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Ein Dank geht an Alle(n)

21.10.2007

Es war nicht nur das Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die bislang nur ein Spiel verloren hatten. Es war in erster Linie ein Niedersachsen-Derby, was dem Vergleich zwischen den New Yorker Phantoms und den EWE Baskets Oldenburg den besonderen Pfiff verlieh. Wie es sich für ein Derby gehört wurde mit allen Mittel versucht, sich einen Vorteil zu erarbeiten. Über vierzig Minuten gesehen traten sich die beiden Mannschaften auf Augenhöhe gegenüber. Und so sollte erst der letzte Wurf über den Sieg entscheiden. Dieser verließ die feinjustierte rechte Hand von John Allen, der 1,7 Sekunden vor Spielende seine Vollstrecker-Qualitäten zum Besten gab und für den 78:76-Endstand zugunsten der Gastgeber sorgte.

Wenn die „Donnervögel“ im Haus sind, dann kann es auch schon mal krachen – und das vor allem in der Verteidigung.


Es war nicht nur das Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die bislang nur ein Spiel verloren hatten. Es war in erster Linie ein Niedersachsen-Derby, was dem Vergleich zwischen den New Yorker Phantoms und den EWE Baskets Oldenburg den besonderen Pfiff verlieh. Wie es sich für ein Derby gehört wurde mit allen Mittel versucht, sich einen Vorteil zu erarbeiten. Über vierzig Minuten gesehen traten sich die beiden Mannschaften auf Augenhöhe gegenüber. Und so sollte erst der letzte Wurf über den Sieg entscheiden. Dieser verließ die feinjustierte rechte Hand von John Allen, der 1,7 Sekunden vor Spielende seine Vollstrecker-Qualitäten zum Besten gab und für den 78:76-Endstand zugunsten der Gastgeber sorgte.

Wenn die „Donnervögel“ im Haus sind, dann kann es auch schon mal krachen – und das vor allem in der Verteidigung. Beide Mannschaften begannen die Partie sehr defensiv-orientiert und suchten ihr Heil nicht in der Flucht nach vorne. Oldenburg versteifte sich zunächst darauf, Jasmin Perkovic ins Spiel zu bringen und forcierte sein Matchup gegen Andrew Drevo. Zwar sprangen dabei während der ersten drei Ballbesitze der Gäste vier Punkte heraus, die ausgeglichenere Vorstellung jedoch boten die Phantoms. Mit einer Reihe komplett durchgelaufener Setplays übernahmen die Hausherren die Führung (10:6, 5. Minute). Baskets-Trainer Predrag Krunic zog den Jugend-Klassiker aus dem Ärmel: eine 2-3-Zone, nach Korberfolg Ganzfeld-Manndeckung. Die Phantoms brauchten ein paar Minuten, ehe sie sich an die stetigen Rhythmuswechsel gewöhnt hatten. Das Momentum jedoch hatte mittlerweile die Krunic-Truppe an sich gerissen, nicht zuletzt dank eines Dreiers von Jason Gardner zur Viertelpausen-Sirene (17:21).

Das beschwingte Ende des ersten Spielabschnittes hatte die Mannschaften anscheinend motiviert, den 2.400 Zuschauern in der Volkswagen Halle mehr Unterhaltung zu bieten. Sehr zum Ärgernis von Mutapcic und Krunic, die ihre Schützlinge - an der Seitenlinie vehement gestikulierend - zu mehr Disziplin in der eigenen Hälfte antrieben. Die Leute auf den Rängen indes kamen auf ihre Kosten. Schlag auf Schlag trafen Jasmin Perkovic, Domonic Jones und Miladin Pekovic aus der Distanz (29:32, 15. Minute). Mit der Auswechslung Gardners bekam das Spiel der „Donnervögel“ jedoch einen Bruch. Braunschweig kämpfte sich wieder heran und übernahm dadurch die Führung (42:40, 20. Minute). Den Gästen blieben für den letzten Angriff noch exakt 5,5 Sekunden bei Einwurf an der Mittellinie: Pass zu Perkovic, Penetration über die Mitte, Pass in die rechte Ecke, Dreierversuch Pekovic, das Erklingen des Horns, nothing but net (42:43).

Der dritte Durchgang wurde zu einem Belastungstest der Nerven. Erst starteten die Gäste nach einem Daniel Strauch-Dreier und einem Leger von Milan Majstorovic mit einem 5:0 Lauf, dann nahm ausgerechnet Majstorovic mit zwei Technischen Fouls seiner Mannschaft den Wind aus den Segeln (42:48, 21. Minute). Diesen hatten nun die Braunschweiger Akteure im Rücken. Schnell war die Differenz dahingeschmolzen (48:48, 24. Minute). Als Jonathan Levy (Foto) von jenseits der 6,25m-Linie erfolgreich Maß nahm brachte dies gar die Braunschweiger Führung (59:57, 27. Minute) mit sich, welche sie vorerst nicht aus der Hand gaben (65:63).

Es blieb weiterhin eng, weder Phantoms noch Baskets vermochten sich entscheidend abzusetzen. Und rechtzeitig zum Schlussspurt fanden die Teams ihre Liebe zur bis dahin doch teilweise arg vernachlässigten Verteidigung wieder. Oldenburg setzte auf Gardner, der aus dem Eins-gegen-Eins entweder selber abschloss oder je nach Rotation der Defense den freiwerdenden Schützen suchte (67:70, 36. Minute). Auf Seiten Braunschweigs zeigte sich urplötzlich der Mann, der über 35 Minuten kaum einen Stich bekommen hatte. Andrew Drevo setzte den „Donnervögeln“ erst einen Dreier ins Nest, dann glich er wenig später an der Freiwurflinie aus (74:74, 39. Minute). Auftritt John Allen. Der Phantoms-Forward suchte seine Chance aus einem Pick-and-Roll an der Dreierlinie heraus und fand den freien Weg zum Korb (76:74, 40. Minute). Bei 25 Sekunden verbleibender Restspielzeit war es eine leichte Touchierung Steven Wrights von Gardner, die den Gästen an der Linie die Möglichkeit zum Ausgleich eröffnete. Gardner, in vollkommener Seelenruhe und ohne mit der Wimper zu zucken, verwandelte beide Würfe sicher (76:76, 40. Minute). Der finale Angriff jedoch blieb den Phantoms. Und dieser ging erneut über John Allen. Dieser holte sich erst kurz vor Ablauf der Uhr einen Center an die Dreierlinie, um sich freiblocken zu lassen. Erst mit zwei, drei energischen Dribblings konnte er sich seines Verteidigers entledigen und vom linken Zonenrand seinen Jumper anbringen – Money (78:76).

Bei nur noch 1,7 Sekunden zu spielen mussten die Gäste mit einem Wurf aus der eigenen Hälfte auf ein Wunder hoffen. Dieses blieb jedoch aus, und so gewinnen die New Yorker Phantoms schlussendlich hauchdünn mit 78:76 gegen die EWE Baskets Oldenburg.

Nach der Partie waren sich beide Trainer darüber einig, dass die Partie auf hohem Niveau absolviert wurde und nur Kleinigkeiten schon vor dem letzten Wurf den Unterschied hätten ausmachen können. „Wir haben in der ersten Halbzeit keine gute Verteidigung gespielt und hatten in Person von Paulding und Perkovic früh mit Foulproblemen zu kämpfen“, analysierte Baskets-Coach Predrag Krunic. „Ohne den verletzten Dan McClintock mussten wir in Korbnähe anders spielen und ihn beim Rebounding kompensieren.“ Einen Blick in die Zukunft wagte Emir Mutapcic „Ich hoffe, dass uns dieser Erfolg nach vorne bringt“, so der Braunschweiger Übungsleiter. „Jeder Spieler hatte seinen Anteil am Erfolg. Wir haben mit einer kleinen Rotation gespielt und mussten am Ende auf die Zähne beißen. Der Sieg wird uns viel Erfahrung bringen.“

New Yorker Phantoms:

Wright (7/1), Levy (12/1), Allen (16), Visser (9), Drevo (9/1), Stückemann, Jones (14/2),Coleman (11/1)

EWE Baskets Oldenburg:

Longin (14/4), Strauch (5/1), Majstorovic (10), Perkovic (9/1), Ratkovica (5/1), Gardner (20/2), Paulding, Pekovic (13/3)

 


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