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Dyshawn Pierre's starke Leistung hätte fast zum Sieg geführt.

Auswärtsüberraschung nach starker Aufholjagd knapp verpasst

19.03.2017

Headcoach Frank Menz hatte nach der Pleite am vergangenen Wochenende in Frankfurt eine Reaktion seiner Mannschaft in der heutigen Partie am Samstag, 18. März, beim Tabellenachten MHP RIESEN Ludwigsburg gefordert. Und die bekam er. In einem zum Ende hin richtig spannenden Spiel hatten unsere durch den Ausfall von Carlton Guyton ersatzgeschwächten Löwen noch die Möglichkeit, mit dem letzten Wurf die Partie für sich zu entscheiden. Allerdings musste Thomas Klepeisz in der letzten Spielsekunde von der Mittellinie abdrücken und von dort fand der Ball nicht den Weg ins Ziel. So hieß das Endergebnis in der MHP Arena 78:80 (40:48), allerdings war dem eine grandiose Aufholjagd der Löwen vorausgegangen. Nach einem defensiv mäßigen Start ins Spiel und einer deutlichen Steigerung im zweiten Viertel, waren die Löwen im dritten Spielabschnitt dennoch mit 18 Zählern in Rückstand geraten, ehe sie das Comeback starteten. Angeführt von Topscorer Dyshawn Pierre (27 Punkte) und Carlos Medlock (18 Punkte) zeigte das Menz-Team eine vorbildliche kämpferische Einstellung und gab zu keinem Zeitpunkt auf. So knabberten unsere Löwen über ihre guten Feldtrefferquoten und ihre deutlich verbesserte Verteidigungsintensität Stück für Stück etwas von ihrem Rückstand ab, bis sie kurz vor dem Schluss eben noch die besagte Chance auf den Sieg bekamen – ihn aber nicht greifen konnten.


Nach einem munteren Auftakt mit Dunkings auf beiden Seiten, fielen unsere Löwen auf 4:10 zurück. Sie hatten aufgrund des Ludwigsburger Drucks leichte Schwierigkeiten im Spielaufbau und konnten die Gastgeber im Gegenzug nicht stoppen. Die liefen mehrere Schnellangriffe in Folge zum 5:16 aus Löwen-Sicht, weshalb Frank Menz nach fünf gespielten Minuten eine Auszeit nahm. Daraufhin war Dyshawn Pierre nach einigen Braunschweiger Angriffen ohne Treffer endlich wieder erfolgreich und erzielte per Dreier das 8:18. Unser agiler Forward trieb unsere Mannschaft mit weiteren guten Aktionen an und das schien sie etwas zu beflügeln. Zwar lief weiterhin der RIESEN-Offensiv-Express, aber dafür trafen unsere Löwen jetzt besser. So waren neben Pierre nun auch Sid-Marlon Theis und Carlos Medlock mit Dreiern zur Stelle. Das letzte Wort in diesem Viertel hatten aber die RIESEN, die einen weiteren Distanztreffer (4/6) zum 19:30 nach 10 Minuten versenkten.

Mit Beginn des zweiten Viertels stellte unser Team auf Zonenverteidigung um und das zeigte Wirkung. Die Ludwigsburger taten sich nun im Angriff deutlich schwerer, zogen aber zahlreiche Braunschweiger Fouls. Nach drei Minuten hatten unsere Löwen bereits ihre Team-Foulgrenze erreicht und die RIESEN gingen immer wieder an die Freiwurflinie. Dies war das Resultat einer erhöhten defensiven Intensität des Menz-Teams, das jetzt viel besser im Spiel war. Und obwohl Geoffrey Groselle bereits mit 3 Fouls auf der Bank saß, spürten unsere Löwen, dass jetzt mehr für sie drin war. Sie erarbeiteten sich in Person von Dyshawn Pierre Offensiv-Rebounds, der fand zwei Mal hintereinander Jamal Boykin und der traf zum 34:42 (17. Minute). Und auch wenn die Ludwigsburger sich zwischenzeitlich wieder einen zweistelligen Vorsprung erspielten, so blieben unsere Löwen dennoch dran und konnten mit einem Dreier den Halbzeitstand von 40:48 herstellen.

Mit einem Dreipunktespiel von Carlos Medlock zum 43:48 fing das Viertel verheißungsvoll an. Jedoch vergab unser Team dann einige Korbmöglichkeiten und ließ zu viele zweite Chancen für Ludwigsburg zu. Vor allem Johannes Thiemann schnappte sich einige Offensiv-Rebounds und netzte mehrfach ein. Dadurch waren die Gastgeber schnell auf 45:56 davongezogen – und der Rückstand unserer Löwen wuchs weiter an. Sie kamen in dieser Phase selten gegen die Ludwigsburger Verteidigung durch und dementsprechend kaum zu guten Abschlüssen. Drei punktlose Braunschweiger Minuten hatten die RIESEN genutzt, um ihren Vorsprung auf 18 Punkte auszubauen (47:65, 27. Minute). Doch die Schlussphase des Viertels gehörte unseren Löwen: Zuerst war Thomas Klepeisz einmal von der Freiwurflinie erfolgreich, ehe Dyshawn Pierre in den letzten 90 Sekunden des dritten Viertels übernahm. Unser bockstarker Forward verwandelte zunächst zwei Freiwürfe, dann flog er zum Monsterblock von Clifford Hammond's Wurf ein und traf eine Sekunde vor dem Ende noch einen Dreier zum 53:65!

Diesen Schwung nahmen unsere Löwen mit ins letzte Viertel – und starteten dieses mit einem 7:0-Lauf zum 60:65. Zwar geriet das Menz-Team darauf erneut zweistellig ins Hintertreffen (62:72, 35. Minute). Aber unsere Löwen gaben nicht auf, sondern kämpften sich wieder heran. Auf drei Zähler von Geoffrey Groselle ließ Carlos Medlock einen Traumpass auf Jamal Boykin folgen und der verwandelte zum 67:72 (37. Minute). RIESEN-Coach John Patrick nahm eine Auszeit, auf welche sein Team einen Zwischenspurt einlegte und sich wieder auf 9 Zähler absetzte. Aber gelutscht war der Drops noch nicht. Denn unsere Löwen konterten und lagen 30 Sekunden vor Schluss nur noch mit fünf Zählern zurück (75:80). Sie verhinderten den darauf folgenden RIESEN-Angriff und Dyshawn Pierre netzte im Gegenzug einen Dreier zum 78:80 bei noch vier verbleibenden Sekunden ein. Ludwigsburgs Hammonds wurde danach sofort gefoult und vergab beide Freiwürfe. Pierre griff sich noch einmal den Rebound, passte zu Klepeisz. Der warf von der Mittellinie – verfehlte aber den schwierigen, letzten Wurf des Spiels zum möglichen Überraschungssieg.

Während unsere Löwen knapp den Sieg verpassten, stoppte Konkurrent RASTA Vechta seine 17 Spiele andauernde Niederlagenserie und gewann parallel zu unserem Spiel das Nord-Derby gegen die EWE Baskets Oldenburg. Damit beträgt der Vorsprung unserer Löwen auf einen Abstiegsplatz noch vier Punkte.

Viertel im Überblick: 19:30, 21:18, 13:17, 25:15;

Trainerstimmen zum Spiel:

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig): Wir hatten uns heute vorgenommen, alles in die Waagschale zu werfen. Wir haben eine schwere Saison, speziell jetzt wo uns wichtige Leistungsträger verletzt fehlen. Letzte Woche in Frankfurt haben wir kein gutes Spiel abgeliefert, vielleicht sogar das schwächste Spiel seit zwei Monaten. Wir hatten also etwas gut zu machen. Wir wussten, dass es hier in Ludwigsburg ein schweres Spiel wird. Athletisch sind wir gegen dieses Team auf allen Positionen unterlegen, wir wollten aber auf jeden Fall 40 Minuten alles geben. Als wir in Rückstand waren, haben wir die Köpfe nicht hängen lassen und sind super zurückgekommen. Das letzte Viertel haben wir mit 10 gewonnen und alles in allem haben wir gekämpft wie die Löwen, daher bin ich zufrieden mit unserer Leistung.

John Patrick (MHP RIESEN Ludwigsburg): Kompliment an Braunschweig, die haben eine gute Reaktion gezeigt nach dem Spiel in Frankfurt. Wir hatten heute einen deutlichen Vorsprung und haben wieder Nerven gezeigt. Wir haben Freiwürfe nicht getroffen und viele einfache Dinge nicht vollendet. Braunschweig hat den Ball gut bewegt und offene Dreier getroffen. Damit haben sie uns Probleme bereitet. Schon das Hinspiel war eng, Braunschweig war gut auf uns vorbereitet, daher sind wir froh, dass wir gewonnen haben.

Basketball Löwen Braunschweig: Ebert n.e., Figge, Medlock 18 (5 Assists), Theis 10, Klepeisz 2 (8 Assists), Schwartz 2, Pierre 27 (9 Rebounds, 4 Assists), Simon, Groselle 8, Boykin 11.

MHP RIESEN Ludwigsburg
: Kennedy 6 (5 Rebounds, 6 Assists), Hammonds 9 (6 Assists), Cotton 15, McCray, Martin 10, Crawford 5 (6 Rebounds), Breunig n.e., Thiemann 13 (12 Rebounds), Toppert 6, Loesing, Cooley 16.

Boxscore zum Spiel


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