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Aaron Doornekamp legt Wert auf eine gesunde Ernährung. Foto: Ingo Hoffmann

Aaron Doornekamp: Ernährungsexperte mit Trainerambitionen?

05.03.2014

Der Alltag eines Basketballprofis ist üblicherweise voll mit Verpflichtungen verschiedenster Art. Wer denkt, dass ein Basketballer nur in die Halle zum Training und danach wieder nach Hause fährt, liegt falsch. Phantoms-Profi Aaron Doornekamp muss sich für unser Gespräch regelrecht Zeit herausschneiden aus seinem an diesem Tag gut gefüllten Terminkalender. Wir treffen Aaron während seiner kurzen Mittagspause. Zwischen Training und dem Besuch bei Phantoms@School möchte er noch schnell zu Mittag essen. In seinem Lieblings-Bioladen in der Innenstadt kommen eine leichte Suppe und Salat auf den Tisch, dazu frisch gepresster Fruchtsaft.


Aaron und seine Frau Jasmyn, die in der internationalen Schule als Lehrerin arbeitet, legen viel Wert auf gesunde Ernährung. Zu Hause wird gern und oft gekocht, „dabei dreht meine Frau immer die Musik auf“, erzählt Aaron. Es ist die erste Saison, welche die Beiden gemeinsam in Europa verbringen. Erst in diesem Sommer hat das Paar geheiratet. In den ersten drei Jahren seiner Profi-Karriere, die er allesamt beim Team von Juve Caserta verbrachte, war der 28-Jährige auf sich allein gestellt. „In meiner ersten Saison gab es für mich gleich den ersten Kulturschock. In Süditalien, wo mein Team war, sprach niemand Englisch. Ich war gerade mit dem College fertig und noch nie zuvor in Europa gewesen, vieles war für mich einfach noch neu und ungewohnt. Außerhalb der Mannschaft musste ich in den ersten Monaten so ziemlich mit Händen und Füßen kommunizieren, um im Alltag irgendwie zurecht zu kommen. Mit der Zeit wurde es etwas besser. Ich habe Italienisch gelernt und hatte irgendwann keine Schwierigkeiten mehr, mich zu verständigen.“

Im Herbst 2013 bedeutete der Wechsel zu den New Yorker Phantoms für Aaron auch der Wechsel aus der gewohnten Umgebung. Die neue Herausforderung in Deutschland nahm er aber gern an. Von seinem älteren Bruder Nate Doornekamp, der einige Jahre in der Beko BBL verbrachte, hat Aaron viel Gutes über das Land und die Liga gehört. Gerade der Umstand, dass in Deutschland die Gehälter immer pünktlich gezahlt werden, gab für den frisch gebackenen Familienmenschen den Ausschlag. „Ich habe immer gut zugehört, wenn Nate über seine Zeit in der Beko BBL erzählt hat. Auch wenn er seine Basketballschuhe nun an den Nagel gehängt hat war mir seine Meinung immer wichtig. Ich wurde nicht enttäuscht. Braunschweig ist eine schöne, saubere Stadt. Das Umfeld der Mannschaft ist gut organisiert, es wird sich um Dinge gekümmert, wenn die Spieler mal etwas brauchen.“ Auch für Ausflüge außerhalb der Löwenstadt haben sich Aaron und Jasmyn schon Zeit genommen. Besonders gefallen hat es ihnen in Berlin. Im Sommer nach der Saison hat sich das Paar vorgenommen, Amsterdam einen Besuch abzustatten. Aus den Niederlanden stammt nämlich Aarons Vater, der mit seinen Eltern als kleines Kind nach Kanada umsiedelte. Aaron und seine Geschwister sind knapp drei Stunden entfernt von Toronto geboren und aufgewachsen, mittlerweile wohnt Aaron zusammen mit seiner Frau in einem Vorort. Seine College-Zeit verbrachte er an der sportlich besten Uni des Landes in Carleton.

Daher stammt auch seine Freundschaft mit Willy Manigat, den Aaron kurzerhand empfohlen hatte, als klar wurde, dass der Kooperationspartner Spot Up Medien Baskets einen Guard brauchte. Regelmäßig ist Aaron Doornekamp nun, wenn es der eigene Terminplan zulässt, bei den ProB-Spielen zu Besuch. „Ich freue mich für Willy, wenn ich sehe, wie gut er sich hier macht. Wir waren schon im College gut befreundet und ich habe immer gewusst, dass er das Zeug dazu hat, in Europa zu spielen. Für uns Kanadier ist es gar nicht so einfach. Uns verbindet man nicht zwangsläufig mit gutem Basketball. Viele Trainer gehen fast automatisch davon aus, dass der Basketball an kanadischen Universitäten schlechter ist, als in den USA“, berichtet Aaron. Mit diesen Vorurteilen werde aber gerade die kanadische Nationalmannschaft in naher Zukunft aufräumen, dessen ist er sich sicher. Er selbst steht ebenfalls im Auswahlkader seines Heimatlandes. „Es gibt in dieser Saison zehn oder elf kanadische Spieler in der NBA, dazu werden es auch in Europa immer mehr. Gerade in der neuen Generation haben wir wirklich sehr gute Jungs mit unendlichem Potenzial. Seitdem Steve Nash im Nationalteam alles leitet und koordiniert, haben wir große Fortschritte gemacht. Er ist bei uns das unbestrittene Aushängeschild des Basketballs, und es ist fu?r ihn eine Herzensangelegenheit, den Sport nach vorne zu bringen. Ich glaube fest daran, dass wir schon beim nächsten großen internationalen Wettbewerb eine gute Rolle spielen werden.“ Momentan gilt die volle Konzentration aber den New Yorker Phantoms. Trotz einer Saison voller Höhen und Tiefen sei noch alles möglich in den verbleibenden Pflichtspielen. Dann guckt Aaron leicht nervös auf die Uhr. „Ich muss los, sonst bin ich spät dran. Ich möchte die Kinder auf keinen Fall warten lassen. Es macht mir Spaß, ihnen das Spielen beizubringen. Nach meiner eigenen Karriere wäre es definitiv eine Option für mich, Trainer zu werden.“


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