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Kyle Visser und Kollegen hatten gegen Bayreuth das Nachsehen. Foto: Ingo Hoffmann/PartnerDesign

Kein Befreiungsschlag: Phantoms verlieren gegen medi bayreuth

05.04.2014

Den New Yorker Phantoms Braunschweig ist am heutigen 5. April nicht der ersehnte Befreiungsschlag gelungen. Sie verloren vor 2597 Zuschauern in der Volkswagen Halle mit 82:87 (51:47) gegen medi bayreuth und haben damit die sechste Niederlage in Folge hinnehmen müssen. Dabei hatten sie die Begegnung zunächst über weite Strecken kontrolliert. Doch wie schon häufiger in der Vergangenheit geschehen, gaben sie im letzten Viertel das Spiel aus der Hand und konnten die Partie nicht mehr zu ihren Gunsten entscheiden. Bester Punktesammler auf Braunschweiger Seite war Isaiah Swann mit 26 Zählern. Für Bayreuth traf Kyle Weems mit 23 Punkten am häufigsten. Durch diese Niederlage sind die Phantoms-Basketballer auf den 14. Tabellenplatz gerutscht.


Die New Yorker Phantoms legten gut los und suchten vor allem ihren Big Man Kyle Visser. Und der vollstreckte auch nach Anspiel von Isaiah Swann per Dunking zum 4:0 (2. Minute). Die Mannschaft von Raoul Korner ließ den Ball offensiv gut laufen und fand so gute Wurfoptionen bei entsprechend hoher Trefferquote. Die Gäste haderten hingegen mit ihren Würfen aus dem Feld und so konnten sich die Phantoms-Basketballer nach vier Minuten auf 12:4 absetzen. Nachdem Center Kyle Visser mit dem zweiten Foul auf der Bank Platz nehmen musste, hatten sie allerdings vermehrt Probleme, die großen Spieler in Person von Brian Qvale und Ronald Burrell auf Bayreuther Seite zu stoppen. Beide konnten sich immer wieder unter dem Korb durchsetzen und sorgten dafür, dass der Braunschweiger Vorsprung zunächst nicht noch weiter anwuchs: Nach 7 gespielten Minuten stand es 17:14. Zwar gelang es Swann & Co., sich 90 Sekunden vor Viertelende nochmals auf sieben Zähler davonzustehlen (21:14), doch in den zweiten Spielabschnitt ging es beim Stand von 24:20.

Hier starteten die Gäste plötzlich durch, allen voran Kyle Weems. Der Forward war in der Anfangsphase des zweiten Viertels kaum zu stoppen und markierte acht Zähler in Folge zum ersten Phantoms-Rückstand in dieser Partie (24:28, 12. Minute). Nachdem die Braunschweiger Korbjäger kurz darauf sogar mit 24:31 zurückgelegen hatten, zündeten sie ihrerseits den Turbo. Mit einer nun intensiveren Verteidigung stoppten sie den Gegner mehrfach erfolgreich in der Offensive und punkteten im Gegenzug häufig durch Schnellangriffe. Auf diese Weise legten McElroy und Kollegen einen 15:0-Lauf zum 39:31 (16. Minute) aufs Parkett, der erst durch einen Dreier vom ehemaligen Braunschweiger Spielmacher Kevin Hamilton unterbrochen wurde. Doch dies zeigte auch: die Gäste ließen sich nicht wirklich abschütteln – zumal Burrell und Qvale erneut zu einfach unter dem Korb punkten konnten. Eine Minute vor der Halbzeit waren die Bayreuther wieder auf einen Punkt dran (46:45). Bis es in die Kabinen ging, konnte sich das Korner-Team aber wieder einen Vier-Zähler-Vorsprung von 51:47 erspielen.

Zurück auf dem Spielfeld taten sich beide Mannschaften zunächst etwas schwerer in der Offensive, jedoch mit Vorteilen auf Braunschweiger Seite. Sie erzielten sechs Zähler in Folge und gingen damit erstmals zweistellig in Führung (57:47, 23. Minute). Doch wie schon in den Vierteln zuvor, kämpften sich die Bayreuther auch jetzt wieder heran und hatten zum 57:56 aufgeschlossen (24. Minute). Im Anschluss daran wurde es ein wenig hitzig auf dem Parkett, was ein unsportliches Foul gegen Aaron Doornekamp und ein technisches Foul gegen Bayreuths Dennis Jerome Seeley zur Folge hatte. Die Phantoms-Basketballer blieben in der Folge etwas ruhiger, vor allem an der Freiwurflinie, und konnten sich dadurch wieder leicht auf 62:57 absetzen (27. Minute). Aber die Gäste kamen zum wiederholten Male zurück, gingen auch einmal in Führung (62:63), ehe die Teams jedoch beim Stand von 67:66 in das letzte Viertel starteten.

Der Tabellenfünfzehnte wirkte jetzt etwas frischer, wacher und schneller. Und das machte sich vor allem in den Offensiv-Rebounds und den damit verbundenen zweiten Chancen bemerkbar. Die nutzten die Gäste, während bei den New Yorker Phantoms jetzt kaum ein Wurfversuch den Weg durch die Reuse finden wollte. Sie hatten in den ersten vier Minuten dieses letzten Viertels lediglich zwei Zähler markiert, weshalb sie mit 69:75 ins Hintertreffen geraten waren (34. Minute). Erst James Florence lockerte wieder den Knoten, als er nach einem Ballgewinn per Schnellangriff traf. Allerdings liefen die Phantoms-Basketballer ihrem Rückstand von etwa fünf Punkten jetzt beständig hinterher, auch weil in dieser Phase nur ihr Spielmacher punktete. James Florence hatte in diesem Schlussviertel neun Zähler markiert und bekam in der letzten Minute noch einmal etwas Unterstützung von Immanuel McElroy. Doch für einen Sieg war das nicht genug.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (New Yorker Phantoms Braunschweig): Zunächst einmal Glückwunsch an Bayreuth zum Sieg. Wir haben heute zwei verschiedene Gesichter gezeigt. Wir spielen drei Viertel so, wie wir uns das vornehmen, um dann im letzten Viertel plötzlich komplett unsere Identität zu verlieren. Wir kreieren dann plötzlich Dinge, die wir gar nicht kreieren wollen und verlieren mehr und mehr unsere Stabilität als Team. Das ist ein Problem, das wir in den Griff bekommen müssen. Wir können ein Spiel nicht drei Viertel kontrollieren, um dann im letzten Viertel alles über Bord zu werfen. Sicherlich spielt hier auch mit rein, dass wir in den letzten Wochen kein Erfolgserlebnis hatten. Aber das muss jetzt wieder erarbeitet werden. Insgesamt hatten wir eine gute erste Halbzeit mit guter Ballbewegung und Exekution, in der wir allerdings das Pick-and-Roll des Gegners nicht kontrollieren konnten. Unser viertes Viertel war dann komplett entgegen gesetzt. Zudem hat Bayreuth wichtige Offensiv-Rebounds gesammelt und hatte Spieler, deren individuelle Klasse entscheidend war. Wir müssen uns jetzt sammeln und mit voller Konzentration am Dienstag gegen Frankfurt zu Werke gehen.

Michael Koch (medi bayreuth): Ich muss meiner Mannschaft einen Glückwunsch aussprechen. Wir haben in der zweiten Halbzeit eine sehr gute Leistung gezeigt und uns gesteigert. Seitdem ich in Bayreuth bin stehen wir unter hohem Druck. Aber wir haben diesen mittlerweile angenommen und fünf der letzten sechs Spiele gewonnen. Wir spielen jetzt stabil und lassen uns auch bei Rückständen nicht unter Druck setzen. Heute sind wir auch nicht nervös geworden, sondern unserem Gameplan treu geblieben. Wir wollten den Ball zu den großen Spielern bringen und über unsere Verteidigung agieren. Zumindest defensiv ist uns in das in der ersten Halbzeit nicht gelungen. Aber in der zweiten Halbzeit war die Verteidigung der Knackpunkt. Da war sie besser und stabiler und wir haben Braunschweig nur noch 31 Punkte gegeben. Deshalb denke ich auch, dass wir am Ende verdient gewonnen haben. Der Sieg heute war für uns wichtig in Richtung Klassenerhalt. Ich wünsche Braunschweig alles Gute für die Zukunft.

New Yorker Phantoms Braunschweig: Swann 26, Kulawick, Zazai, Visser 14 (6 Rebounds), Nana 3, Florence 16, Doornekamp 12 (6 Rebounds), Pluskota, Gertz n.e., Land n.e., McElroy 11 (6 Rebounds), Bogdanov n.e..

medi bayreuth: Spöler n.e., Seeley 14 (9 Rebounds), Hamilton 12 (5 Rebounds, 7 Assists), Zeis, Chambers n.e., Schmitz, Heyden 3, Burrell 19, Weems 23 (9 Rebounds), Qvale 16, Wyrick.


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