holen war. Stattdessen hielt sich der Vizemeister mit Dreiern über Wasser. Drei Minuten lang „ernährten“ sich die Gäste lediglich von jenseits der 6,25m-Linie (15:15, 8. Minute). Besonders den wahrscheinlich am meisten unterschätzten Akteur der Liga, Chad Prewitt, bekam die Phantoms-Verteidigung nicht unter Kontrolle. Der Forward zeichnete mit zwei Dreiern und insgesamt acht Zählern im ersten Viertel hauptverantwortlich dafür, dass die Gäste nicht den Anschluss verloren (21:20).


Taten sich die Nordniedersachsen in den ersten zehn Minuten noch schwer damit, ihren Rhythmus zu finden, so lief es für die Fleming-Truppe nach der kurzen Pause umso besser. Mit einem 12:4-Lauf übernahmen sie die Führung, ehe Braunschweig in der Verteidigung auf Ball-Raum-Deckung umstellte (25:32, 16. Minute). Es reite sich Dragons-Turnover an Dragons-Turnover – jeder der fünf verlorenen Bälle landete in Braunschweiger Händen und warf in der Regel Zählbares ab. Nur weiteren Treffern von „Downtown“ hatten es die Gäste zu verdanken, dass sie zur Halbzeit weiterhin führten (35:38).


Die bestehende Differenz wuchs nach dem Seitenwechsel zwar nochmals kurz an (35:43, 22. Minute), wurde aber dank weniger Würfen von außen und besserer Penetration stetig abgebaut. Mit jedem Braunschweiger Korberfolg stieg die Geräuschkulissen in der Volkswagen Halle spürbar um mehrere Dezibel – selbst TV-Kommentator Stephan Koch musste sich mühen, seine Analysen verständlich durch den Äther zu geben (50:49, 28. Minute). Die letzten Sekunden des Viertels gehörten jedoch wieder den Dragons, die mit sechs Zählern in Folge die Führung zurückerlangten (50:55).


Es war beileibe kein Dreierfestival, welches Braunschweig an diesem Abend feierte. Zehn Mal hatten die Phantoms bis zu Beginn des Schlussabschnitts aus der Distanz ohne Erfolg ihr Glück gesucht, doch der wichtigste Versuch von allen sollte tatsächlich durch die Reuse fallen. Nachdem John Goldsberry einen Dreier vorgelegt hatte konterte Andrew Drevo wenig später und ließ das Momentum zugunsten der Hausherren umschwenken (61:58, 34. Minuten). Sieben weitere Braunschweiger Punkte folgten, während Quakenbrück jedwedes Wurfglück abhanden gekommen schien. Denn bis auf Goldberrys Wurf brachten die Dragons zunächst keine weiteren Zähler auf die Anzeigetafel (68:58, 39. Minute). In einem absolut TV-würdigen Comeback-Versuch zog Fleming nochmals alle taktischen Register und schüttelte mit Terrance Thomas einen Joker aus dem Ärmel, der in den finalen 1:18 Minuten unglaubliche vier Dreier verwandelte. Ob in der Seitwärtsbewegung, mit der Hand des Verteidigers im Gesicht oder einer mit jedem Raketenabschuss konkurrierenden Flugkurve des Balls, der Amerikaner war nicht zu stoppen. Den Sieg vor Augen ließen sich die Schützlinge von Emir Mutapcic jedoch nicht mehr aus der Ruhe bringen. In der fulminanten Schlussphase verwandelten sie zwölf ihrer vierzehn Freiwürfe und brachten den Vorsprung mit Bravour über die Runden.

Die New Yorker Phantoms schlagen die Artland Dragons mit 82:77 und sammeln im Rennen um den achten und letzten Playoff-Platz wertvolle Punkte.


Enttäuscht über die eigene Leistung zeigte sich nach der Partie Chris Fleming. „Wir haben in der Offensive wenig Geduld gezeigt und überhastet agiert“, so der Dragons-Coach. „Braunschweig hat heute klar gezeigt, dass es in die Playoffs will.“ Sich der gemeisterten Aufgabe bewusst machte Emir Mutapcic seinem Team ein Kompliment. „Das Team hat in der zweiten Hälfte in der Verteidigung mit sehr hoher Intensität gespielt“, analysierte der Übungsleiter. „Für uns war dieser Sieg wichtig, um die Chance auf die Playoffs zu wahren.“

New Yorker Phantoms:

Wright (2); Levy (11), Allen (28), Drevo (12/1), Jones (16), Cain (9), Khartchenkov, Coleman (4), Freese


Artland Dragons:

Rowland (4), Goldsberry (6/2), Chubb (9), McIntosh (2), Johnson (8/2), Hall (11), Preewitt (8/2), Rodgers (10), Thomas (19/5)

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