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Die junge Familie: Derrick Allen, seine Frau Elnaz und Töchterchen Leyla Marie. Foto: Ingo Hoffmann

Besuch bei Derrick Allen: Der Routinier über seine Familie und Karriere

19.11.2014

Derrick Allen ist nahezu jedem, der sich mit Basketball in Deutschland befasst, ein Begriff. Der Routinier auf der Power Forward-Position ist mit nur einem Jahr Unterbrechung seit der Saison 2004/05 in der Beko BBL aktiv. Nachdem der 34-Jährige US-Amerikaner bereits für Klubs wir ALBA BERLIN, FRAPORT Skyliners und zuletzt Eisbären Bremerhaven gespielt hat, ist er seit diesem Sommer ein Basketball Löwe und lebt zusammen mit seiner Frau Elnaz und seiner Tochter Leyla Marie in Braunschweig. Wir haben ihn zu Hause besucht und dabei eine sehr sympathische Familie Allen in einer angenehmen Atmosphäre kennengelernt.


Als Derrick Allen die Tür öffnet hält er Leyla Marie im Arm, die uns mit großen Augen ansieht. Im Mai ist der Löwen-Power Forward zum ersten Mal Vater geworden und sagt etwas später während des Gesprächs, dass die Geburt seiner Tochter seinen Tagesablauf gänzlich verändert habe. Die Wohnung ist liebevoll dekoriert, gleich im Flur hängen Fotos von Derrick und Elnaz, die sie schwanger zeigen. Im Wohnzimmer hat Elnaz ein Wandtatoo mit dem Motiv eines Baums angeklebt an dessen Zweigen ebenfalls Familienbilder hängen. „Wir sind sehr glücklich und unsere Tochter schenkt uns so viel Freude“, sagt Derrick, der seine Frau schon vor vielen Jahren in Frankfurt kennenlernte. „Wir waren uns von Beginn an sympathisch und verstanden uns gut. Doch ein Paar sind wir erst geworden, als Derrick für Berlin spielte“, erzählt Elnaz. Vor etwa drei Jahren haben die beiden dann geheiratet und Elnaz war bei seinen letzten Stationen immer an seiner Seite. Sie ist gebürtige Iranerin, aber in Darmstadt aufgewachsen und teilt vor allem eine Leidenschaft mit ihrem Mann: Basketball. „Elnaz hat selber viele Jahre gespielt und sie ist mein bester Coach“, verrät Derrick mit einem Lächeln. „Wir reden viel über die Spiele, sie sagt mir, was ich besser machen kann und baut mich auf, wenn es gerade nicht so läuft.“ So auch zuletzt, weil Derrick im Team der Basketball Löwen noch nicht so in seinen Rhythmus kam, wie man es von ihm gewohnt ist.

Hier hat er aber auch eine andere Rolle angenommen. In den vergangenen Jahren war er meistens ein Starting Five-Spieler und hatte viele Spielanteile. Bei den Basketball Löwen kommt er derzeit von der Bank. „Ich habe im Sommer mit Raoul Korner über meine Rolle gesprochen und war damit vollkommen einverstanden. Ich wusste, dass ich zusammen mit Mac (Immanuel McElory) von der Bank kommen werde, auch weil wir aus dieser Position heraus Energie bringen sollen. Ich muss mich natürlich daran gewöhnen, aber es ist für mich absolut in Ordnung“, sagt Derrick weiter. Der 34-Jährige erzählt, dass die meisten Leute ihn nur als Scorer kennen, aber nur wenige registriert hätten, dass sich sein Spiel in den vergangenen Jahren verändert habe. In Berlin habe er sein Spiel defensiver ausgerichtet und darauf legt er heute viel Wert. Ebenso wichtig ist ihm seine körperliche Fitness. Derrick muss schon sehr lange überlegen, wann er das letzte Mal verletzt war. Zu Beginn seiner Profikarriere hatte er mal Rückenbeschwerden und musste einige Spiele pausieren. Doch seitdem gab es kaum Ausfälle von ihm zu verzeichnen. „Ich achte sehr auf meinen Körper, ernähre mich gesund und mache eigentlich nie lange Trainingspausen. Im Sommer habe ich mit einem Personal Trainer gearbeitet und knapp fünf Kilo an Gewicht verloren. Ich bin fit und fühle mich gut“, verrät er sein Erfolgsrezept gegen Verletzungen.

Normalerweise hat Derrick nach Trainingseinheiten zur Erholung auch immer einen Mittagsschlaf eingelegt, doch das ist nun passé. „Ich mag mich gar nicht hinlegen, sondern freue mich darauf, die Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Leyla Marie hat einen neuen Rhythmus in unser Leben gebracht, aber ich bin sehr glücklich darüber und genieße es, Vater zu sein“, sagt Derrick während er seiner Tochter zärtlich über die Wange streichelt. Wenn Derrick und Elnaz Zeit finden, dann erkunden sie die Stadt und gehen viel spazieren. Sie haben auch schon ein, zwei Cafés zum Brunchen ausfindig gemacht und kehren dort gelegentlich sonntags ein. Elnaz würde auch gerne wieder mit dem Basketball spielen beginnen, doch als junge Mutter ist das derzeit noch nicht möglich. Zuletzt spielte sie Hobby-mäßig bei Vereinen in Berlin und in Charleroi (Belgien), wo Derrick nach seinem Engagement bei ALBA BERLIN angeheuert hatte. „Ich wollte mal Profi-Basketballerin werden, glaub aber, dass das nichts mehr wird“, lacht Elnaz. Dafür fiebert sie um so mehr bei jedem Spiel ihres Mannes mit. Der hat seine europäische Karriere übrigens in Island begonnen. Dort spielte er in der Saison 2003/04 für den Klub Keflavik und gewann auch die Meisterschaft. In der Beko BBL gelang ihm dies während seiner langen Karriere noch nicht. Allerdings konnte er mehrfach die Playoffs wie auch das Pokalfinale erreichen. „Ich hatte bisher eine tolle Zeit und an allen Standorten viel Spaß an meinem Beruf. Jeder Klub hat etwas anderes geboten. So hatten wir in Frankfurt eine tolle Teamchemie, weil wir als Mannschaft längere Zeit zusammen waren und wir uns als eine Familie fühlten. In Berlin war Basketballspielen mehr Business, aber eine ebenso gute Erfahrung. Zudem konnte ich dort mit meinem guten Freund Julius Jenkins zusammenspielen und das hatten wir beide schon lange in unseren Köpfen. In Charleroi war es nach so vielen Jahren in der Beko BBL eine große Umgewöhnung für mich, während ich mich in Bremerhaven schnell wohlgefühlt habe. Und ich freue mich darüber, dass ich in Deutschland bleiben konnte und nun in Braunschweig bin“, fasst Derrick seine Karriere im Schnelldurchlauf zusammen.

Bei den Basketball Löwen möchte er dem Team so gut helfen, wie es geht. Seine Ziele in dieser Saison lauten gesund zu bleiben und es trotz der harten Konkurrenz in die Playoffs zu schaffen. Dafür will er alles geben und seine Frau Elnaz hat keinerlei Zweifel daran, dass ihr Mann das auch tun wird: „Ich bin Derrick's größter Fan. Er ist der härteste Arbeiter, den ich jemals erlebt habe und das wird sich auszahlen.“


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