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Kyle Visser erzielte ein "Double-Double". Zum vierten Heimsieg reichte es aber leider nicht. Foto: Ingo Hoffmann/PartnerDesign

Erste Heimniederlage für die New Yorker Phantoms

02.11.2013

Eine 13-Punkte-Führung zur Halbzeit hat leider nicht für den vierten Heimsieg in Folge gereicht. Die New Yorker Phantoms Braunschweig verloren am Samstag, 2. November, bei der Rückkehr von Nils Mittmann an seine alte Wirkungsstätte zum ersten Mal in dieser Saison vor heimischem Publikum: Sie mussten sich vor 3.878 Zuschauern mit 83:88 (49:36) gegen die WALTER Tigers Tübingen geschlagen geben. Bei den Braunschweiger Korbjägern punkteten vier Spieler zweistellig. Kyle Visser und Immanuel McElroy waren mit je 17 Zählern Topscorer. Für die Tigers traf Jonathan Wallace mit 19 Punkten am häufigsten.


Die New Yorker Phantoms fanden gut in die Partie: Nach zwei schön herausgespielten Dreiern von Aaron Doornekamp und James Florence sowie einem Korbleger von Kyle Visser stand es schnell 8:0 (3. Minute). Die Tigers ließen sich von diesem Blitzstart zunächst nicht beeindrucken, zogen vornehmlich zum Korb und antworteten ihrerseits mit sechs Zählern in Serie. Die Braunschweiger Korbjäger gerieten dadurch aber keinesfalls aus dem Rhythmus, sondern blieben vielmehr „heiß“ - vor allem aus der Distanz. Isaiah Swann traf in den nächsten Minuten drei Mal von jenseits der 6,75-Meterlinie. Und weil die Mannschaft von Raoul Korner bis zu diesem Zeitpunkt hochprozentig vollstreckte und den Gästen vornehmlich schwierige Würfe gestattete, setzten Florence & Co. sich schnell wieder deutlich auf 21:9 ab (7. Minute). Doch wie schon zum Viertelbeginn kamen die Tigers wieder zurück und hatten sich bis zum Ende der ersten zehn Spielminuten auf 23:18 herangekämpft.

Im zweiten Spielabschnitt behielten die New Yorker Phantoms zwar weiterhin die Oberhand, aber die Tigers ließen sich nicht wirklich abschütteln. Beide Teams attackierten vornehmlich den Korb und kamen immer wieder erfolgreich zum Abschluss. Aber auch an spektakulären Szenen sollte es in dieser Partie nicht fehlen. Nachdem Kyle Visser die Fans im ersten Viertel mit einem krachenden Dunking begeistert hatte, war es nun Harding Nana vorbehalten, mit einem Monsterblock gegen Joshua Young das Publikum von den Stühlen zu reißen. Dennoch lagen die Phantoms-Basketballer nach 14 Minuten nur knapp mit 29:26 vorn. In den folgenden Minuten sollte sich das Spiel allerdings deutlicher zu Gunsten der Braunschweiger entwickeln, denn die Mannschaft von Raoul Korner kontrollierte jetzt die Partie. Hinzukommend drehte Immanuel McElroy auf und war mehrfach unter dem Korb erfolgreich zur Stelle. Als dann auch noch Aaron Doornekamp zwei Dreier in Folge einnetzte und Kyle Visser erneut den Ball durch die Reuse stopfte, hatten die New Yorker Phantoms sich auf 46:34 abgesetzt (19. Minute). Den Schlusspunkt in diesem Viertel sollte jedoch Isaiah Swann setzen: Der Guard warf mit der letzten Sekunde den Ball von der Mittellinie ab und traf! Unter dem Jubel der Zuschauer ging es mit 49:36 in die Halbzeit.

Zurück auf dem Parkett erwischten die Tigers den besseren Start und hatten den Rückstand nach einer Minute wieder auf unter zehn Punkte reduziert (49:41, 22. Minute). Zwar konnte der griffige Aaron Doornekamp einen Punkt an der Freiwurflinie markieren. Aber insgesamt war jetzt im Phantoms-Spiel der Wurm drin, weshalb die Gäste nach einem Dreier von Jonathan Wallace plötzlich auf 50:49 dran waren (24. Minute). Nachdem Nana wortwörtlich mit letzter Sekunde einen Mitteldistanzwurf inklusive Foul zu einem Dreipunktespiel verwertet hatte, hatten er und sein Team kurzzeitig wieder mit vier Punkten die Nase vorne. Aber bei den Tübingern flutschte es jetzt von der Dreierlinie – drei in Serie schossen sie durch die Reuse: Zuerst zum 55:55, dann zum 58:58 und schlussendlich zum 61:61, was gleichbedeutend mit dem Viertelendstand war.

Immanuel McElroy legte zu Beginn des vierten Spielabschnitts los wie die Feuerwehr. Der Routinier zog mit allem, was er hat, zum Korb und netzte zwei Mal erfolgreich ein (65:61, 31. Minute). Aber es blieb dabei: Die Tigers waren jetzt treffsicher aus der Distanz und nun war es Nils Mittmann, der an alter Wirkungsstätte bereits seinen dritten Dreier verwandelte. Nach einem Braunschweiger Ballverlust erzielte Jonathan Wallace ebenfalls per Dreier die erste Führung der Gäste in diesem Spiel. Die Phantoms-Basketballer agierten in der Offensive zu unkontrolliert und fanden auch bedingt durch eine starke Tübinger Verteidigung weniger Abschlussmöglichkeiten. Die Gäste hingegen suchten Aleksandar Nadjfeji und der warf sein Team zum 68:74 (33. Minute). Angeführt von einem jetzt überragenden McElroy arbeiteten sich die Braunschweiger Korbjäger wieder heran und hatten nach weiteren Punkten durch den Guard erneut die knappe 75:74-Führung inne. Zwar konterten die Tigers sofort, doch Aaron Doornekamp war an der Freiwurflinie zur Stelle und erzielte dort das 77:76 (37. Minute). Doch in den folgenden drei Minuten blieben Nana & Co. ohne Korberfolg. Erst 23 Sekunden vor Ende versenkte Isaiah Swann zwei Freiwürfe. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Tübinger aber schon mit sieben Punkten in Führung und ließen sich diese auch nicht mehr nehmen.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (New Yorker Phantoms Braunschweig): Glückwunsch an Igor Perovic und sein Team. Wir haben die erste Halbzeit kontrolliert, phasenweise sogar dominiert. Die 13 Punkte Vorsprung zur Halbzeit entsprachen aber nicht dem Spielverlauf und das habe ich der Mannschaft in der Kabine auch gesagt. Mit Beginn der zweiten Halbzeit haben wir dann nicht mehr die nötige Energie aufgebracht. Zudem hat ein Point Guard wie Branislav Ratkovica gezeigt, was er mit einem Team machen kann. Er hat die Partie kontrolliert und die bisherigen Tübinger Schwächen beseitigt. Wir hingegen haben nicht mehr gut exekutiert, den Ball zu oft weggeschmissen und unsere Trefferquote ist runtergegangen. Aufsummiert ist das zu viel, um ein Spiel zu gewinnen.

Igor Perovic (WALTER Tigers Tübingen): Ich gratuliere meiner Mannschaft zum Sieg. Wir kamen heute in einer schwierigen Situation hierher. Aber wir haben uns deutlich strukturierter gezeigt als in den Partien zuvor. Wir hatten fast doppelt so viele Assists wie Ballverluste. Und das war sehr wichtig, denn unsere hohe Quote an Turnovern war unser größtest Problem in den bisherigen sechs Spielen. Das haben wir heute geändert und das war für uns entscheidend. 


New Yorker Phantoms: Swann 16 (5 Assists), Kulawick, Zazai (4 Assists), Visser 17 (10 Rebounds), Nana 10 (6 Rebounds), Florence 7 (5 Assists), Doornekamp 14 (5 Rebounds), Pluskota n.e., Gertz n.e., Wessels n.e., Land 2, McElroy 17.

WALTER Tigers Tübingen: Wallace 19 (6 Assists), Mittmann 9, Nash 17 (6 Rebounds), Nadjfeji 17, Oehle 6, Albus n.e., Harris 9, Lischka 2, Radosavljevic, Young 2, Ratkovica 7 (5 Assists).


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