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Blick hinter die Kulissen: "Kulle" in der DB Regio-Werkstatt

02.04.2013

„Was ich hier heute gesehen habe, kennt man sonst nur aus dem Fernsehen von der Sendung mit der Maus'“, sagt Robert „Kulle“ Kulawick, als er neben dem Regionalzug der Baureihe VT 648 (Coradia LINT 41 – Hersteller ALSTOM) steht. Der Phantoms-Profi hatte vor Kurzem die Chance, einen Blick hinter die Kulissen des New Yorker Phantoms-Kooperationspartners DB Bahn Regio zu werfen und ist dabei gar nicht mehr aus dem Staunen herausgekommen.


Die DB Regio Werkstatt in der Ackerstraße ist riesengroß. Hier und da sieht man ein paar Werkzeuge, der Geruch von Öl und Schmiere liegt in der Luft. Es ist angenehm warm in der Werkstatt, in deren Mittelpunkt am heutigen Tag der Regionalzug VT 648 steht. Die Augen von Kulle werden riesengroß als er vor dem Gefährt steht und die Ausmaße realisiert. „Das ist alles total mächtig. Man registriert das in der Form gar nicht, wenn man am Bahnsteig steht und der Zug vor einem steht. Und man hat ja keine Vorstellung davon, was hier bei der Wartung an körperlicher und harter Arbeit drinsteckt“, sagt der Braunschweiger Korbjäger respektvoll. Ein Werkstatt-Mitarbeiter drückt dem Phantoms-Basketballer einen für die Zug-Reparatur geeigneten Hammer in die Hand – der ist fast ein Meter lang und würde sich aufgrund seines Gewichts durchaus zum Krafttraining eignen.

Doch für eine Trainingseinheit ist Kulle nicht in die Werkstatt gekommen, stattdessen fängt er an, den Zug genauer unter die Lupe zu nehmen. „Züge haben mich schon immer interessiert. Es ist große Technik und wir Männer fahren einfach auf so etwas ab“, lacht der 27-Jährige mit dem schnellen Wurf, springt in einen Overall und verschwindet kurzzeitig mit zwei DB Regio-Mitarbeitern unter dem Zug. Früher wollte Kulle U-Bahnfahrer werden und wahrscheinlich ist das auch der Grund, weshalb er heute ein passionierter Bahnfahrer ist. Er liebt es, die Fahrgäste zu beobachten, mit Blick aus dem Fenster die Landschaften an sich vorbeizuziehen zu lassen und dabei die Ruhe zu genießen. „Wenn ich in meiner Heimatstadt Berlin bin, fahre ich viel mit der Bahn. Es macht einfach keinen Spaß, bei dem hohen Verkehrsaufkommen mit dem Auto zu fahren. Da ist es mit der Bahn deutlich komfortabler“, betont er einen der Bahn-Vorzüge.

Das Attribut „komfortabel“ trifft offensichtlich auch auf den Lokführersitz zu, auf dem Kulle Platz nehmen darf und diesen gar nicht mehr verlassen mag. Im sogenannten Führerstand bekommt er einen Überblick über das Cockpit wie auch die vorhandene Technik und lernt, dass der Lokführer ein Pedal oder einen Taster gedrückt hält, wobei der Druck mindestens alle 30 Sekunden kurz unterbrochen werden muss. Somit erhält die Sicherheitsfahrschaltung die Bestätigung, dass der Lokführer noch reaktionsfähig ist. Sollte eines der Betätigungselemente des Lokführers länger als 30 Sekunden gedrückt werden, warnt das System den Lokführer zunächst optisch, nach wenigen Sekunden auch akustisch und leitet nach weiteren wenigen Sekunden die Bremsung des Zuges ein, wenn der Lokführer nicht reagiert.

Zu Kulles Lieblingsstück im Führerstand wird aber schnell das Mikrofon. Hier scheint er sofort in seinem Element zu sein und entwickelt nahezu Entertainer-Qualitäten. „Nächster Halt Marzahn!“, ruft er in das Mikrofon hinein und fügt lachend hinzu, dass es ein nettes Gefühl sei, das Sagen zu haben.Doch bei allem Spaß wird ihm auch schnell bewusst, welch Verantwortung ein Lokführer zu übernehmen hat und mit welch hoher Konzentration er deshalb seinen Job auszuführen hat. Und nicht nur die Verantwortung des Lokführers ist hoch, sondern auch die der Werkstatt-Mitarbeiter. Schließlich gewährleisten ihre Wartungsarbeiten einen sicheren Schienenpersonennahverkehr.

Etwas mehr als eine Stunde hat Kulle mit dem VT 648 verbracht und dabei viel Wissenswertes erfahren und ebenso Respekt gewonnen. „Es war absolut interessant, mal einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen. Jetzt kann ich viel besser einschätzen, was hier eigentlich geleistet wird“, so Kulle, der jetzt schon wieder mit Freude auf seine nächste Zugfahrt blickt.

"Durch die Kooperation ziehen bereits seit dem Jahr 2011 zwei starke, mit der Region eng verankerte Partner aus Braunschweig an einem gemeinsamen Strang. Und das funktioniert wunderbar, auch wenn wir auf völlig unterschiedlichen Gebieten unterwegs sind – die New Yorker Phantoms im Sport und wir als DB Regio im Schienenpersonennahverkehr. Uns verbindet, dass wir für den Erfolg hart arbeiten müssen. Und dazu gehört auch eine hohe Professionalität, was auf unserer Seite ein Einblick in die Werkstatt nur zu gut gezeigt hat."
Thomas Bauch (Leiter Marketing DB Regio AG, Verkehrsbetrieb Braunschweig)

Foto: Ingo Hoffmann


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