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Isaiah Swann erzielte an alter Wirkungsstätte 25 Punkte. Foto: bildwerk89

Bittere 79:81-Niederlage nach starker Leistung in Ulm

12.04.2014

Die New Yorker Phantoms Braunschweig sind knapp an einem Auswärtssieg vorbeigeschrammt. Sie haben am heutigen Samstag (12. April) schon fast den Sieg in den Händen gehabt, als sie etwa zwei Sekunden vor Ende der Partie an der Freiwurflinie standen. Doch beim Stand von 80:79 verfehlte der gut spielende Immanuel McElroy beide Würfe und der Gastgeber ratiopharm ulm ließ sich den 81:79-Sieg (37:79) in der ausverkauften ratiopharm arena nicht mehr nehmen. Dabei hatten die Braunschweiger, die ohne James Florence angetreten waren (Rückenprobleme), eine wirklich starke Partie geboten und auch von ihren Bankspielern wichtige Impulse erhalten. Topscorer war Isaiah Swann mit 25 Punkten. Kyle Visser agierte ebenfalls sehr stark und kam auf 24 Punkte. Für die Ulmer, bei denen Daniel Theis fehlte (Knieprobleme), kam Per Günther auf 15 Zähler.


Die New Yorker Phantoms starteten mit Achmadschah Zazai für den verletzten James Florence in das Spiel, und der sorgte mit einem beherzten Antritt prompt für die ersten Braunschweiger Punkte. Den direkten Weg zum Korb fanden die Phantoms-Basketballer aber grundsätzlich sehr gut in dieser Anfangsphase. Und weil sie den Ulmern mit ihrer Defensive das Leben schwer machten, lagen sie schnell mit 2:8 in Führung (3. Minute). Allerdings fanden die Gastgeber mit zunehmender Spieldauer einen besseren Rhythmus und schlossen in der fünften Minute zum 12:13 auf. Weil Isaiah Swann & Co. nun aber auch aus der Distanz Treffer einstreuten, blieben sie nach Dreiern von Aaron Doornekamp und „ChaCha“ Zazai mit 12:19 vorne (7. Minute). Bis zum Viertelende konnte das Korner-Team zwar nicht den Sieben-Punkte-Vorsprung halten, ging aber mit einer 21:25-Führung in das zweite Viertel.

Hier konnten die Ulmer ihren Rückstand weiter verkürzen und nach einem ihrer bisher wenigen Treffern von der Dreierlinie auch das 26:25 erzielen. Martin Bogdanov, für Zazai zu Beginn dieses Viertels ins Spiel gekommen, hatte darauf an der Freiwurflinie die Möglichkeit, die Braunschweiger wieder in Führung zu werfen. Doch verfehlten beide Würfe ihr Ziel, während die Ulmer im Gegenzug zum 28:25 trafen. Und so vergingen fast fünf Minuten, ehe Isaiah Swann die ersten Punkte in diesem zweiten Spielabschnitt erzielte. Der Phantoms-Topscorer war es dann auch, der sein Team wieder in Führung warf, doch schwappte diese jetzt mehrmals hin und her. „ChaCha“ Zazai bediente in dieser Phase Kyle Visser immer wieder sehenswert und vollstreckte nach einem „Give-and-Go“ selber zum 34:37 (19. Minute). Die „Spatzen“ hatten hingegen Schwierigkeiten mit der Braunschweiger Zonenverteidigung und haderten zudem mit ihrer Trefferquote aus der Distanz (21 Prozent). Und so ging es nach diesem Viertel, in dem Willy Manigat zu seinen ersten BBL-Minuten kam, mit einer knappen 37:39-Führung in die Halbzeit.

Zurück auf dem Parkett legte Isaiah Swann an alter Wirkungsstätte einen Zwischenspurt ein und erzielte sieben Punkte in Folge zum 37:46. Ulm-Coach Thorsten Leibenath nahm eine Auszeit. Aber der Tabellensiebte tat sich nach wie vor schwer, offensiv einen Rhythmus zu entwickeln und konnte zudem auch nicht Isaiah Swann stoppen, der mit weiteren Zählern die erste zweistellige Führung herstellte (39:50, 24. Minute). National-Spielmacher Per Günther übernahm jetzt auf Ulmer Seite mehr Verantwortung, was zu Punkten führte. Und weil die Phantoms-Basketballer nun kurzzeitig den Faden verloren sowie ein technisches Foul gegen Isaiah Swann kassierten (gleichzeitig sein 4. persönliches Foul), waren die Gastgeber plötzlich wieder auf 52:54 dran (27. Minute). In dieser kritischen Phase sorgte Robert Kulawick mit einem Dreier wieder für etwas Entlastung und sein Team blieb in Führung. Jedoch hielt diese nicht bis zum Viertelende an. Und das lag auch an einem immer stärker werdenden Per Günther, der mit der letzten Sekunde das 63:63 nach 30 Minuten markierte.

Es dauerte länger als zwei Minuten, bis die ersten Punkte in diesem vierten Viertel fielen: Phantoms-Center Kyle Visser war gleich zwei Mal in Folge erfolgreich und traf zum 63:67. Und „ChaCha“ Zazai erhöhte von der Freiwurflinie um einen weiteren Zähler. Aber weiter als bis auf diese fünf Punkte konnte sich das Korner-Team nicht davonstehlen. Stattdessen kamen die Ulmer erneut auf 70:71 heran (37. Minute). Jetzt reagierte Raoul Korner mit einer Auszeit – und darauf setzte seine Mannschaft sich wieder bis auf 73:79 ab (38. Minute). Der Sieg schien schon fast zum Greifen nah. Doch sorgten ein Foul und zwei Ballverluste sowie ein weiteres Foul beim Korberfolg dafür, dass die Ulmer erneut zurückkamen und plötzlich mit 80:79 vorne lagen. Wieder Auszeit Braunschweig, und Ballverlust Phantoms. Die Ulmer konnten daraufhin aber nicht punkten. Stattdessen ging Immanuel McElroy an die Freiwurflinie, mit der Chance sein Team bei noch zwei Sekunden auf der Uhr zur erneuten Führung und zum möglichen Sieg zu werfen. Doch der starke Phantoms-Routinier zeigte Nerven, beide Würfe verfehlten ihr Ziel. Die Ulmer versenkten im Gegenzug einen Wurf von der Freiwurflinie und warfen den zweiten bewusst vorbei, um die letzten Sekunde verstreichen lassen zu können. Und damit war die Niederlage besiegelt.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (New Yorker Phantoms Braunschweig): Wir sind mit der nötigen Portion an Respekt in die Partie gegangen, aber auch nicht zu viel Respekt. Ohne unseren Starting Point Guard James Florence hatten andere Spieler die Chance sich zu zeigen. Aufgrund der Körpersprache hatte ich das Gefühl, dass wir heute in der Lage sind, das Spiel zu gewinnen. Am Ende haben Kleinigkeiten entschieden. Unter anderem wahrscheinlich das Glück des Tüchtigen. McElroy hätte es in seiner exzellenten Saison verdient gehabt, das Spiel zu entscheiden. Wir hatten es in der Hand. Schade, dass es nicht gereicht hat.

Thorsten Leibenath (ratiopharm ulm): Mein Eindruck war, dass Braunschweig mit dem nötigen Respekt angetreten ist, uns hat er heute vor allem zu Beginn gefehlt. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass wir nach dem Ausfall von Daniel Theis so in die Partie starten. Das Glück des Tüchtigen, wie es Raoul Korner formuliert hat, ist zu schmeichelhaft für unsere Leistung. Obwohl wir eine gute und intensive Vorbereitung absolvierten, hat uns die Zonenverteidigung Probleme bereitet. Dass wir gewonnen haben, lag an der guten Freiwurfquote, die wir im Laufe der Saison stark verbessert haben. Ich mache keinen Hehl daraus, dass wir heute keine gute Leistung gezeigt haben.

New Yorker Phantoms Braunschweig: Swann 25 (5 Rebounds), Kulawick 5, Zazai 12 (5 Assists), Visser 14 (6 Rebounds), Nana, Doornekamp 3 (12 Rebounds, 6 Assists), Manigat, Pluskota, Gertz, Land n.e., McElroy 10 (6 Rebounds), Bogdanov.

ratiopharm ulm: Günther 15 (7 Assists), Jönke n.e., Sosa 5, Maier n.e., Hess, Long 12, Clyburn 14 (5 Rebounds), Howard 13, Schwethelm 2, Plaisted 8, Nankivil 12.


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