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Trent Lockett & Co. fanden erst in der zweiten Hälfte zum nötigen Volldampf in der Partie. Zum Sieg reichte es aber nicht mehr. Foto: Ingo Hoffmann/PartnerDesign

Bittere 72:75-Niederlage in letzter Sekunde

02.04.2015

Mit dem Geburtstagsgeschenk für Raoul Korner hat es heute leider nicht geklappt. Seine Mannschaft, die Basketball Löwen Braunschweig, wollte ihn unbedingt mit zwei Punkten beschenken. Doch stattdessen hat sie am heutigen Donnerstag, 2. April, mit 72:75 (38:53) in der letzten Sekunde gegen die Telekom Baskets Bonn verloren. Dabei zeigten Tim Abromaitis & Co. in der zweiten Halbzeit ein starkes Comeback, nachdem sie in der ersten Hälfte überhaupt nicht im Spiel waren und zwischenzeitlich schon mit 19 Zählern zurückgelegen hatten. Wenige Minuten vor dem Ende gelang ihnen sogar der Ausgleich und auch die Führung wäre vor 2.629 Zuschauern in der Volkswagen Halle möglich gewesen. Doch verfehlten ihre Wurfversuche das Ziel, und so fiel die Entscheidung in den letzten Sekunden. Hier hatten die Gäste das nötige Glück: Ihr Dreier fiel mit Ablauf der Spieluhr durch die Reuse und besiegelte die bittere Braunschweiger Niederlage. Bester Löwen-Punktesammler war Kyle Visser mit 14 Punkten. Bei den Bonnern waren Tadas Klimavicius und Benas Veikalas mit je 13 Zählern am erfolgreichsten.


Anders als gegen Ulm ging es in den ersten Spielminuten auf beiden Seiten konsequent direkt zum Korb, und das erfolgreich: Nach Zählern von Kyle Visser stand es 6:6 (3. Minute). Aber defensiv fehlte es beiden Mannschaften in dieser Phase an Intensität, weshalb die Punkte teilweise zu leicht zustande kamen. Die Gäste wurden ab Mitte des ersten Viertels energischer in der Verteidigung. Aber die Löwen-Basketballer blieben dennoch ihrer Maxime treu, den Ball unter den Korb zu bringen und zogen auf diese Weise Fouls. So waren Derrick Allen und Immanuel McElroy dann auch von der Freiwurflinie je einmal zum 12:15 erfolgreich (7. Minute). Dennoch mussten die Braunschweiger mehr für ihre Würfe arbeiten, als die Gäste. Und als diese das 12:17 durch wiederholt einfache Punkte erzielt hatten, nahm Raoul Korner eine Auszeit. Der Rhythmus der Telekom Baskets Bonn ließ sich dadurch allerdings nicht unterbrechen, weshalb die Löwen mit einem Rückstand von 18:29 ins zweite Viertel gingen.

Laute Worte hatte Raoul Korner in der Viertelpause gefunden, um sein Team wachzurütteln. Aber es fand noch nicht ins Spiel. Und weil sich nun auch Ballverluste einschlichen und zudem ein unsportliches Foul gegen die Basketball Löwen gepfiffen wurde, gerieten die Hausherren mit 20:38 in Rückstand (13. Minute). Ein geblockter Bonner Wurf durch Tim Abromaitis kam zu diesem Zeitpunkt genau richtig. Er hatte damit ein nötiges Zeichen gesetzt und ließ kurz darauf noch einen Dreier zum 26:40 durch die Reuse rauschen (15. Minute). Bis auf zwölf Punkte kamen die Löwen an die Gäste heran, ehe sie erneut abreißen lassen mussten (30:47, 17. Minute). Immanuel McElroy, jetzt für die bereits mit drei Fouls belasteten Dru Joyce und Nicolai Simon im Aufbau, suchte immer wieder Derrick Allen. Der schloss mehrfach erfolgreich ab. Aber die Löwen kamen dadurch nur geringfügig näher heran, auch weil der Tabellenfünfte immer wieder gute Würfe herausspielte. In die Halbzeitpause ging es dementsprechend mit 38:53.

Die ersten Punkte im dritten Viertel gehörten den Basketball Löwen, die damit wieder auf 13 Zähler dran waren. Der Bonner Konter ließ zwar nicht lange auf sich warten und Trent Lockett & Co. gerieten im Nu wieder mit 18 Zählern ins Hintertreffen (40:58, 32. Minute). Doch waren sie jetzt defensiv griffiger und forcierten schwere Würfe sowie Ballverluste der Gäste. Zwei erfolgreiche Schnellangriffe und ein Dreier von Tim Abromaitis später hatten die Braunschweiger auf 49:58 aufgeschlossen. Aber die Aufholjagd ging noch weiter: Angetrieben vom Publikum gelang den Löwen-Basketballern insgesamt ein 16:0-Lauf zum 56:58 (26. Minute)! Jetzt war Musik im Spiel und die Partie richtig energiegeladen. Bis auf einen Zähler hatte sich das Korner-Team herangearbeitet, verpasste aber die Gelegenheit, selber wieder in Führung zu gehen. Dennoch blieb es bis zum Viertelende bei einem Stand von 62:65 sehr eng.

Die Basketball Löwen benötigten für ihren ersten Zähler in diesem letzten Viertel mehr als drei Minuten. In dieser Zeit hatte sich auch Center Kyle Visser verletzt (Diagnose noch offen), nachdem er ins Straucheln geraten und hingefallen war. Aber die Begegnung war intensiv und nach wie vor eng, vor allem weil die Braunschweiger jetzt stark verteidigten (66:70, 35. Minute). Das sollte sich auszahlen: Nun blieben die Gäste drei Minuten lang ohne Korberfolg und in dieser Zeit holten sich Tim Abromaitis & Co. den 70:70-Ausgleich (37. Minute). Das Spiel war bis in die letzte Minute ausgeglichen und an Spannung nicht zu überbieten. Trent Lockett hatte zwei Mal die Führung in der Hand. Jedoch wollte der Ball einfach nicht durch die Reuse fallen. Und so bekamen die Bonner in den letzten 20 Sekunden noch einmal den Ball. Die Löwen foulten vier Sekunde vor dem Ende und hatten dieses Foul auch noch zu geben. Bonns Trainer Mathias Fischer rief zur Auszeit. Zurück auf dem Parkett verteidigten die Braunschweiger gut, bis der Ball raus auf Benas Veikalas gepasst wurde. Der drückt mit der letzten Sekunde ab – und trifft.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Ich danke allen herzlich für die Glückwünsche zu meinem Geburtstag. Wir haben in diesem Spiel zwei vollkommen unterschiedliche Halbzeiten gesehen. Die erste Halbzeit ist unter aller Kritik. Wir lassen in eigener Halle 53 Punkte zu und rollen im 1-gegen-1 den roten Teppich für den Gegner aus. Unser Fokus war einfach nicht da, wo er sein sollte, und ich habe es nicht geschafft, das Team aufzuwecken. In der zweiten Hälfte haben wir durch Kampf zurück ins Spiel gefunden. Wir haben Bonn dann nur noch 22 Punkte erlaubt. Da zeigt sich deutlich, dass unser Fokus in der zweiten Halbzeit komplett anders war. Wir hätten auch gewinnen können. Es stand zwei Minuten lang unentschieden und wir haben in dieser Phase Körbe versemmelt. Wir konnten den letzten Dolchstoß nicht setzen, Benas Veikalas hingegen schon. Unterm Strich ist es ein glücklicher, aber auch verdienter Bonner Sieg.

Mathias Fischer (Telekom Baskets Bonn):
Es ist schwierig, nach so einem Spiel sofort eine Analyse abzuliefern. Es war bis zum Ende eine sehr spannende Partie. Wir hatten eine hervorragende erste Halbzeit, in der wir auch verdient geführt habt. Meine größte Sorge war, dass wir in der zweiten Halbzeit mit der gleichen Intensität weiterspielen müssen. Braunschweig hat da aber aggressiver verteidigt und wir sind aus dem Rhythmus gekommen. Wir machen in der zweiten Halbzeit nur noch 22 Punkte, gewinnen am Ende aber durch einen glücklichen Wurf.

Basketball Löwen Braunschweig: Gertz, Johnson n.e., Visser 14, Theis, Joyce 6 (5 Assists), Allen 13 (6 Rebounds), Pluskota, Abromaitis 12 (7 Rebounds), Adler 2, McElroy 11, Lockett 10, Simon 4.

Telekom Baskets Bonn: McConnell 6, Mädrich 7, Veikalas 13, Brooks 4, Mangold 2, Caloiaro 10 (6 Rebounds), Lawrence 11, Klimavicius 13 (8 Rebounds), Koch 2, Wachalski 7.


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